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04.05.2010
 

Schuldenstaat

Banken helfen bei Griechenland-Rettung

Minister Schäuble mit Bankchefs: "Spürbarer" Beitrag der BankenZur Großansicht
AP

Minister Schäuble mit Bankchefs: "Spürbarer" Beitrag der Banken

Deutsche Geldkonzerne stützen Griechenland: Nach einem Treffen mit Finanzminister Schäuble verpflichteten sich die Banken, dem praktisch bankrotten Staat weiter Geld zur Verfügung zu stellen. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will das Hilfsprogramm schnell starten.

Berlin - Die deutschen Privatbanken wollen nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) einen "spürbaren" Beitrag zur Überwindung der Griechenland-Krise leisten. So werde die Finanzindustrie Anleihen der staatlichen KfW zur Finanzierung der Griechenland-Hilfe zeichnen, sagte Schäuble am Dienstag nach einem Spitzentreffen mit Bankern in Berlin. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sagte eine rasche Bereitstellung des Programms zu.

Außerdem wollen die Banken ihre bisher an Griechenland vergebenen Kredite halten und die Kreditlinien für griechische Banken belassen. Unklar ist noch, wie hoch der Beitrag der Banken damit ist.

Ackermann sagte, die Hilfen der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) seien ohne Alternative: "Es ist außerordentlich wichtig, dass wir dieses Haus, das begonnen hat zu brennen, jetzt wirklich löschen." Das sei ein enorm wichtiges Signal für die Euro-Zone und die Weltwirtschaft gewesen. Ackermann betonte, auch international wollten Banken freiwillig Griechenland helfen. Damit zeige die Bankenwelt, dass sie von dem Rettungs- und Sanierungspaket überzeugt sei.

Das Vorhaben wurde von der SPD-Fraktion im Bundestag scharf kritisiert. "Die Ankündigungen der Banken stellen keinen wirklichen Beitrag dar. Sie gehen nicht über ihr normales Geschäft hinaus, das Risiko tragen die Euromitgliedsländer", so der SPD-Haushaltspolitiker Carsten Schneider zu SPIEGEL ONLINE. Die SPD verlange daher eine Finanztransaktionssteuer, um die Schulden der Staaten zur Krisenbewältigung abzahlen zu können.

Die Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds wollen Griechenland allein in diesem Jahr mit 45 Milliarden Euro unter die Arme greifen. Deutschland trägt dazu mit Krediten in Höhe von 8,4 Milliarden Euro über die staatliche Förderbank KfW bei, für die der deutsche Staat eine Garantie ausspricht. Die Bank gibt für den Notkredit Anleihen aus, die einige deutsche Banken nun den Angaben zufolge kaufen wollen.

Koalition will schärfere Sanktionen im Euro-Raum

Am Vormittag hatten sich Union und FDP auf ein Maßnahmenpaket verständigt, um den Euro-Raum nach dem Griechenland-Debakel krisenfest zu machen. Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte nach dem Treffen des Koalitionsausschusses am Dienstag in Berlin: "Wir möchten, dass in Zukunft ein geordnetes Insolvenzverfahren möglich ist." Die Forderungen sollen vom Bundestag beschlossen werden. Die Koalition gibt mit dem Antrag Kanzlerin Angela Merkel Rückendeckung, die schnellstmöglich Konsequenzen aus der Euro-Krise ziehen will.

Kauder forderte, die Vorschläge des Internationalen Währungsfonds umzusetzen: Der IWF habe beispielsweise angeregt, den Finanzsektor durch Steuern und Abgaben an Schieflagen zu beteiligen. Darüber hinaus müsse dafür gesorgt werden, dass die Europäische Kommission schnelleren und besseren Einblick in das Haushaltsverfahren der Mitgliedstaaten habe, sagte der CDU-Politiker. Und es müsse Verhandlungen über Vertragsänderungen in Europa geben. "Wir wollen beispielsweise auch, dass Stimmrechte versagt werden können und dass Leistungen aus europäischen Mitteln an solche Staaten gekürzt oder gar ganz aufgehoben werden können."

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger sagte: "Wir wollen, dass wir jetzt von der Krisenbewältigung zur Krisenprävention kommen." Wenn falsche Daten gemeldet würden, müssten automatisch strenge Sanktionen folgen. Dafür benötigten die europäische Statistikbehörde und der Europäische Rechnungshof mehr Kompetenzen, die Zahlen überprüfen zu können.

CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich erklärte, über die Prävention hinaus müsse Merkel in Brüssel klarmachen, "dass die europäische Währungsunion nicht zur Transferunion werden kann". Für Griechenland müsse jetzt Nothilfe geleistet werden. "Aber es kann keine Dauereinrichtung sein."

SPD will Finanzaktionssteuer durchdrücken

Die SPD will erst am Freitag entscheiden, ob sie die Milliardenhilfe für Griechenland im Bundestag mitträgt. Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann bekräftigte, die SPD knüpfe ihre Zustimmung an eine Reihe von Bedingungen. Dazu zählten die vom IWF abgelehnte europäische Finanztransaktionssteuer, eine Beteiligung der Banken und die Gründung einer europäischen Rating-Agentur. Oppermann sagte, wenn mit der Koalition kein gemeinsamer Entschließungsantrag zustande komme, werde die SPD einen Antrag mit den Grünen formulieren. Die Opposition habe jetzt eine einmalige Chance, ihre Forderungen durchzusetzen. Denn die Bundesregierung stehe wegen ihres schlechten Krisenmanagements mit dem Rücken zur Wand.

