Von Kerstin Schulz
Berlin - Etwa jeder fünfte Deutsche ist Ausländern und Migranten gegenüber grundsätzlich negativ eingestellt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die von den Meinungsforschungsinstituten INFO und Liljeberg Research International am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Forscher hatten rund 2100 Deutsche und Personen mit Migrationshintergrund aus 83 Staaten zu Werten, Lebenseinstellungen, Religiosität sowie zu integrationspolitischen Haltungen befragt.
Polnische Migranten am besten integriert
Eine der zentralen Erkenntnisse der Studie ist, dass Migranten in Deutschland ausgesprochen heterogen sind. Die Wertewelten der Migranten sind sehr unterschiedlich. Die am stärksten integrierte Migrantengruppe seien Polen. Laut Studie seien die Wertvorstellungen polnischer Migranten am ehesten vergleichbar mit denen der Deutschen. Das sei insbesondere auf den hohen Bildungsgrad der nach Deutschland zugewanderten Polen zurück zu führen, der ihnen die Integration erleichtere. "Gesellschaftliche Teilhabe führt ganz offenbar zu einer Angleichung der Wertewelten der Migranten an die der Deutschen" - heißt es in der Studie.
Die am schlechtesten integrierte Migrantengruppe seien türkische Muslime. Insbesondere bei Einstellungen zu Glauben und Religion, zur Sexualität und zum Rollenverständnis von Mann und Frau gebe es starke Unterschiede zu denen der Deutschen. "Beim Glauben liegen zwischen den Deutschen und den türkischen Muslimen Welten", betont Dr. Holger Liljeberg, Geschäftsführer von INFO. Zwischen Religiosität und Migrationserfolg scheine somit ein Zusammenhang zu bestehen.
Neben türkischer Muslime zählten auch Muslime anderer Herkunftsländer zu den befragten Migrationsgruppen. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass das Bild einer einheitlichen muslimischen Kultur nicht aufrecht erhalten werden könne. "Die türkischen Muslime unterscheiden sich von den anderen Muslimen, die Wertewelten sind verschieden," betont Liljeberg. So stimmten 58 Prozent der türkischen Muslime der Aussage zu, die "Frau solle keinen vorehelichen Sex praktizieren". Von den nicht türkischen Muslimen stimmten hingegen nur 34 Prozent dieser Aussage zu, nur sieben Prozent der deutschen Befragten.
Migrantenfeindliche Deutsche
Nur geringe Unterschiede zwischen den Deutschen und Migranten gibt es in "grundlegenden gesellschaftlichen Werten" wie Leistung und Berufsleben, familiärer Zusammenhalt und Respekt gegenüber der Natur.
Die Gruppe der migrantenfeindlichen Deutschen lässt sich typologisch klar umreißen. "Die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland konzentriert sich auf ältere, wenig gebildete Personen, die häufiger aus den neuen Bundesländern, dabei seltener aus Großstädten kommen und traditionelle Werte vertreten. Das klassische deutsche Spießbürgertum," sagt Liljeberg.
Vor allem Religiosität im öffentlichen Raum, wie Moscheen oder Kopftücher, sei eine kulturelle Herausforderung, die die deutsche Gesellschaft noch nicht bewältigt habe, hob auch Barbara John, langjährige Ausländerbeauftragte des Berliner Senats, hervor. Insgesamt wünschen sich 69 Prozent aller befragten Migranten eine "stärkere Rücksichtnahme der deutschen Gesellschaft auf ihre Gewohnheiten und Besonderheiten".
16 Millionen Menschen hierzulande haben einen Migrationshintergrund
Derweil leben rund 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, 20 Prozent von ihnen sind in Deutschland geboren, 48 Prozent haben die deutsche Staatsbürgerschaft.
Beruhend auf den Ergebnissen der Studie empfiehlt Liljeberg folgende Maßnamen für die deutsche Integrationspolitik:
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D sollte das genau so handhaben wie NZ. Der sog IELTS Sprachtest ist hier zwingend Voraussetung fuer die Immigration in Neuseeland. Wer nicht 6,5 Punkte oder mehr auf der von 1 bis 9 reichenden Testskala erreicht, dem wird die [...] mehr...
Die Kosten für diese Erhebungen hätten sich die zwei Institute ersparen können. Für die "Fremdenfeindlichkeit" der Deutschen gibt es eine simple Erklärung, ... salopp gesagt: Die Deutschen würden sich in einem [...] mehr...
Das finde ich ist ein gutes Ergebnis, wenn man mal bedenkt dass in Wirklichkeit mehr als die Haelfte ueberfluessig sind, oder? mehr...
Ich kenne da einen idealen Rückzugs- und Schutzraum für arme, missverstandene, unterdrücke und von Zwangsgermanisierung bedrohte türkische Mitbürger - Anatolien. mehr...
Warum nur für ein Jahr? mehr...
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