Berlin - Ulla Jelpke bringt die Linke in Erklärungsnot. Die Bundestagsabgeordnete und innenpolitische Sprecherin der Fraktion hat ein Grußwort verfasst, das es in sich hat - an die ehemaligen Mitarbeiter des DDR-Auslandsgeheimdienstes, der "Hauptverwaltung Aufklärung" (HVA), einer Unterorganisation der Staatssicherheit (Stasi).
Das Schreiben zur HVA-Jahrestagung am vergangenen Wochenende ist auf Jelpkes Homepage komplett dokumentiert. Die Abgeordnete würdigt darin die Ex-Spione schriftlich für "ihren mutigen Einsatz für den Frieden" - für das viele "nach dem Ende der DDR mit Gefängnis bestraft" worden seien. Die Spione des Bundesnachrichtendienstes, "eines von Altnazis aufgebauten aggressiven imperialistischen Dienstes", seien dagegen für ihre "Operationen gegen den Sozialismus" straffrei ausgegangen: "Diese Ungleichbehandlung ist bis heute ein himmelschreiendes Unrecht, das ein bezeichnendes Verständnis auf den sogenannten 'demokratischen Rechtsstaat' wirft."
Mehr als 20 Jahre nach "der sogenannten Wende" werde noch heute die "Stasi-Keule geschwungen", beklagt sie mit Verweis auf Berichte über die Linke vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen. Dadurch solle "jede positive Erinnerung an soziale Errungenschaften der DDR ebenso wie jede aktuelle Kapitalismuskritik diskreditiert werden".
Während Antikommunisten "mit Schaum vorm Munde an der weiteren Dämonisierung der DDR und insbesondere des Ministeriums für Staatssicherheit" arbeiteten, seien "aus Euren Kreisen umfangreiche nüchterne wissenschaftliche Untersuchungen zur HVA entstanden", schreibt Jelpke den Ex-Agenten. Danach relativiert sie: "Man muss nicht jede Eurer Einschätzungen teilen" - um hinzuzufügen: "Aber es gilt anzuerkennen, dass wohl kaum ein anderer Geheimdienst so umfassend von seinen eigenen ehemaligen Mitarbeitern und Kundschaftern historisch aufgearbeitet wurde wie die Auslandsaufklärung der DDR."
An diesem Donnerstag spricht Rot-Grün in NRW erstmals mit der Linken
Der Vorstand der Linken-Fraktion im Bundestag teilte auf Anfrage des SPIEGEL mit, das Grußwort sei nicht in seinem Auftrag verfasst worden.
Jelpke, 58, Ex-Grüne und bekennende Anti-Kapitalistin, ist über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Bundestag gewählt worden, hat Wahlkreisbüros in Dortmund und Münster - ausgerechnet in NRW wird derzeit kritisch über ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis diskutiert.
Union und FDP werfen SPD und Grünen seit Tagen vor, aus Machtkalkül einen Pakt mit einer Partei einzugehen, die ihre DDR-Vergangenheit immer noch nicht aufgearbeitet habe. Die Liberalen sagten Sondierungsverhandlungen über eine Ampelkoalition ab, weil SPD und Grüne nicht bereit waren, von vornherein Gespräche mit der Linken auszuschließen.
SPD-Landeschefin Hannelore Kraft will an diesem Donnerstagnachmittag mit Grünen und Linken in einer ersten Sondierungsrunde die Chancen für eine gemeinsame Regierung unter ihrer Führung ausloten. Rot-Grün hat angekündigt, dabei die "Demokratiefestigkeit der Linkspartei" zu testen, ihre "Handlungsfähigkeit und Regierungsfähigkeit und viele andere Punkte, die hierbei eine besondere Rolle spielen", sagte Kraft. Die Linke wiederum will die anderen Parteien auf ihre Positionen zur sozialen Gerechtigkeit prüfen.
Wenn die Sondierungsgespräche scheitern, ist noch eine große Koalition realistisch - allerdings wegen eines kleinen Vorsprungs der CDU vor der SPD wahrscheinlich unter Führung von Amtsinhaber Jürgen Rüttgers.
deg/plö/dpa
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Natürlich habe ich den Mähdrescher als pars pro toto überspitzt. Ihre Einlassung ist genauer, auch wenn sich der Vorgang noch weit differenzierter beschreiben ließe. Möglicherweise bekam eine LPG, in der ein entfernter Neffe [...] mehr...
Woher haben sie denn ihre DDR Kenntnisse? Mit welchen Belegschaften wurde welche Entscheidungen getroffen? Kein LPG-Mitglied konnte über die Anschaffung eine Mähdreschers entscheiden. Alle Entscheidunge wurden zentralistisch [...] mehr...
Die SED - Führung hatte nie alles in der Hand, obwohl sie alles versucht hat. Die Form und die Intensität der Repressionen waren aber an keiner Stelle mit denen im Dritten Reich vergleichbar. Und die DDR war furchtbar [...] mehr...
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Da dankt eine aufrechte deutsche Frau fleißigen und mutigen deutschen Männer für ihren entbehrungsreichen Dienst für Deutschland in fremden Ländern, in denen sie nur von Ausländern umgeben waren, und erntet nichts als Häme und [...] mehr...
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