Von Barbara Schmid
Düsseldorf/Berlin - Eine einseitige Anzeige im SPD-Zentralorgan "Vorwärts" kostet 18.000 Euro. Gute Kunden der Zeitung bekommen einen ganz besonderen Service geboten: Kaminabende mit hochrangigen Vertretern der SPD. Die Gespräche finden bis zu zwölfmal im Jahr statt, im noblem Brandenburger Hof in Berlin etwa, bei einem festlichen Essen und guten Weinen. 20 bis 25 Gäste kommen zu den Treffen und sie haben auch Gelegenheit zu vertraulichen Gesprächen am Rande der Veranstaltung. Sponsoren können sich mit bis zu 5000 Euro an einem solchen Abend beteiligen.
Der "Vorwärts"-Verlag lädt dazu ein. Ehrengäste und Redner sind die Granden der SPD. Egon Bahr hat da schon gesprochen, der frühere SPD-Generalsekretär Hubertus Heil war öfter dabei, auch Peer Steinbrück, als er noch Finanzminister war und Peter Struck, zuletzt Fraktionsvorsitzender. "Vorwärts"-Geschäftsführer Guido Schmitz hat gegenüber SPIEGEL ONLINE die Termine inzwischen bestätigt. Für die kommenden Runden würde derzeit bei Andrea Nahles und anderen angefragt.
Bei den Abenden handele es sich um ein "ganz normales Kundenbindungsinstrument", erklärt Schmitz, "eine Gegenleistung wird nicht erwartet." Ein regelmäßiger Teilnehmer solcher Kamingespräche hat das anders erlebt: "Man wird nur eingeladen, wenn man etwas geleistet hat." Der Mann ist Lobbyist, langjähriger Verbandsgeschäftsführer und bittet mit Rücksicht auf seine Freunde in der SPD seinen Namen nicht zu nennen.
Vor gut zehn Jahren meldete sich ein Vertreter des "Vorwärts" bei ihm, ob er Interesse an einem Gespräch habe. Bei anschließendem Besuch des Verlagsmannes wurde über Anzeigen geredet und die Möglichkeit an Kaminabenden teilzunehmen. Ein Angebot, dass der Lobbyist gerne annahm.
Später wurden dann noch Anzeigen im Kommunalpolitischen Handbuch offeriert, für 10.000 Euro. Auch das hat er gemacht, zudem bekam er bald einen Mengenrabatt von bis zu 20 Prozent eingeräumt. Die Kontakte aus den Kaminabenden hätten ihm gute Dienste als Türöffner geleistet: "Man war Teil eines Geflechts, bekam sofort wichtige Obleute und Ausschussvertreter zum Gespräch."
Die SPD allerdings widerspricht vehement der Behauptung, sie vermarkte Politiker. Die Kamingespräche seien einzig eine Veranstaltung des "Vorwärts", erklärte Tobias Dünow, Sprecher des SPD-Parteivorstands, und fügte hinzu: "Der Vorwärts ist keine Geldwaschanlage für die SPD".
Der "Vorwärts" ist ein eigenständiger Verlag, der allerdings zur DDVG-Holding der SPD gehört.
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Ihr Vergleich hinkt! In den USA gilt ein ganz anderes Wahlsystem. Dies mit unserem zu vergleichen kommt noch nicht im Entferntesten dem Vergleich mit besagten Äpfeln und Birnen gleich. Und ich möchte das US-Wahlsystem hier nicht [...] mehr...
Ist es nicht! Es ist beides verwerflich und zeigt die Verkommenheit der politischen Landschaft, ganz gleich, aus welcher Richtung! SPD und CDU verbindet, dass ihr die Wähler davon laufen und in Ermangelung geeigneter [...] mehr...
Hatte mich schon gewundert, warum die SPD mit einer solchen Steilvorlage von der Rüttgers-CDU nichts anfangen kann! Sind denn unsere Politiker alle bekloppt? Ich würde wetten, am Wahlabend jammern dann alle wieder über die [...] mehr...
Für Obama war das Sponsering selbstverständlich.Und ganz Deutschland jubelte ihm zu. mehr...
Wieso wird hier davon ausgegangen, die SPD böte keine Regierungsmitglieder zum Kamingespräch an? Ich will hier niemandem Demenz vorwerfen, allenfalls Realitätsverdrängung, aber: als z.B Herr Steinbrück 'verkauft' wurde war er [...] mehr...
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