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06.03.2010
 

Belohnung im Kanzleramt

Merkel lässt engen Berater zum General befördern

Merkel bei einem Bundeswehrbesuch: Ungewöhnliche Beförderung im KanzleramtZur Großansicht
AP

Merkel bei einem Bundeswehrbesuch: Ungewöhnliche Beförderung im Kanzleramt

Angela Merkel will ihren obersten Bundeswehrberater im Kanzleramt halten: Damit Oberst Erich Vad in Berlin bleibt, soll er nach Informationen des SPIEGEL zum General befördert werden. Die Kanzlerin belohnt damit offenbar auch seine Hilfe in der Kunduz-Affäre.

Berlin - Es ist eine Halteprämie der besonderen Art: Auf besonderen Wunsch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht nach SPIEGEL-Informationen im Bundeskanzleramt eine außergewöhnliche Beförderung an. Oberst Erich Vad, der dort seit April 2007 die Abteilung für die Belange der Bundeswehr leitet und für den Bundessicherheitsrat zuständig ist, wird am 1. April zum General befördert.

Eigentlich sollte Vad das Verifikationszentrum der Bundeswehr in Geilenkirchen bei Aachen übernehmen und dort Abrüstungsverträge überwachen. Nach der Bundestagswahl sperrte sich aber Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen die bereits schriftlich verfügte Versetzung und bat Vad, auf dem Posten in ihrer Nähe zu bleiben.

Offenbar hat Vad die Kanzlerin in der Kunduz-Affäre gut beraten. Bei dem schlimmsten Bombardement in der Geschichte der Bundeswehr waren im September 2009 im Norden Afghanistans bis zu 142 Menschen getötet oder verletzt worden. Um Vad im Kanzleramt zu halten, versprach Merkel ihm nach Informationen des SPIEGEL, dass er dort auch zum General befördert werde.

Der Vorgang ist ungewöhnlich: Zahlreiche Vorgänger Vads haben sich vergeblich um eine solche Beförderung auf der Position bemüht. Seit Bestehen der Bundeswehr hat nur SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt einen General auf dieser Planstelle durchgesetzt.

ore/dpa

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Welches Ziel hatte die Bombardierung?

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Das Bombardement nahe Kunduz galt offenbar mehreren Taliban-Kommandeuren. Der als geheim eingestufte Nato-Bericht über den Luftangriff kommt nach Informationen des SPIEGEL zu dem Ergebnis, Ziel der von Oberst Georg Klein befohlenen Bombardierung seien weniger die entführten Tanklaster als eine Gruppe von Taliban und ihre Anführer gewesen.

"Es ist schwer zu ergründen, warum der Fokus des PRT-Kommandeurs auf die Taliban in dem Zielgebiet gerichtet war und nicht allein auf die gestohlenen Tanklaster, die doch wohl die größte Bedrohung waren für die Sicherheit der PRT-Kräfte", zitiert der SPIEGEL den Bericht. PRT bezeichnet "Provincial Reconstruction Team", ein zivil-militärisches, regionales Wiederaufbau-Team.

Oberst Klein selbst schrieb demnach am 5. September an den Generalinspekteur, er habe die Tanklastwagen sowie die versammelten Aufständischen "vernichten" wollen. Bislang war von der Regierung vor allem die Sicherheit der Soldaten des nahegelegenen Feldlagers als Grund für den Abwurf zweier Bomben genannt worden.

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