ThemaErneuerbare EnergienRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
19.01.2010
 

Subventionen

Schwarz-Gelb streitet um Solarförderung

Von Severin Weiland

Solaranlage auf der Insel Saint-Pierre de La Reunion: Europäischer ExportschlagerZur Großansicht
AFP

Solaranlage auf der Insel Saint-Pierre de La Reunion: Europäischer Exportschlager

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle will bei der Solarbranche die Subventionen nochmals kürzen. Das stößt dort auf massive Kritik. Aber auch in der Union wird der Plan attackiert. Das Umweltministerium will sich diese Woche äußern.

Berlin - Rainer Brüderle wagte sich vor. "Ich denke an Absenkung der Förderung um 16 bis 17 Prozent", so der Bundeswirtschaftsminister am Dienstag auf einer Energietagung in Berlin. Diese Kürzung sei vertretbar. Auch ein Gutachten im Auftrag seines Hauses habe dieses Vorgehen in der Solarbranche empfohlen, sagte der Liberale.

Konkret heißt das: Die Bundesregierung ist offenbar bereit, der Branche noch einmal zusätzliche Kürzungen aufzulegen. Ein Schritt, der beim Solarexperten Friedbert Pflüger, Mitglied im CDU-Bundesvorstand, auf massive Kritik stößt. Zwar räumt auch er ein, dass es eine "gewisse Überförderung" der Branche gebe. "Das, was jetzt aber offenbar die Bundesregierung plant, schüttet das Kind mit dem Bade aus", so der CDU-Politiker am Dienstag zu SPIEGEL ONLINE.

Denn eine Kürzung um bis zu weitere 17 Prozent, wie sie Brüderle in die Überlegungen einbrachte, laufe auf eine Gesamtkürzung von 35 Prozent innerhalb von nur zwei Jahren hinaus, so Pflüger. Bereits in diesem Jahr wird die Branche neun Prozent weniger Subventionen erhalten, im kommenden Jahr weitere neun Prozent. Pflüger, der sich auch für das Solar-Großprojekt Deserttec in Nordafrika stark macht, warnte davor, das zuständige EEG-Gesetz auszuhöhlen. Um regenerative Energien zu fördern, wie es das Gesetz vorsehe, sei ein Mindestmaß an Berechenbarkeit und Verlässlichkeit staatlicher Vorgaben notwendig. "Fehlentwicklungen zu korrigieren sei das eine, der deutschen Solarindustrie den Boden unter den Füßen wegzuziehen das andere", so der CDU-Politiker und frühere parlamentarische Staatsekretär im Verteidigungsministerium zu SPIEGEL ONLINE.

Die Branche hatte bereits vergangene Woche vor einem Schritt gewarnt, wie er jetzt von Brüderle angekündigt wurde. Hintergrund waren Medienberichte, wonach der federführende Bundesumweltminister Norbert Röttgen eine Absenkung um bis zu 17 Prozent plane. Der CDU-Politiker selbst hat sich bislang noch nicht öffentlich geäußert, dies soll aber wohl noch in dieser Woche geschehen. Die Solarindustrie warnte vor einer zusätzlichen Reduktion der Fördersätze für Photovoltaikanlagen im zweistelligen Prozentbereich noch in diesem Jahr. Dies würden große Teile der deutschen Solarwirtschaft nicht überleben, erklärte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Verbraucherschützer fordern hingegen massive Streichungen bei der Solarförderung, da die Kosten auf alle Stromverbraucher umgelegt werden. Das Bundesumweltministerium hatte am vergangenen Mittwoch mit Solarunternehmen und Verbraucherschützern über eine Kürzung der Solarförderung beraten.

Mit Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 3491 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
15.12.2009 von alida80:

Die Zugfestigkeit (und die bestimmt die Druckbeständigkeit der Rohre) der besten Stähle liegt fast 20x so hoch wie die der besten Kuststoffe. mehr...

15.12.2009 von virus-38: Idee!

Alle halten die Luft an! Der private CO2-Ausstoß ist dann null. Und alle Volltrottel sind tot. Nominierung für Nobelpreis o.ä nehme ich nicht entgegen. Die Mio. aber gerne! mehr...

15.12.2009 von bluaMauritius: @flari. Hartplastikrohre

(war Tippgehler) Zitat: Zitat Flari: ---Zitat--- Kann man nicht! ---Zitatende--- - - Antwort: Kann man doch. Hartplastik ist die Zukunft, wenn Stahl nicht mehr preiswert hergestellt werden kann. Gerade deswegen [...] mehr...

15.12.2009 von bluaMauritius: @flari. Hartplastikrohre

Zitat: Zitat Flari: ---Zitat--- Kann man nicht! ---Zitatende--- - - Antwort: Kann man doch. Hartplastik ist die Zukunft, wenn Stahl nicht mehr preiswert hergestellt werden kann. Gerade deswegen darf man das Erdöl [...] mehr...

15.12.2009 von bluaMauritius: Du hast den Weg der Berechnung nicht erklärt, nur deine Ergebnisse mitgeteilt.

---------- Das muss du mit Ft. Roller ausmachen, nicht mit mir. Ausserdem hat du die sonderwuchtigen Ergebnisse deiner kolossalen Berechnungen ohne den Berechnungsweg, die Art der Formel (und deren Berechtigung) angegeben. [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland
alles zum Thema Erneuerbare Energien

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Verwandte Themen


So viel kostet Solarstrom in Deutschland (Cent je kWh)*
Anlagentyp 2009 2010 Degression
Gebäude bis 30 kW 43,01 39,14 9%
Gebäude bis 100 kW 40,91 37,23 9%
Gebäude bis 1000 kW 39,58 35,23 11%
Gebäude über 1000 kW 33,00 29,37 11%
Freiflächenanlagen 31,94 28,43 11%
Selbstverbrauchsbonus 25,01 22,76 9%
* Solarstromvergütung laut EEG, Quelle: "Photon"

Vor-/Nachteile der Energieträger

Die Energiewirtschaft befindet sich im Umbruch - SPIEGEL ONLINE zeigt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Energieträger.

Erdöl

Erdgas

Kohle

Atomenergie

Wasser

Wind

Sonne

Biomasse

Erdwärme

Verbrauchertest

DDP
Die Strompreise steigen, vielen Bürgern drohen saftige Mehrkosten. Da hilft nur eines: den Verbrauch senken - und zwar schnell. Überprüfen Sie im SPIEGEL-ONLINE-Test, ob Sie das Zeug zum Energiesparer haben!




TOP



TOP