Bad Bramstedt - Es war eine Routinekontrolle in einem Nachtzug. Per Zufall entdeckten Bundespolizisten in Schleswig Holstein einen mutmaßlichen Flugzeugentführer - nach dem mit internationalem Haftbefehl gefahndet wird.
Die Beamten griffen den Türken während der Fahrt des aus Kopenhagen kommenden "City Night Liners 443" in Höhe Neumünster auf, weil er sich lediglich mit einem im Ausland ungültigen italienischen Dokument ausweisen konnte. Wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise nahmen die Beamten den Mann mit auf die Dienststelle. Dort stellte sich heraus, dass er international gesucht wird.
Der 31-Jährige soll 2006 eine Maschine der Turkish Airlines auf einem Flug von der albanischen Hauptstadt Tirana nach Istanbul entführt haben. Der mit 113 Passagieren besetzte Flieger war aber von italienischen Kampfjets abgefangen und zur Landung auf dem Flughafen von Brindisi in Italien gezwungen worden, wo die Geiselnahme unblutig endete. Damaligen Berichten zufolge sollte der Mann mit dem Linienflug in seine türkische Heimat abgeschoben werden, aus der er als Kriegsdienstverweigerer nach Albanien geflohen war. Dort hätte ihm eine Haftstrafe gedroht, was er offenbar vermeiden wollte.
Nach Angaben der Bundespolizei war der Mann von albanischen Behörden wegen der Flugzeugentführung 2008 zur Fahndung ausgeschrieben worden. Unter welchen Umständen er nach seiner damaligen Festnahme in Italien lebte und wie er später anscheinend untertauchen konnte, war am Mittwoch zunächst nicht bekannt.
kgp/dpa/ddp/AFP
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