ThemaGuido WesterwelleRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
11.03.2010
 

Westerwelle in der Kritik

Fremdschämen mit Familienanhang

Ein Kommentar von Roland Nelles

Westerwelle: Der lange Trip durch Südamerika
Fotos
dpa

Von einem Außenminister erwartet man Integrität und eher leise Töne: Chefdiplomat muss er sein. Guido Westerwelle dagegen scheint vergessen zu haben, was geht und was nicht. Wenn er sein Amt retten will, muss er seinen Stil ändern - und zwar schnell.

Das Amt des Außenministers ist ein Versprechen. Wer es bekleidet, verpflichtet sich dazu, uns alle im Ausland anständig zu vertreten.

Der Außenminister ist integer.

Er darf nicht als Lautsprecher auftreten, sondern sollte eher die leisen Töne wählen. Er soll sich auskennen in der Welt und möglichst fest im moralischen wie politischen Urteil sein. Von Vorteil ist auch, wenn er sich anständig zu kleiden weiß und insgesamt eine passable Erscheinung abgibt.

Mit anderen Worten: Wir wollen uns nicht fremdschämen, wenn unser Außenminister abends in der "Tagesschau" über den roten Teppich wandelt. Bitte nicht.

Guido Westerwelle ist ein Außenminister-Darsteller. Wo er hinkommt, benimmt er sich zwar anständig. Doch so richtig angekommen ist er in dem Amt nicht.

Er versucht, dem Idealbild des echten Chefdiplomaten zu entsprechen. Er eifert Hans-Dietrich Genscher nach. Er will in der "Tagesschau" glänzen. Doch die Wahrheit ist: Er ist kein zweiter Genscher, er ist kein echter Außenminister. Denn ein echter Außenminister weiß, was geht und was nicht geht.

Das weiß der Darsteller nicht. Der Darsteller kennt kein Maß und keine Mitte.

Der Darsteller überschreitet eine Grenze, die der echte Außenminister stets achten würde. Aber die liberale Vetternwirtschaft beschädigt das wichtigste Gut eines Außenministers: seine Integrität.

Das Publikum ist erstaunt und reagiert langsam zornig: Wann endet die Vorstellung? Wann erscheint der echte Außenminister? Wann beginnt die Politik?Guido Westerwelle muss diese Fragen beantworten. Sonst fällt für ihn bald der letzte Vorhang.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 317 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
15.03.2010 von rabenkrähe: Verfolgte Unschuld

.... Ich erinnere mich noch an die vorletzte Bundestagswahl, da WW einem SPD-Kollegen stalking vorwarf, weil der Sondierungsgespräche suchte. Der gute WW fühlt sich ständig verfolgt, das erscheint schon fast wahnhaft, so [...] mehr...

15.03.2010 von Miasa: autsch....

...ist das böse....aber lustig!!!!! mehr...

14.03.2010 von zeitgeist II: Westerwelle in der Kritik: Fremdschämen mit Familienanhang Auf Thema antworten

Die Sklaven Deutschlands sind sich nun bewusst geworden, dass sie einen neuen "altrömischen Sklaventreiber" ins Amt gehoben haben. Der Hintergrund von WW beweist, dass er keinen Anstand braucht, da er selber in keinem [...] mehr...

13.03.2010 von Schleswig: xxx

Der Autor des Artikel hat passender weise geschrieben. "Denn ein echter Außenminister weiß, was geht und was nicht geht." Damit ist alles gesagt. Auch zu seinen übrigen Reisebegleitern. mehr...

13.03.2010 von bosemil: Mir kommen die Tänen !

Der arme Guido Westerwelle wird angeblich unfair behandelt! Und sein Sekretär Lindner sieht die Demokratie schon gefährdet. Diktaturen müssen herhalten und die olle DDR hintem Vorhandg als Gespenst in Stellung gebracht. [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland
alles zum Thema Guido Westerwelle

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Mehr dazu im SPIEGEL

Illustration Tim O'Brien für den SPIEGEL

Heft 10/2010:
Die Euro-Lüge

"Ein Mitgliedstaat haftet nicht für die Verbindlichkeiten eines anderen Mitgliedstaats"

Inhaltsverzeichnis

Titelthema - diskutieren Sie mit

Hier geht es zum E-Paper

Hier finden Sie Ihre Abo-Angebote und Prämien







TOP



TOP