Berlin - Das Ergebnis der vertraulichen Untersuchung von Experten des Heeres klingt vernichtend: "Wann immer möglich, sind alternative Luftfahrzeuge zu nutzen", zitiert die "Bild"-Zeitung aus dem 103-seitigen Bericht über den neuen Mehrzweckhubschrauber NH 90.
122 dieser Hubschrauber will die Bundeswehr für insgesamt 4,6 Milliarden Euro anschaffen, aber der Helikopter weist offenbar erhebliche Mängel auf.
Die Experten haben der Zeitung zufolge unter anderem kritisiert, dass der Helikopter über zu wenig Bodenfreiheit verfüge. Soldaten könnten daher nur ein- und aussteigen, wenn der NH 90 auf befestigtem Untergrund stehe und es dort keine Hindernisse gebe, die höher als 16 Zentimeter sind. Die Sitze könnten nur Soldaten tragen, die mit Ausstattung 110 Kilogramm wiegen - allerdings wiege allein die Ausrüstung 25 Kilogramm. Außerdem sei die Maschine so eng, dass eine Infanteriegruppe mit Gepäck für 24 Stunden nur hineinpasse, wenn sie Sturmgewehre, Panzerfäuste und Gepäck ungesichert auf den Boden lege. Der Boden wiederum sei so empfindlich, dass er schon durch schmutzige Kampfstiefel beschädigt werde.
Wegen der Enge fanden es die Experten zudem "unzweckmäßig", am NH 90 ein Maschinengewehr für den Bordschützen anzubringen. Das bedeutet, dass der Hubschrauber bei einer Landung in der Kampfzone von anderen Kräften gesichert werden muss. Schwere Waffen wie Stinger-Raketen kann der NH 90 nicht transportieren, weil er keine Gurte zum Festzurren hat. Für das schnelle Abseilen von Soldaten, wie es etwa das Kommando Spezialkräfte (KSK) bei Einsätzen praktiziert, wurde der Helikopter nicht zugelassen, weil er nur über eine Winde verfügt, die zudem noch so schwach ist, dass sie unmöglich mehrere Soldaten unmittelbar hintereinander absetzen kann. Der Absprung von Fallschirmspringern mit automatischer Auslösung sei grundsätzlich ausgeschlossen.
Der Hubschrauber NH 90 wird von NHIndustries (NHI) produziert - NHI wurde von den Hubschrauberherstellern EADS Eurocopter, AgustaWestland und Stork Fokker gegründet.
hen/ddp/AFP
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wohl von unseren Politikern kontextfrei vergeben? Will sagen, wofür die Anschaffung eigentlich gedacht ist, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Dieser Hubschrauber erinnert mich an die Drohnen, die die Bundeswehr in [...] mehr...
Aus dauert 14 mal solange, kostet 14 mal soviel und kann nur ein Vierzehntel. mehr...
Mag sein, aber da war der Zeitplan oft ne Frage von Monaten und nicht von Jahrzehnten und völlig neue Technologien wurden eingesetzt. Schade, daß tatsächlich der Krieg der Vater so vieler Dinge ist. mehr...
Die Projekte heute sind Komplexer und die Bedingungen enger, aber im Prinzip glaube ich nicht, das heute diese Probleme größer sind als früher. (Zitat Ende) Mitten im WK II hat die deutsche Industrie komplett neue Panzertypen [...] mehr...
Wieder so ein politisch gewolltes 14 Nationen-Projekt mit Beteiligung der EADS. Und wie immer - dauert es doppelt solange - wird vermutlich(?) auch doppelt so teuer - und kann schließlich nicht das, was es können muss Die [...] mehr...
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