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26.02.2010
 

Anti-Islam-Kampagnen

Das doppelte Skandalplakat

Von Stefan Simons, Paris

Minarette wie Raketen: Damit hatte die Schweizer Volkspartei im Referendum über Gebetstürme Stimmung gemacht. Die französischen Rechtsradikalen vom Front National versuchen es nun mit einem ähnlichen Plakatmotiv - und das passt den eidgenössischen Gesinnungsgenossen gar nicht.


Minarette wie Raketen, dazu eine tiefverschleierte Muslimin - das Polit-Plakat, mit dem die Schweizer Volkspartei (SVP) beim Referendum im vergangenen November gegen den Bau von Moscheen Emotionen weckte, steht seitdem für Fremdenhass und plumpen Rassismus - und weckt damit offensichtlich Begehrlichkeiten bei Rechtsradikalen im westlichen Nachbarland.

Die Kommunikationsstrategen des französischen Front National haben das Skandalposter offenbar für ihre eigene Werbekampagne bei den Regionalwahlen abgekupfert: Unter der Überschrift "Nein zum Islamismus" steht auch hier eine Burka-Trägerin vor einer Karte Frankreichs, auf der die Nationalsymbole Algeriens prangen, umgeben von Minaretten. "Die Jugend mit Le Pen" ist das Plakat unterschrieben, mit dem der alternde Vorsitzende der Rechtsextremen in Südfrankreich auf Stimmenfang geht - und nach bewährter Manier dafür gegen Immigranten und Muslime mobilmachen will.

Die grafische Selbstbedienung hat freilich die Urheber der plumpen Propaganda auf den Plan gerufen. Nach Angaben der Schweizer Tageszeitung "La Liberté" hat der Direktor der Werbefirma Goal, Alexander Segert, "rechtliche Schritte" gegen die französischen Gesinnungsgenossen angestrengt, weil sie das inkriminierte Motiv ohne Genehmigung übernommen hätten. "Wir sind völlig verblüfft durch dieses Plagiat und die Tatsache, dass unser Plakat in Frankreich reproduziert wurde", schimpfte Segert: "Das ist Diebstahl."

Hinter dem Ideenklau steckt anscheinend die Nachwuchsorganisation des Front National, die freilich jede Verantwortung weit von sich weist. "Das Plakat wurde von A bis Z von einem professionellen Grafiker, einem unserer gewohnten Zuarbeiter, entworfen", zitiert Liberation.fr den Sprecher der Parteijugend, David Rachline. Zugleich verweist der Politiker, der selbst im Departement Var kandidiert, auf die Unterschiede bei der Darstellung. "Die Burka ist nicht dieselbe, und die Minarette sind auch nicht gleich gezeichnet. Und nur weil auch auf unserem Plakat welche sind, bedeutet das ja nicht, dass es sich um eine Kopie handelt."

Und außerdem, verteidigt der FN-Mann die gehässige Hetze, gebe es sowieso nicht sehr viele bildliche Möglichkeiten, die angebliche "kriechende Islamisierung" Frankreichs zu geißeln. Obendrein habe sich nicht der Front National für die bevorstehenden Regionalwahlen bei den Vorgaben des Schweizer Antiislamismus bedient. In Wirklichkeit sei es doch eher andersherum gewesen, ergänzt auch Stéphane Durbec, ein Mitstreiter von FN-Chef Le Pen: "Es ist eher die Volkspartei, die sich den Kampf des Front National zu eigen gemacht hat."

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insgesamt 153 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
28.02.2010 von ohmscher: Saruman?

Wie hieß noch im "Herrn der Ringe" jener Zauberer, der mit seiner Rede alle betörte und einlullte, aber sehr, sehr böse werden konnte, wenn es jemand wagte, ihm nicht einfach zu glauben? mehr...

28.02.2010 von friedrichii: na

Netter Versuch der Ablenke, dieser letzte Satz ist wohl die Interpretation eines Bewerters der Analyse, der sich diese nicht aufmerksam durchgelesen hat. Hier dann noch einige andere Zahlen daraus: !Die Autoren gelangen [...] mehr...

28.02.2010 von elandy: Gewalt

Nett, dass sie letzteres dazu gesagt haben. Wie gewaltbereit sind denn Deutsche? Und was heißt das eigentlich? Bereit sich zu verteidigen? Oder für die Ausbreitung des Islam zu kämpfen? mehr...

28.02.2010 von black wolf: erschreckend

Damit die Tatsachen klar sind, hier ein Link: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,524486,00.html Demnach sind allein in Deutschland ca. 180.000 Muslime zur Gewaltanwendung gegen Andersgläubige bereit (2007), [...] mehr...

28.02.2010 von friedrichii: ha

So lange es bei den 5 % bleiben würde, wäre nichts dagegen zu sagen. Bereits diese 5 % machen mit ihren ständigen Forderungen nach Sonderstellung jedoch heute schon genug Wirbel in Deutschland. mehr...

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