Das Bundesfinanzministerium schätzt den Finanzbedarf Griechenlands laut "Bild"-Zeitung noch weit höher ein als bisher bekannt wurde. Staatssekretär Steffen Kampeter habe vor dem Haushaltsausschuss des Bundestags gesagt, Griechenland werde versuchen, neben den von IWF und den Euro-Staaten zugesagten Krediten über 110 Milliarden Euro im Jahr 2012 rund 40 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufzunehmen. Sollte das Land kein Geld an den Finanzmärkten bekommen, wären erneut die Euro-Staaten gefragt.

suc/ler/sev/Reuters/dpa/AFP

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15.05.2010 von -Philipp-: wahl(en)

wenn der Wähler wenigstens eine Wahl gehabt hätte ... ;-) mehr...

15.05.2010 von Spessartplato:

Der Herr Trichet hätte vielleicht erst einmal einen "Quantensprung" im eigenen Hirn vollführen müssen , bevor er den für Europa fordert. Druckt der eigentlich auf Teufel und komm raus Euros, ohne ab und zu mal zu [...] mehr...

15.05.2010 von c++:

Wenn es ein vernünftiges Umschuldungsabkommen gegeben hätte, wäre Griechenland geholfen gewesen. Aber einfach Zahlungseinstellung führt zur Kreditunwürdigkeit, siehe Argentinien. Dann gibt es kein Geld mehr. Das ist bei Staaten [...] mehr...

15.05.2010 von osramabenno: papa geht arbeiten

[QUOTE=Neinsowas;5513163] mein papa geht noch arbeiten, der trottel, bekommt 1500 euro netto und ich hartz4. abei bin ich schon börsen profi. in onlinespielen mache ich in realtime aus 100.000 in wenigen tagen 200.000. und [...] mehr...

15.05.2010 von Niamey: Griechenlandkrise und Sparen?

Ach ne? Herr Schäuble will die Gunst der Stunde nutzen um dem Steuerzahler noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen um es dann galant in die Taschen der EU in Brüssel umzuverteilen! Wenn ich in der Regierung wäre, so wüsste ich [...] mehr...

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Rettungspaket für Griechenland

Die Hilfe

AFP
Griechenland erhält in den nächsten drei Jahren Notfallkredite in Höhe von maximal 110 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und den Euro-Ländern. Diese Kredite bekommt das Land zu erheblich günstigeren Konditionen als auf dem Kapitalmarkt.

Die Helfer

Die Kosten für die Euro-Länder

Bedingungen und Risiken

Risiken für den deutschen Steuerzahler

Wer dem Paket noch zustimmen muss

Die Konditionen im Detail

Volumen

AFP
Griechenland erhält bis 2012 Notfallkredite in Höhe von maximal 110 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und den Euro-Ländern. Im ersten Jahr werden alle Euro-Länder bilaterale Hilfen über insgesamt bis zu 30 Milliarden Euro bereitstellen. Auf Deutschland entfallen 2010 bis zu 8,4 Milliarden Euro. Spanien hat 3,6 Milliarden Euro angekündigt, die Niederlande 1,8 Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will vom gesamten Programm etwa ein Drittel übernehmen, das wären damit bis zu 15 Milliarden Euro.

Zinshöhe

Auflagen



Wie Rating-Agenturen arbeiten

Die Agenturen

Rating-Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten. Dabei fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen oder eine Beurteilung des Managements. Die weltweit einflussreichsten Rating-Agenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch .

Bedeutung des Ratings

Die Einstufung

Kritik

Rating-Agenturen

Die Geschichte der Rating-Agenturen reicht ins 19. Jahrhundert zurück, als das US-Eisenbahnnetz sich über den Kontinent ausdehnte. Das erforderte Kredite, die die Banken nicht alleine schultern konnten. Industrieunternehmen begannen, Anleihen auszugeben, um an Geld zu kommen.

Die drei Rating-Riesen

Standard & Poor's

Henry Varnum Poor veröffentlichte 1868 das "Manual of the Railroads of the United States", in dem die Anleger Informationen über die Eisenbahngesellschaften erhielten. 1941 verschmolzen die Poor's Publishing Company und die Standard Statistics Company zur Rating-Agentur Standard & Poor's . Das Rating reicht von AAA ("Triple A", exzellente Bonität, praktisch kein Ausfallsrisiko) über BBB (befriedigend) bis D (in Zahlungsverzug, keine Bonität).

Moody's

Fitch Ratings


Das bedeuten die Ratings
Moody's S&P Fitch Bewertung
Aaa AAA AAA Beste Qualität
Aa1 AA+ AA+ Sichere Anlage
Aa2 AA AA
Aa3 AA- AA-
A1 A+ A+ Prinzipiell sichere Anlage
A2 A A
A3 A- A-
Baa1 BBB+ BBB+ Durchschnittlich gute Anlage
Baa2 BBB BBB
Baa3 BBB- BBB-
Ba1 BB+ BB+ Spekulative Anlage
Ba2 BB BB
Ba3 BB- BB-
B1 B+ B+ Hochspekulative Anlage
B2 B B
B3 B- B-
Caa1 CCC+ CCC Substantielle Risiken / Extrem spekulativ
Caa2 CCC CCC
Caa3 CCC- CCC
Ca CC CCC
- D D Zahlungsausfall
Bewertungen der Rating-Agenturen
Land  Fitch  Standard & Poor's Moody's
Portugal AA- A- Aa2
Italien AA- A+ Aa2
Irland AA- AA Aa1
Griechenland BBB- BB+ A3
Spanien AAA AA Aaa


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