Berlin - Die Regierung hat sich beim Kita-Ausbau viel vorgenommen. Ab 2013 haben Eltern von Kindern unter drei Jahren laut Gesetz einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Doch es fehlt an Personal. Denn nach einer neuen Prognose der Bundesregierung werden bis dahin noch bis zu 40.000 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher gebraucht.
"Mit aktuellem Datenbestand geht die Bundesregierung davon aus, dass zunächst bis zum Jahr 2013 ein zusätzlicher Bedarf von rund 35.000 bis 40.000 Vollzeitstellen in Tageseinrichtungen und von rund 25.000 Tagespflegepersonen besteht", schreibt das Bundesfamilienministerium auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion. "Um das übergreifende Ziel des Betreuungsausbaus bis 2013 zu erreichen, ist die Rekrutierung und Qualifizierung von Fachpersonal von entscheidender Bedeutung", hieß es weiter.
In einem ersten Schritt wolle die Regierung das Potential derjenigen Erzieher erschließen, die derzeit nicht in ihrem Beruf arbeiten. Zudem ist eine Imagekampagne geplant - denn geringe Bezahlung und schlechtes Image schrecken Berufsbewerber ab. Entscheidend sei, das Berufsbild "durch bessere Rahmenbedingungen aufzuwerten und für eine höhere gesellschaftliche Anerkennung zu sorgen", schrieb das Ministerium.
Angestrebt werde "eine gemeinsame Initiative mit den Ländern, Berufsfachverbänden und Gewerkschaften, um für den Erzieherberuf zu werben." Auch für Männer und Quereinsteiger solle der Beruf attraktiver gemacht werden. An Fachhochschulen sollen zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden.
SPD fordert schnelles Konzept
Trotz finanzieller und personeller Engpässe wolle die Regierung ihre Ziele einhalten und bis 2013 rund 750.000 zusätzliche Kita-Plätze schaffen, versicherte das Ministerium. "Die Bundesregierung steht zu diesen Vereinbarungen."
Die SPD forderte von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder schnell ein Konzept, um beim Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung gegenzusteuern. Die SPD-Familienpolitikerin Caren Marks kritisierte, die Regierung lege keine konkreten Maßnahmen zur Förderung von mehr Nachwuchs in diesem Berufsfeld vor, "sondern benennt nur vage Ankündigungen und Prüfaufträge".
mmq/ddp/apn
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