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11.05.2010
 

Kabinett beschließt Euro-Rettung

Schäuble fehlt bei Sondersitzung

Finanzminister Wolfgang Schäuble: Gesundheitlich angeschlagenZur Großansicht
REUTERS

Finanzminister Wolfgang Schäuble: Gesundheitlich angeschlagen

Erneut hat Finanzminister Wolfgang Schäuble bei einem entscheidenden Treffen zur Euro-Rettung gefehlt. Der Minister musste ins Krankenhaus und nahm deshalb nicht an der Sondersitzung des Kabinetts zur deutschen Hilfe teil. Die Regierung wies Rücktritts-Spekulationen zurück.

Berlin - In einer Sondersitzung hat die Bundesregierung den deutschen Beitrag für das Rettungspaket gegen die Euro-Krise auf den Weg gebracht. Doch Finanzminister Wolfgang Schäuble fehlte bei der wichtigen Entscheidung. Er ist erneut im Krankenhaus. Der gesundheitlich angeschlagene CDU-Politiker sei zur Beobachtung in einer Klinik außerhalb Berlins, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Unionskreisen. Er wurde in der Sitzung von Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter (CDU) vertreten.

Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte, Kanzlerin Angela Merkel habe mit Schäuble telefoniert und ihm geraten, sich einige Tage zu schonen. Der Minister habe auf ärztlichen Rat hin auf die Teilnahme an der Kabinettssitzung verzichtet. Erneuten Spekulationen um einen Rücktritt Schäubles trat der Sprecher entgegen. Das sei "überhaupt kein Thema". "Er führt das Haus aus der Ferne mit modernen Kommunikationsmitteln", erklärte er. Der Minister stehe voll hinter dem Gesetzentwurf zur Euro-Rettung.

Schäuble hatte nach einer Operation Probleme mit einer schlecht heilenden Wunde. Der querschnittsgelähmte Politiker musste am Sonntag in eine Brüsseler Klinik eingeliefert werden, nachdem er ein Arzneimittel nicht vertragen haben soll. Der 67-Jährige war am gestrigen Montag aus dem Krankenhaus entlassen worden und nach Deutschland zurückgekehrt. Anschließend hieß es, er werde bei der Kabinettssitzung dabei sein.

Bei der Unterrichtung der Bundestagsfraktionen zur Euro-Rettung sollte Innenminister Thomas de Maizière Schäuble vertreten. Er war bereits bei der dramatischen Euro-Sitzung am Sonntag in Brüssel für den Finanzminister eingesprungen.

Auch in der CDU bemüht man sich derweil, Gerüchte über eine Ablösung Schäubles als Finanzminister zu zerstreuen. Einen Rücktritt des Ministers hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag ausgeschlossen. Auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch wies Spekulationen zurück, er werde die Nachfolge Schäubles antreten. "Ich bin Ministerpräsident von Hessen. Dabei bleibt es", sagte Koch dem "Hamburger Abendblatt".

Die Diskussion über Schäubles Gesundheitszustand und seine Arbeit nannte Koch unfair. Der Finanzminister habe auch in den vergangenen Wochen immer wieder gezeigt, dass er selbst mit einer Krankheit voll handlungsfähig sei, erklärte Koch. "In den bevorstehenden Haushaltsgesprächen werden wir seine Tatkraft erleben", sagte er.

mmq/sef/dpa

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11.06.2010 von syramon:

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