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07.02.2010
 

Atomstreit

Irans Uranpläne empören den Westen

Irans Präsident Ahmadinedschad: Auftrag zur Anreicherung von UranZur Großansicht
REUTERS

Irans Präsident Ahmadinedschad: Auftrag zur Anreicherung von Uran

Im Atomstreit setzt Iran auf Provokation statt auf Kompromisse: Präsident Ahmadinedschad hat die Produktion von hochangereichertem Uran angekündigt - der Westen ist entsetzt. Teheran schlage die "ausgestreckte Hand" weg, wettert Verteidigungsminister Guttenberg.

München/Teheran - Die jüngste Provokation Irans wurde vom Staatsfernsehen übermittelt: Präsident Mahmud Ahmadinedschad kündigte im TV die Anreicherung von Uran an: "So Gott will wird die 20-Prozent-Anreicherung beginnen", um Irans Bedarf zu decken.

Bei einem Treffen mit dem Chef der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, sagte er am Sonntag weiter: "Herr Salehi, beginnen Sie die Produktion von 20 Prozent" angereichertem Uran.

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) reagierte erbost auf die Ankündigung des iranischen Präsidenten. Dies zeige, dass die ausgestreckte Hand des Westens von Iran "nicht nur nicht ergriffen, sondern weggeschlagen wird", sagte Guttenberg am Sonntag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Iran habe lang genug ein "Schauspiel" aufgeführt. Nun sei der Uno-Sicherheitsrat gefragt, darauf zu reagieren. Dabei könne es auch sein, "dass die Sanktionsschraube angezogen werden muss".

Guttenberg appellierte an Russland und China, sich notwendigen Maßnahmen im Uno-Gremium nicht zu verweigern. Iran müsse "deutlich gemacht werde, dass die Geduld nun wirklich am Ende ist", sagte der CSU-Politiker.

Der Leiter der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sagte zu Ahmadinedschads Ankündigung: "Ich interpretiere das als eine Drohung." Damit mache Iran einen Schritt weg von einer Lösung des Streits über das Atomprogramm des Landes auf dem Verhandlungsweg.

"Größte Bedrohung" für die internationale Sicherheit

US-Verteidigungsminister Robert Gates forderte die internationale Gemeinschaft am Sonntag zu mehr Härte auf. Die Welt müsse "gemeinsam Stellung beziehen, um Druck auf die iranische Regierung auszuüben", sagte Gates in Rom. Teheran habe "zahlreiche Gelegenheiten" gehabt, sein Atomprogramm transparent zu machen. Der Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, General James Jones, sagte in München, die iranischen Atompläne seien die derzeit "größte Bedrohung" für die internationale Sicherheit.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow betonte das Recht Irans auf ein friedliches Atomprogramm. Allerdings müsse Iran "einige Fragen" der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) "klar beantworten", sagte Lawrow. Es sei "absolut inakzeptabel", dass ein weiteres Land in den Besitz von Atomwaffen komme.

Irans Außenminister Manutschehr Mottaki hatte am Samstag auf der Sicherheitskonferenz in München Bedingungen gestellt, aber auf konkrete Vorschläge für ein Treffen zu Verhandlungen verzichtet - und damit Vertreter des Westens enttäuscht.

Die Sorge des Westens vor iranischen Atomwaffen

Die IAEA hatte Iran im Oktober vorgeschlagen, Uran mit niedrigem Anreicherungsgrad nach Frankreich und Russland zu exportieren. Dort sollte das Material stärker angereichert und dann nach Iran zurückgeliefert werden. Anders als der Westen will Iran dagegen einen zeitgleichen Austausch seines niedrig angereicherten Urans gegen höher angereichertes Material auf iranischem Boden vollziehen.

Das auf 20 Prozent angereicherte Uran will Iran für seinen Forschungsreaktor in Teheran nutzen, der unter anderem für medizinische Zwecke genutzt wird. Um Uran waffenfähig zu machen, ist ein Anreicherungsgrad von rund 90 Prozent nötig. Der Westen verdächtigt Iran, heimlich an Atomwaffen zu bauen. Teheran betont dagegen den rein zivilen Charakter seines Atomprogramms.

Mottakis kurzfristige Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz hatte Hoffnungen auf ein mögliches Einlenken Teherans geweckt, nachdem Ahmadinedschad wenige Tage zuvor bereits gesagt hatte, sein Land habe "kein Problem" mit Anreicherung von iranischem Uran im Ausland.

hen/dpa/ddp/AFP

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Das Geschäft wird derzeit nicht realisiert. Weder steht die Finanzierung noch will Österreich Konflikte mit den USA. mehr...

23.02.2010 von thesprotios: USA neue Fronten für den Weltfrieden

Das szenario ist schon längst auf Papier gedruckt meine Damen und Herren mit einem Militär Schlag der USA is in den Kommenden Jahren zu rechnen deshalb beeilt sich Iran mit der anreicherung der gantze Prozess geht darauf hinaus.. [...] mehr...

23.02.2010 von guylux: Österreich

Aber , aber , Herr Schnarch , das ist doch Peanuts gegenüber dem Riesenprojekt Österreichs ( 22 Billionen Euro ) mit dem Iran zwecks Öl-und Gasförderung . mehr...

23.02.2010 von Michael Schnarch:

Wer auf dem Misthaufen der eigenen unsäglich furchtbaren Geschichte sitzt, sollte bei der Beurteilung der Geschichte anderer Völker weniger arrogant sein. mehr...

23.02.2010 von Ben Yona Franklin:

Obama hat es verstanden ; es gibt nur eine Alternative fuer seine Presidentschaft.... "The United States warned Iran on Tuesday that "time and patience is running out" with its nuclear program, saying Tehran had [...] mehr...

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Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

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Nahost

Personen

Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung







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