ThemaRechtsextremismusRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
05.02.2010
 

Versammlungsfreiheit

Gericht erlaubt Nazi-Demo durch Dresden

Plakat nahe der Frauenkirche: Dresden erwartet rund 6000 NeonazisZur Großansicht
dpa

Plakat nahe der Frauenkirche: Dresden erwartet rund 6000 Neonazis

Mehrere tausend Rechtsextreme dürfen am 13. Februar durch Dresden marschieren. Das hat das Verwaltungsgericht Dresden entschieden. Es erklärte damit ein Verbot der Stadtverwaltung für unwirksam. Die Richter sahen die vom Grundgesetz geschützte Versammlungsfreiheit gefährdet.

Dresden - So, wie es aussieht, werden am 13. Februar wie geplant massenhaft Neonazis durch Dresden marschieren. Entsprechend entschied das Verwaltungsgericht der Stadt am Freitag. Damit gaben die Richter einem Antrag der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes statt. Die Stadtverwaltung hatte den Rechtsextremen am Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg lediglich eine "stationäre Kundgebung" zugebilligt und dies mit möglichen Ausschreitungen begründet. Die Stadt hatte die Einschränkung vor allem mit dem notwendigen Polizeischutz begründet. Das Verfassungsgericht argumentierte hingegen, es sei nicht anzunehmen, dass die Polizei personell oder organisatorisch nicht in der Lage sein werde, den Aufzug vor Störungen durch Gegendemonstranten zu sichern.

Nach Ansicht der Verwaltungsrichter verstößt die Beschränkung gegen die Versammlungsfreiheit. Mit seinem Beschluss berief sich das Verwaltungsgericht Dresden auf die langjährige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Demonstrationsrecht.

Gegen den Beschluss legte die Stadt Dresden umgehend Widerspruch ein. "Wir sind auch weiterhin der Überzeugung, dass Aufzüge von Extremisten an diesem Wochenende nicht zu verantworten sind", teilte Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) am Freitag nach Bekanntgabe des Urteils mit.

Am 13. Februar werden in Dresden mehr als 6000 Neonazis und mehrere tausend Gegendemonstranten erwartet. Damit deutet sich das gleiche Szenario wie in den Vorjahren an.

Dresden gleicht am Jahrestag der alliierten Luftangriffe vom 13./14. Februar 1945 einer Festung. Zuletzt marschierten Neonazis aus mehreren Ländern Europas auf. Die Rechtsextremen nutzen das Datum für ihre Zwecke. Sie geißeln die Bombardements als "Kriegsverbrechen" und stellen keinerlei Bezüge zur deutschen Kriegsschuld her. Dagegen richtet sich massenhafter Protest von Bürgern, Gewerkschaften und Parteien. Aber auch gewaltbereite Linksextreme werden von dem Ereignis angelockt.

Bei den Luftangriffen britischer und amerikanischer Bomber vor 65 Jahren auf Dresden waren rund 25.000 Menschen ums Leben gekommen.

ler/dpa/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 122 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
12.02.2010 von Diomedes: Etwas mehr Pietät, wenn man bitten darf…

Es wäre zu wünschen, wenn solche Orte und Gedenktage vom politischen Lärm der Gegenwart ausgenommen werden könnten; denn es ist reichlich unappetitlich, wenn die Nachgeborenen der Autobahnenzeit und deren wesensgleiche [...] mehr...

08.02.2010 von Querkopf58: Nazi----Wer?

Ich, aus dem Osten, während der Wende mitgeholfen die SPD in unserer Region auf die Sprünge zu helfen (was ich heute nicht mehr tun würde),halte mich nicht für rechts oder für einen Nazi. Aber: Man muß zur Kenntnis nehmen, daß [...] mehr...

08.02.2010 von gelegentlicher Leser: Ein Schuft, wer Böses denkt

Warum müssen Sie sich es erst kaufen, wo Sie es doch anscheinend bereits gelesen haben? Oder wollten Sie einfach mal so mitreden... :-) mehr...

08.02.2010 von ...ergo sum: ...

Ganz einfach, - machen Sie eine Selbstprobe indem Sie sich per Maskenbildner mal ein wenig auf südländisch oder anders "trimmen" lassen und laufen Sie dann genüßlich z.B. durch Wurzen. Versuchen Sie dann dort Essen zu [...] mehr...

08.02.2010 von Papa_Oystein: .

Ich werde mir dieses Buch sofort kaufen, wenn es aufgelegt wird. Ich finde, nur wer Ahnung hat, kann mitreden. In Mein Kampf kann man prima nachlesen, was Hitler von Anfang an vor hatte mit Polen, Russen und Juden. Nämlich [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland
alles zum Thema Rechtsextremismus

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Verwandte Themen







TOP



TOP