ThemaMünchenRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
22.01.2010
 

Münchner Flughafenpanne

CDU-Politiker verteidigen deutsche Sicherheitsstandards

Innenminister de Maizière preist die Kontrollen an deutschen Flughäfen und verteidigt das Personal gegen Kritik nach der Münchner Panne. CDU-Kollege und Innenexperte Bosbach stimmt mit ein. SPD-Mann Wiefelspütz hingegen fordert eine Registrierung der Personalien direkt am Sicherheitscheck.

Frankfurt am Main - Nach der Sicherheitspanne am Münchner Flughafen ist eine Diskussion über mögliche Konsequenzen entbrannt. Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz schlug in der "Passauer Neuen Presse" etwa eine Registrierung der Personalien oder des Flugscheins direkt beim Sicherheitscheck vor, damit bei einem Alarm die betreffende Person nicht unerkannt verschwinden könne. Er sieht jedoch keine Notwendigkeit für gesetzliche Änderungen.

Die Bundespolizei hatte am Mittwoch den Terminal 2 des Münchner Flughafens für gut drei Stunden gesperrt, nachdem dort der Laptop eines Passagiers auf Sprengstoff angeschlagen hatte. Der unbekannte Fluggast hatte trotz des Alarms weitergehen können, ohne festgehalten zu werden. Eine Kontrolleurin der von der Regierung von Oberbayern beauftragten privaten Sicherheitsfirma hatte laut Bundespolizei versucht, den Mann noch aufzuhalten. Nachdem ihr dieses nicht gelungen war, hatte sie ihren Chef benachrichtigt, der dann wiederum die Bundespolizei alarmierte.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière wies unterdessen Vorwürfe gegen das Sicherheitspersonal zurück. Der "Bild"-Zeitung zufolge sagte der CDU-Politiker: "Polizisten und Beamte von Bund und Ländern sorgen überall für eine ordentliche Kontrolle." Dennoch werde auch am Beispiel München überprüft, was verbessert werden könne. "Unsere Sicherheitsmaßnahmen sind im internationalen Vergleich auf einem sehr hohen Niveau", betonte der Minister, ergänzte aber: "Doch eine hundertprozentige Sicherheit wird es auch hier wie im sonstigen Leben nicht geben."

CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach wies die Kritik an der Qualifizierung und Bezahlung des Sicherheitspersonals an deutschen Flughäfen zurück. Der von der Gewerkschaft der Polizei erweckte "Eindruck, es würden nur Billigstkräfte abgefischt", sei "völlig falsch", sagte Bosbach der "Frankfurter Rundschau". Nach seinen Angaben kommen an den Airports nur zertifizierte Sicherheitsfirmen zum Einsatz, "und solche, die Tariflöhne zahlen". Die Ausbildung sei staatlich vorgeschrieben, außerdem unterstünden die Mitarbeiter vor Ort der "permanenten Kontrolle der Bundespolizei".

"In Frankfurt hätten wir genauso gehandelt"

Die Linke im Bundestag will dagegen die massive Privatisierung der Sicherheitsdienste an deutschen Airports zum Thema machen. Innenexperte Jan Korte sagte der Zeitung, der Anteil von zehn Prozent Bundespolizisten beim Sicherheitspersonal sei zu gering: "Die Quote muss erhöht werden." Die Entlohnung müsse den hohen Sicherheitsanforderungen entsprechen und sich "an die Beamtenbezahlung anlehnen".

Der Chef des größten deutschen Flughafens in Frankfurt am Main, Stefan Schulte, macht sich für die Einführung von Körperscannern stark. "Wir sollten neue Technologien verwenden und Körperscanner einführen", sagte Schulte der "Süddeutschen Zeitung" zufolge. Probleme in Sachen Persönlichkeitsrechte sehe er nicht. "Ist es nicht ein viel größerer Eingriff, wenn man am ganzen Körper abgetastet werden muss?" Die Technologie sei so weit fortgeschritten, dass die Mitarbeiter kein konkretes Abbild der Menschen sähen, betonte der Fraport-Chef.

Die durchschnittliche Zeit für die Personenkontrolle könnte sich mit Scannern auf 20 Sekunden verringern, sagte Schulte. Der Fraport-Chef erklärte, es habe sich in München nicht um eine Sicherheitslücke gehandelt, sondern um einen Einzelfall. "Anschließend hat man in München richtig reagiert und das Terminal geräumt. In Frankfurt hätten wir genauso gehandelt."

ffr/apn/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 19 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
23.01.2010 von Diomedes: Mit Kanonen auf Spatzen geschossen…

Es ist vollkommen lächerlich zu glauben, mit immer ausgefeilteren Sicherheitstechnologien könne man sich vor den zunehmenden Gewalttaten der mohammedanischen Eiferer schützen; zum einen gibt es keine völlige Sicherheit und zum [...] mehr...

23.01.2010 von sanko1212: Schluß mit dem Ausverkauf unserer Unversehrtheit!

Noch einmal ein herzliches Dankeschön an Horst Köhler, der das Gesetz über die Privatisierung der Flugsicherheit nicht unterschrieben hat. Daran sollte sich Frau Bundeskanzlerin messen und nicht zulassen, dass das Sparen bei [...] mehr...

22.01.2010 von quadraginti: Spd

Als SPD-Sympathisant will ich das aber garnicht .... mehr...

22.01.2010 von quadraginti: Stimmig

Wenn die Sprache nicht mehr stimmt, dann ist das Gesagte nicht das Gemeinte und das Gemeinte nicht das Gesagte. Toll ! mehr...

22.01.2010 von BardinoNino: Na, sehen Sie es doch mal so:

Wenigstens von "denen" werden Sie für einen Manager-Typen gehalten. mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland
alles zum Thema München

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Terminal 2 des Münchner Flughafens: Ebene 4 war gesperrt - vor den Eingängen sind die Sicherheitskontrollen (türkis eingefärbt)Zur Großansicht
Münchener Flughafen

Terminal 2 des Münchner Flughafens: Ebene 4 war gesperrt - vor den Eingängen sind die Sicherheitskontrollen (türkis eingefärbt)






TOP



TOP