Von Florian Gathmann
Berlin - Reinhold Robbe kommt aus dem hohen Norden der Republik. Die Menschen dort oben sind nüchtern, sie machen keine großen Worte. Und wenn es doch mal einer tut, wie der Wehrbeauftragte an diesem Dienstagvormittag, dann rummst es so richtig. "Bitte verstehen Sie das nicht als Paukenschlag", sagt der Ostfriese Robbe zwar noch hinterher - aber da ist es schon zu spät: Die Situation im Sanitätsbereich der Bundeswehr habe sich "von Jahr zu Jahr verschlechtert", hat Robbe zuvor erklärt, obwohl er die Mängel in jedem seiner bisher vier Wehrberichte angesprochen habe. Unter Führung des Generaloberstabsarztes Kurt-Bernhard Nakath sei der Sanitätsdienst nach Meinung vieler Experten "regelrecht vor die Wand gefahren" worden. "Das ist ein klares Versagen des zuständigen Inspekteurs." Mit anderen Worten: Robbe hält Nakath für überfällig.
Und weiter: Die Strukturen der Bundeswehr seien in einem miserablen Zustand, sagt Robbe. "Die Realität in den Streitkräften ist gekennzeichnet durch unübersichtliche Führungsverantwortung, zu viel Bürokratie, Reibungsverluste durch Trennung von Truppe und Truppenverwaltung sowie veraltete Personal- und Materialplanung", heißt es im Wehrbericht. "Um nur die wichtigsten Stichworte zu nennen."
Und das zu einem Zeitpunkt, wie Robbe sagt, in dem die Bundeswehr vor den größten Herausforderungen ihrer Geschichte stehe: Der Afghanistan-Einsatz mit 4500 Soldaten, die sich verschärfende Sicherheitslage am Hindukusch - gleichzeitig die innenpolitische Debatte, zuletzt befeuert durch Kunduz-Affäre und den entsprechenden Untersuchungsausschuss.
Fünf Jahre lang war Robbe Anwalt der rund 250.000 deutschen Soldaten und gleichzeitig deren oberster vom Bundestag bestellter Kontrolleur. Nun, mit seinem Abschied vor Augen - die schwarz-gelbe Koalition will mit dem FDP-Politiker Hellmut Königshaus lieber einen Wehrbeauftragten aus ihren Reihen - sieht er offensichtlich klarer als je zuvor. Nun klagt er auf 100 Seiten zum letzten Mal an:
Ihr oberster Dienstherr will die heftige Kritik von Robbe ernst nehmen: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg lobte den Bericht des Wehrbeauftragten am Dienstagnachmittag, den von ihm aufgezeigten Missständen werde man nachgehen.
Robbes designierte Nachfolger Königshaus sollte sich das gut merken.
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.... das klingt aber ganz ersnthaft nach Knalltrauma und sollte rechtzeitig behandelt werden, bevor es schlimmer wird! mehr...
Hallo gloriaD, warum geben Sie sich mit diesem ewig besserwissenden "Nior aon Duine" ab? Tingelt nicht nur bei SPIEGEL-online und hat nicht nur da zwanghaft immer Recht. Wenn man auf den von Ihnen zitierten [...] mehr...
Sowas passiert schon mal wenn man einen gerechtfertigten und zulässigen Befehl verweigert. Wenn Sie meinen Beitrag nochmal nach den Zauberworten "kann befohlen werden" durchsuchen wollen? Verbindlichsten Dank im [...] mehr...
Ich schließe mich der Bitte Ihres Diskussionskontrahenten an, Fettdruck zu vermeiden. Fettdruck bedeutet Schreien und Schreien in einer Diskussion schwächt die eigene Argumentation (außerdem wird durch Fettdruck der andere Teil [...] mehr...
*Was für ein Pech für die, die sich geweigert haben, als SanSoldaten "ihre Rotkreuzbinde abzunehmen" und dafür disziplinarisch belangt wurden - hätte die Ihren Rat gehabt, hätten Sie gemerkt, dass sie einfach nur [...] mehr...
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