ThemaDie LinkeRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
01.02.2010
 

Parteivorsitz

Bayerischer Linken-Chef warnt vor Klaus Ernst

Klaus Ernst: Im eigenen Landesverband umstrittenZur Großansicht
ddp

Klaus Ernst: Im eigenen Landesverband umstritten

Die Kandidatur des bayerischen Linken Klaus Ernst für den Bundesvorsitz spaltet seinen eigenen Landesverband. Der dortige Landeschef hat einen Brandbrief gegen den designierten Nachfolger Oskar Lafontaines verfasst. Seine Mitvorsitzende will ihr Amt hinwerfen.

München - Es geht hoch her im südlichsten Landesverband der Linken. Die Führungsspitze ist in zwei Lager geteilt: pro Klaus Ernst und contra Klaus Ernst. Und beide kämpfen mit harten Bandagen. Landeschef Franc Zegna hat in einem offenen Brief an die Parteimitglieder vor der Wahl Ernsts zum Lafontaine-Nachfolger gewarnt. "Er spaltet vor Ort, grenzt aus und versucht gutsherrlich, den Landesverband zu beherrschen. Somit ist er definitiv nicht als Bundesvorsitzender der Partei geeignet." Die Linke dürfe "sich nicht dem Willen einiger weniger Macht- und Karrieresüchtiger beugen".

Zegnas Mitvorsitzende Eva Bulling-Schröter warf daraufhin die Brocken hin. Sie kündigte am Montag an, bei einem außerordentlichen Landesparteitag nicht mehr zu kandidieren. Die Karrierismusvorwürfe Zegnas gegen Ernst und sie selbst wies sie als absurd zurück. "Wir brauchen einen Neuanfang. Ich kandidiere nicht mehr."

Bulling-Schröter sagte, die Linken-Landessprecher hätten in Berlin einen Kompromiss ausgehandelt. Natürlich polarisiere Ernst hin und wieder, "nicht jeder ist mit jedem einverstanden, das ist so. Aber das Tableau ist tragfähig". Sie spreche für die Mehrheit der bayerischen Linken, fügte sie hinzu.

Kritiker wegen Tippfehler nicht eingeladen

Zegna hatte an der entscheidenden Sitzung in Berlin nicht teilgenommen - anders als Bulling-Schröter. Sie erklärte das am Montag mit einem Tippfehler. Das sei nur auf eine falsche Schreibweise seines Vornamens beim E-Mail-Versand der Einladungen zurückzuführen und keine böse Absicht gewesen, beteuerte sie.

Zegna rief dagegen zum "Kampf gegen undemokratischen Zentralismus und prinzipienlosen Karrierismus in der Partei" auf. Er kritisierte, dass unliebsame Meinungen nicht einmal eingeladen und angehört würden. "Das ist undemokratisch und verwerflich." Bulling-Schröter nannte Zegnas Vorwürfe absurd.

Sie sei seit 20 Jahren im Landesvorstand und zehn Jahre Landeschefin gewesen, auch als die damalige PDS nicht im Bundestag gewesen sei. Sie erwarte, dass ein außerordentlicher Landesparteitag der bayerischen Linken einberufen werde. Der Termin stehe noch nicht fest. Weil die Partei einen Neuanfang brauche und sie sich auf ihre neue Aufgabe als Vorsitzende des Bundestagsumweltausschusses konzentrieren wolle, werde sie nicht mehr für das Spitzenamt antreten.

ler/apn

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 826 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
16.05.2010 von sysop:

Liebe Forums-Teilnehmer, bitte diskutieren Sie die Frage nach der Zukunft der Linken in unserem aktuellen Forum 'Was wird aus "Der Linken" ohne Oskar Lafontaine?'. Sie finden es unter der URL [...] mehr...

16.05.2010 von Spessartplato:

Die Phantasien von Marx und Engels und die Phantasien von Ackermann und Gottes-Handwerker Blankfein könnten sich in der Mitte treffen. Dazu benötigte man aber intelligente und vor allem ehrliche und charaktervolle [...] mehr...

16.05.2010 von profprom:

Werter Herr Rudnick, leider haben Sie Recht. Menschen sind korrumpierbar. Bei der Vorstellung, dass ein vielfacher Milliardär jedes Mitglied des Bundestags mit einer Million bedenken kann, ohne an die Substanz seines [...] mehr...

16.05.2010 von e.schw: O.LAFs Rettungsringe...

Im weiteren Verlauf der Weltwirtschaftskrise halte ich bislang für nicht mehr möglich gehaltene Szenarien denkbar. Die Staaten der Europäischen Union könnten sich wegen der Verteilung der Hilfen für Not leidende Mitgliedstaaten [...] mehr...

16.05.2010 von Spessartplato:

Überlegen Sie mal scharf! Wer sind denn mehrheitlich die Einzahler ins Sozialsystem? Diejenigen, die zuviel haben oder die sowieso zu wenig haben? Sie kennen die statistische Vermögensverteilung in unserem Land? Sie wissen [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland
alles zum Thema Die Linke

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Die Linke - Aufstieg und Krise

Gründung

dpa
16. Juni 2007: Die Linke entsteht auf dem Gründungsparteitag in Berlin. Die ostdeutsche Linkspartei.PDS verschmilzt mit der westdeutschen Wahlalternative Arbeit & Soziale Gerechtigkeit (WASG), die auch aus Politikern besteht, die von der SPD enttäuscht sind. Gleichberechtigte Vorsitzende werden Oskar Lafontaine von der WASG und Lothar Bisky von der PDS.

Erste Erfolge

Einzug in zahlreiche Landtage

Feier nach der Bundestagswahl

Verzicht auf Fraktionsvorsitz

Rot-Rot in Brandenburg

Krebserkrankung Lafontaines

Machtkampf in der Linken

Bundesgeschäftsführer räumt Posten

Lafontaines Rückzug

Neue Doppelspitze

Ermittlungen gegen Ernst

Ärger um Bezüge

Lötzsch und der Kommunismus

Wahlpleiten im Südwesten

Gysi spekuliert über Lafontaine-Rückkehr

Basis rebelliert gegen Parteichefs

Lötzsch warnt vor Selbstzerstörung

Streit mit Zentralrat der Juden

Glückwunschschreiben an Fidel Castro

Ruf nach Lafontaine






TOP



TOP