Von Florian Gathmann, Veit Medick und Philipp Wittrock
Berlin - Schwarz-Gelb, Schwarz-Rot, Schwarz-Grün ... Ja, was denn nun? Seit Wochen sagen die Umfragen zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ein derart knappes Rennen voraus, dass alles möglich scheint - und nichts sicher ist. 37 zu 37 steht es zwischen CDU und SPD in der jüngsten Forsa-Erhebung vom Donnerstag, die anderen Meinungsforscher sehen die Union leicht vorn - doch egal, wie man es dreht und wendet, bisher reicht es weder für Schwarz-Gelb noch für Rot-Grün. Das liegt vor allem an der Linken, die wohl über die Fünfprozent-Hürde springen und die Regierungsbildung so erschweren wird.
Zwei Statistiker von der Universität Mannheim wollten jetzt wissen, wie wahrscheinlich welche Koalitionsoption ist. Unter Rückgriff auf historische Wahlergebnisse und inhaltliche Aussagen der NRW-Parteien erstellten Marc Debus und Thomas Bräuninger ein Modell. Ergebnis: Reicht es rechnerisch für Schwarz-Grün, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 65 Prozent, dass sie auch miteinander koalieren. Kein anderes Bündnis sei derart wahrscheinlich.
Ein netter Versuch - nur ist nicht überliefert, dass Deutschlands Wählerinnen und Wähler sich beim Urnengang gerne an Rechenmodelle halten. Und so gilt: Geht die Wahl am kommenden Sonntag in etwa so knapp aus wie Umfragen prophezeien, dürfte es ein Weilchen dauern, bis klar ist, wer künftig in der Düsseldorfer Staatskanzlei residiert.
Nordrhein-Westfalen droht ein langer Machtpoker.
Es geht um viel. Sogar um die Zukunft der Kanzlerin. Sollte die schwarz-gelbe Koalition von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ihre Mehrheit verlieren, wäre auch Angela Merkels Bundesratsmehrheit Geschichte. Ihr politischer Gestaltungsspielraum wäre erheblich eingeengt, große Projekte blieben wohl auf der Strecke - Ärger in der ohnehin zerstrittenen Berliner Regierungskoalition wäre vorprogrammiert. Und die Kritiker an Merkels Kurs dürften sich im Falle einer Niederlage am Sonntag auch innerparteilich mehren.
Für die SPD und ihre Spitzenkandidatin Hannelore Kraft ist die Wahl nicht weniger wichtig. Die Partei lechzt nach der desaströsen Niederlage bei der Bundestagswahl nach einem Erfolgserlebnis. Die Genossen haben die Wahl an Rhein und Ruhr zur "Denkzettelwahl" über die Politik der Bundesregierung erklärt. Das Ergebnis dürfte aber auch als Gradmesser gelesen werden, ob die von Parteichef Sigmar Gabriel begonnene Neuaufstellung der Sozialdemokraten funktioniert oder nicht. Die Aussichten sind nicht schlecht, richtig ist aber auch: Sollte es nicht für Rot-Grün reichen, würden den Sozialdemokraten erst einmal ein paar zermürbende Debatten bevorstehen - zum Umgang mit der Linkspartei und der Option Große Koalition.
Und die Grünen würden durch eine gemeinsame Regierung mit der CDU im bevölkerungsreichsten Bundesland endgültig den Lagerwechsel vollziehen, der sich mit der schwarz-grünen Koalition in Hamburg schon angedeutet hat.
Wer hat welche Machtoptionen? Wie realistisch sind sie? Und welche Folgen hätten sie für die Bundespolitik? SPIEGEL ONLINE analysiert sieben mögliche Bündnisse.
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der Schwanz mit dem Hund ! Scheinbar haben Sie Frau W Knecht nicht gehört, die will auh ein paar Pöstchen, da kann sich Fr Kraft warm anziehen, tolerieren tun dei Linken NIX !! die NRW Wähler tum mir leid, ok, SPD wählen, [...] mehr...
Wenn Sie sich da mal nicht täuschen. Das Linkslager hat 52,2 % der Stimmen bekommen, also dicke die absolute Mehrheit und das "bürgerliche Lager" gerade mal 41,3 %. Daran sieht man, wo es jetzt in Deutschland [...] mehr...
Ich wette mit Ihnen 1000 ND(Neue DM)-einzulösen ab Ende 2012. Vorher werden aber erst noch 100 Milliarden Euro "Stützungsgeld" verbraten. mehr...
Ja, es ist ein Traumergebnis. Schöner hätte es nicht kommen können. CDU stärkste Partei, also würde die CDU bei einer GroKo den MP stellen, Frau Kraft kann es nur werden mit RotRotGrün. Der Wahlabend in NRW ist fast so [...] mehr...
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