Ein Kommentar von Anna Reimann
Berlin - Die Türkei jubelte, die Union jubelte, sogar die Grünen waren froh: Nach der Berufung der Hamburger CDU-Frau Aygül Özkan zur neuen Sozialministerin im niedersächsischen Kabinett war die Union auf einmal die modernste Partei der Republik.
Die Freude währte nicht lang.
Denn eine Woche später gab Özkan ein Interview. Darin sagte sie, dass sie gegen Kruzifixe an staatlichen Schulen sei. Die Schule müsse ein neutraler Ort sein.
Seitdem gibt sich die Union größte Mühe, den eigenen Shootingstar wieder zu demontieren:
Mit solchen Reaktionen entlarvt die Union sich selbst: Die Ernennung Özkans ist eine Mogelpackung. Die Parteioberen wollen Özkan benutzen, um neue Wählerschichten in Großstädten zu erschließen. Eine Migrantin als Ministerin soll außerdem Andockpunkte für mögliche Bündnisse mit den Grünen schaffen. Nicht umsonst erklärte Grünen-Chef Cem Özdemir am Wochenende: "Es gibt zwei Parteien in Deutschland, die sich ernsthaft für die Migranten in Deutschland einsetzen. Die einen sind die Grünen, die andere Partei ist die CDU."
Eine Vorzeige-Migrantin mit eigener Meinung? Das geht der CDU zu weit
Die CDU will sich mit Özkan schmücken, das Lob für die Ernennung hat die Partei sichtlich genossen. Doch dass die Vorzeige-Migrantin eine eigene Meinung hat, das geht ihnen dann doch zu weit.
Es war nicht zu erwarten, dass eine Muslimin in der Union christliche Symbole promoten würde. Aber statt Özkans Haltung als eine unter vielen in einer mittlerweile sehr heterogenen Partei gelten zu lassen, reagieren Unionspolitiker verspannt und starr vor Angst - aus Angst um konservative christliche Wähler.
Damit zeigen sie: Wulff und Co. wollen nur schöne Bilder und nette Schlagzeilen.
Die Union muss sich entscheiden: Wenn sie sich ernsthaft für Migranten öffnen will, muss sie souverän zum innerparteilichen Streit bereit sein - auch dann, wenn es ums Kruzifix geht. Sonst bleibt es bei den lauen Veranstaltungen wie dem Integrationsgipfel im Bundeskanzleramt - Symbolpolitik.
Wenn sich niemand in der Partei hinter sie stellt, nicht einmal die Kanzlerin, wenn die Union gleich bei jeder Äußerung überlegt, ob sie das ihren konservativen christlichen Wähler auch zumuten könne, dann muss man die Frage tatsächlich stellen, ob Özkan in der Union und in diesem Kabinett am richtigen Platz ist.
Jetzt erklärt der niedersächsische Fraktionschef David McAllister, sie habe zusammen mit Ministerpräsident Wulff und ihm selbst vor der Landtagsfraktion deutlich gemacht, dass "Kreuze an niedersächsischen Schulen erwünscht sind". Die "Welt" berichtet unter Berufung auf einen Teilnehmer der Sitzung, sie habe sich für ihren Vorstoß entschuldigt.
Schade, wenn das stimmt. Denn dann hat die Vorzeige-Migrantin auch noch selbst mitgewirkt an ihrer Demontage.
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Ja klar Eltern.... aber für unser Verständnis vom Kinderkriegen gehört doch dazu, dass es einen Vater und eine Mutter gibt. Maria ist die Mama und Gott ist der Papa! Heißt es nicht "Vater unser, der Du bist im [...] mehr...
Bei der CDU und SPD und so weiter finden Sie auch Persoenlichkeiten, die Religion erscheint mir irrelevant, fuer die sich der Staatsanwalt interessiert, ja mitunter sogar einschlaegig Vorbestrafte. Was soll das? mehr...
Genau das ist ja das Problem. Religion diente oft genug dazu politische Interessen durchzusetzen und Menschen zu entrechten, zu versklaven und zu unterdrücken. Auch heute noch. Daher ist eine strikte Trennung von Religion und [...] mehr...
Die Frage ist voellig verkehrt gestellt - Sie müsste heissen " Ist Aygul Özkan wirklich bereit eine CDU-Ministerin zu werden?" Und die Antwort ist ja wohl klar. Das dümmste, was man als erste türkische Ministerin [...] mehr...
Feyerabends witzige Polemik hat mich auch schon amüsiert, aber man muss nicht lange nachdenken um sie als solche zu entlarven. Es gibt überhaupt keinen Grund, Rationalisten die Unkenntnis von Mythen zu unterstellen - Mythen [...] mehr...
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