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06.02.2010
 

Atomstreit

Westerwelle zweifelt an Irans Einigungswillen

Außenminister Westerwelle auf der Sicherheitskonferenz: "Unsere Hand greift ins Leere"Zur Großansicht
ddp

Außenminister Westerwelle auf der Sicherheitskonferenz: "Unsere Hand greift ins Leere"

Misstrauisch beäugt der Westen die jüngsten iranischen Annäherungsversuche im Atomstreit. Außenminister Westerwelle forderte von der Regierung in Teheran, ihren Worten auch Taten folgen zu lassen. Die USA drohen bereits mit weiteren Sanktionen.

Berlin - Meint es Iran diesmal wirklich ernst? Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zweifelt am Willen Irans, im Atomstreit mit dem Westen tatsächlich einlenken zu wollen. "Unsere Hand bleibt ausgestreckt, aber bisher greift sie ins Leere", sagte Westerwelle am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Auch nach der Rede des iranischen Außenministers Manutschehr Mottaki in München am Freitag könne er "bedauerlicherweise zu keiner anderen Einschätzung kommen".

Die jüngsten Zugeständnisse Irans reichen Westerwelle nicht aus. Er sagte, "wenn es wirklich einen neuen Ansatz zur Zusammenarbeit geben sollte, dann müssen den Worten aus Iran konkrete Taten folgen". Solch ein vertrauensbildender Schritt wäre eine Einigung Teherans mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über den Teheraner Forschungsreaktor. "Es wäre aber kein Ersatz für Verhandlungen, um den zivilen Charakter des iranischen Atomprogramms sicherzustellen", betonte der Außenminister.

Iran hatte zuletzt die Bereitschaft signalisiert, schwach angereichertes Uran zur Weiterverarbeitung ins Ausland zu schicken. Damit war er von der bisherigen Bedingung abgerückt, das Material nur im eigenen Land gegen Kernbrennstoff direkt auszutauschen. Die Ausfuhr von Uran zur Weiterverarbeitung in Russland und Frankreich war ein wesentlicher Bestandteil des jüngsten Kompromissvorschlags der IAEA.

Mottaki hatte am Freitagabend in München gesagt, er denke, eine endgültige Vereinbarung zum iranischen Atomprogramm und zur Anreicherung des Urans im Ausland sei bald möglich. Wie zuvor auch Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ließ er aber offen, wie solch eine Einigung genau aussehen könnte. Mottaki knüpfte den Handel erneut an Bedingungen: Zeitplan, Ort und Menge für den Uran-Austausch müssten von Iran bestimmt werden, betonte er. Mottaki will im Laufe des Tages am Rande der Sicherheitskonferenz mit IAEA-Chef Yukiya Amano zusammenkommen, um über den Austauschvorschlag zu beraten.

Der Westen wirft Iran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms Kernwaffen bauen zu wollen. Deutschland bemüht sich zusammen mit den fünf Uno-Vetomächten Russland, China, Frankreich, Großbritannien und den USA um eine Lösung des Atomkonflikts.

Die USA gaben sich von Mottakis Annäherungsversuchen unbeeindruckt. "Teheran muss seinen Pflichten nachkommen oder sich auf weitere Sanktionen einstellen", drohte der Nationale Sicherheitsberater der US-Regierung, James Jones. Die Tür für eine diplomatische Lösung des Konflikts stehe trotz des rätselhaften Verhaltens der iranischen Führung weiter offen. Iran müsse jedoch mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten.

Auch die außenpolitische Repräsentantin der Europäischen Union, Catherine Ashton, sprach sich für größeren Druck auf Iran aus. "Wir müssen klare Maßnahmen ergreifen gegen diejenigen, die Abmachungen nicht einhalten", sagte Ashton auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

Sie sei froh, dass Mottaki zur Konferenz gekommen sei, und sie stimme dem chinesischen Außenminister Yang Jiechei zu, dass die Möglichkeiten für den Dialog noch nicht völlig ausgeschöpft seien. "Aber zum Dialog gehören immer zwei", sagte Ashton. Iran müsse jetzt zeigen, dass sein Atomprogramm friedlich sei, und auf die Vorschläge der IAEA in Wien antworten. Vertrauensbildende Maßnahmen seien dringend notwendig.

phw/Reuters/ddp/AFP

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23.02.2010 von Michael Schnarch:

Das Geschäft wird derzeit nicht realisiert. Weder steht die Finanzierung noch will Österreich Konflikte mit den USA. mehr...

23.02.2010 von thesprotios: USA neue Fronten für den Weltfrieden

Das szenario ist schon längst auf Papier gedruckt meine Damen und Herren mit einem Militär Schlag der USA is in den Kommenden Jahren zu rechnen deshalb beeilt sich Iran mit der anreicherung der gantze Prozess geht darauf hinaus.. [...] mehr...

23.02.2010 von guylux: Österreich

Aber , aber , Herr Schnarch , das ist doch Peanuts gegenüber dem Riesenprojekt Österreichs ( 22 Billionen Euro ) mit dem Iran zwecks Öl-und Gasförderung . mehr...

23.02.2010 von Michael Schnarch:

Wer auf dem Misthaufen der eigenen unsäglich furchtbaren Geschichte sitzt, sollte bei der Beurteilung der Geschichte anderer Völker weniger arrogant sein. mehr...

23.02.2010 von Ben Yona Franklin:

Obama hat es verstanden ; es gibt nur eine Alternative fuer seine Presidentschaft.... "The United States warned Iran on Tuesday that "time and patience is running out" with its nuclear program, saying Tehran had [...] mehr...

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Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

Geschichte

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Nahost

Personen

Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung







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