Berlin - Die Bergung der radioaktiven Abfälle aus dem einsturzgefährdeten Atommülllager Asse in Niedersachsen würde nach heutigen Schätzungen 3,7 Milliarden Euro kosten. Darauf verwies Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Mittwoch im Umweltausschuss des Bundestages, wie der Parlamentspressedienst mitteilte. Demnach bekräftigte er zudem die favorisierte "Rückholung der Abfälle" als "beste Lösung" hinsichtlich der Langzeitsicherheit. Es gebe zwar noch keine endgültige Entscheidung; auf die Frage nach der Dauer einer Rückholung nannte Röttgen jedoch das Jahr 2020. Bis dahin sei die Standfestigkeit der Anlage angesetzt.
Das zuständige Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) will die mehr als 126.000 Fässer mit dem Abfall so schnell wie möglich aus der maroden Grube herausholen lassen. Auf Nachfragen der Grünen sprach sich der Minister für eine Kostenbeteiligung der Energieversorgungsunternehmen aus. Sie haben nach Angaben von Fachleuten lange Zeit als Forschungsabfälle deklarierte radioaktive Frachten in der alten Schachtanlage eingelagert, sind allerdings Röttgen zufolge rechtlich nicht haftbar. Es gebe aber eine "politische Dimension" dieser Frage, die er als "Verursacherprinzip" bezeichnete.
Auch bei der "Rückholung" gebe es noch offene Problempunkte. Dazu gehörten der Zustand der Einlagerungskammern und Abfallgebinde und das radiologische und chemotoxische Inventar. Bei Vollverfüllung der Anlage mit Beton sei unter Umständen ein Nachweis der Langzeitsicherheit schwierig. Die BfS hatte als dritte Alternative eine Umlagerung innerhalb der Anlage untersucht, sich dann aber für die Bergung entschieden. Im Gespräch war eine Verlagerung der toxischen Fracht zum Schacht Konrad, wogegen sich jetzt aber der Rat der Stadt Salzgitter aussprach.
Wichtig sei, sich fair gegenüber den Anwohnern zu verhalten, meinte Röttgen laut "heute im bundestag" (hib). "Offenheit und Transparenz gegenüber der Bevölkerung gehört zu den zwingenden Voraussetzungen, mit diesem Thema umzugehen." Die CDU betonte, dass es einen nationalen Konsens für die Endlagerung geben müsse. Die SPD forderte für die Asse ein neues Planfeststellungsverfahren.
Für die ersten Untersuchungen in Puncto Asse seien zunächst 75 Millionen Euro vorgesehen, wie Umweltstaatssekretärin Katherina Reiche (CDU) mitteilte.
can/dpa/AFP
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Die Auswahl eines Endlagers: Hier müßte man einmal ganz grundsätzlich fragen, welcher Meisterdenker dieses Endlager überhaupt ersonnen hat: Jeder Kind müßte wissen, dass stillgelegte Bergwerke unweigerlich überflutet werden und [...] mehr...
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wenn man das nicht rausholt sind wir alle in wenigen wochen tot! mehr...
Wir haben die Kernenergie so gewollt, jetzt sollten wir uns auch mit dieser abfinden. Asse wird gesperrt, die Umgebung auch. Allzu schlimm wird es nicht kommen und wir benötigen ein Mahnmal, das noch tickt... Die preiswerteste [...] mehr...
Was passiert denn, wenn man alles so lässt, wie es ist, sprich die 3,7 Milliarden eure nicht ausgibt und die Fässer unter der Erde bleiben. Sind die Folgen dann so verherend, dass man sie nicht durch weniger Mittel beheben könnte [...] mehr...
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