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04.05.2010
 

Lehren aus der Euro-Krise

Durchgreifen, abstrafen, aussortieren

Von Christian Teevs und Severin Weiland

Kanzlerin Merkel vor EU-Flagge (am 3. Mai): Unterschiede im Euro-Raum auf Dauer kaum beherrschbar Zur Großansicht
ddp

Kanzlerin Merkel vor EU-Flagge (am 3. Mai): Unterschiede im Euro-Raum auf Dauer kaum beherrschbar

Die Griechenland-Krise ist bekämpft, die nächste kommt bestimmt: Wie kann die EU künftig schneller und besser auf Beinahe-Staatspleiten reagieren? Strengere Schuldenkontrollen, härtere Strafen, mehr Macht für Statistiker - SPIEGEL ONLINE zieht sechs Lehren aus dem Hellas-Debakel.

Berlin - Das hat es noch nie gegeben: Die Euro-Länder müssen einem Pleitestaat mit Milliardenhilfen retten, zu besichtigen ist eine dramatische Notoperation der Politik zur Rettung des Euro. Bluten müssen für die Fehler der Politiker und Banker - wieder einmal - die Steuerzahler. Unweigerlich stellt sich eine entscheidende Frage: Wie kann eine künftige Krise wie in Griechenland vermieden werden?

Die Kanzlerin hat sich vorgenommen, härtere Regeln durchzusetzen. Sie will notfalls den Mitgliedern der Euro-Zone das Stimmrecht entziehen - jedenfalls für eine Zeit. Auch Guido Westerwelle ließ schon mal einen Plan im Auswärtigen Amt erarbeiten, mit dem künftig auf eine Krise im Euro-Raum reagiert werden soll. Kernstück: Zu verhindern, dass die Euro-Zone in eine Transferunion abdriftet. Und Finanzminister Wolfgang Schäuble und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle wollen Regeln für einen geordneten Staatsbankrott.

Die Zeit drängt. Es geht nicht allein um fiskalpolitische Maßnahmen. Im Euro-Raum steht vor allem Deutschland vor seiner härtesten Bewährungsprobe. Bereits die Einführung des Euro-Hartgelds vor acht Jahren war im Land der D-Mark umstritten. Bis heute gelang es keiner Partei rechts von der Union, den Unmut zu bündeln. Das könnte sich in den kommenden Jahren ändern - wenn die Kanzlerin beim Kampf für mehr Transparenz in der Euro-Zone keine Erfolge hat. Eine rechtspopulistische Partei - gegen den Euro, möglicherweise sogar gegen die EU - es wäre nicht nur eine Bedrohung für CDU und CSU.

16 von nunmehr 27 Mitgliedstaaten zahlen derzeit mit derselben Währung - und mehr und mehr Länder drängen in den Club.

Doch kann ihre Aufnahme noch zu den alten Regeln geschehen? Und im gleichen Tempo? Über die Mindestkriterien muss ebenso diskutiert werden wie über den Umgang der Euro-Mitgliedsländer untereinander. In den Planungen des Kanzleramts heißt es, der Entzug der Stimmrechte solle so weit gehen, dass betroffene Staaten auch nicht mehr bei der Verteilung des Geldes aus dem EU-Haushalt mitsprechen dürfen. Für beides wäre eine Änderung des Stabilitätspaktes nötig - die Widerstände im Euro-Raum sind groß. Schon die zähen Nachverhandlungen zum Lissabon-Vertrag vor zwei Jahren zeigten, wie schwer die EU sich selbst tut. Doch an einer Überprüfung des Vertrags führt kein Weg vorbei.

SPIEGEL ONLINE zeigt anhand von sechs Beispielen, wo Änderungen notwendig sind:

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insgesamt 2795 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
15.05.2010 von -Philipp-: wahl(en)

wenn der Wähler wenigstens eine Wahl gehabt hätte ... ;-) mehr...

15.05.2010 von Spessartplato:

Der Herr Trichet hätte vielleicht erst einmal einen "Quantensprung" im eigenen Hirn vollführen müssen , bevor er den für Europa fordert. Druckt der eigentlich auf Teufel und komm raus Euros, ohne ab und zu mal zu [...] mehr...

15.05.2010 von c++:

Wenn es ein vernünftiges Umschuldungsabkommen gegeben hätte, wäre Griechenland geholfen gewesen. Aber einfach Zahlungseinstellung führt zur Kreditunwürdigkeit, siehe Argentinien. Dann gibt es kein Geld mehr. Das ist bei Staaten [...] mehr...

15.05.2010 von osramabenno: papa geht arbeiten

[QUOTE=Neinsowas;5513163] mein papa geht noch arbeiten, der trottel, bekommt 1500 euro netto und ich hartz4. abei bin ich schon börsen profi. in onlinespielen mache ich in realtime aus 100.000 in wenigen tagen 200.000. und [...] mehr...

15.05.2010 von Niamey: Griechenlandkrise und Sparen?

Ach ne? Herr Schäuble will die Gunst der Stunde nutzen um dem Steuerzahler noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen um es dann galant in die Taschen der EU in Brüssel umzuverteilen! Wenn ich in der Regierung wäre, so wüsste ich [...] mehr...

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Die Konditionen im Detail

Volumen

AFP
Griechenland erhält bis 2012 Notfallkredite in Höhe von maximal 110 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und den Euro-Ländern. Im ersten Jahr werden alle Euro-Länder bilaterale Hilfen über insgesamt bis zu 30 Milliarden Euro bereitstellen. Auf Deutschland entfallen 2010 bis zu 8,4 Milliarden Euro. Spanien hat 3,6 Milliarden Euro angekündigt, die Niederlande 1,8 Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will vom gesamten Programm etwa ein Drittel übernehmen, das wären damit bis zu 15 Milliarden Euro.

Zinshöhe

Auflagen


Rettungspaket für Griechenland

Die Hilfe

AFP
Griechenland erhält in den nächsten drei Jahren Notfallkredite in Höhe von maximal 110 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und den Euro-Ländern. Diese Kredite bekommt das Land zu erheblich günstigeren Konditionen als auf dem Kapitalmarkt.

Die Helfer

Die Kosten für die Euro-Länder

Bedingungen und Risiken

Risiken für den deutschen Steuerzahler

Wer dem Paket noch zustimmen muss


Wie Rating-Agenturen arbeiten

Die Agenturen

Rating-Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten. Dabei fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen oder eine Beurteilung des Managements. Die weltweit einflussreichsten Rating-Agenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch .

Bedeutung des Ratings

Die Einstufung

Kritik

Bewertungen der Rating-Agenturen
Land  Fitch  Standard & Poor's Moody's
Portugal AA- A- Aa2
Italien AA- A+ Aa2
Irland AA- AA Aa1
Griechenland BBB- BB+ A3
Spanien AAA AA Aaa




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