• Drucken
  • Senden
  • Feedback
23.05.2010
 

Leser-Aufruf

Wo die Kommunen den Rotstift falsch ansetzen

Aktion Rotstift: Wo sparen die Kommunen sinnvoll - und wo nicht?Zur Großansicht
DPA

Aktion Rotstift: Wo sparen die Kommunen sinnvoll - und wo nicht?

Kitas und Schulen will CDU-Mann Roland Koch das Sparen verordnen, dabei sind Städte und Gemeinden längst gezwungen, Kosten zu drücken. Aber kürzen die Kommunen am richtigen Ende? Schicken Sie Ihre Beobachtungen an SPIEGEL ONLINE.

Hamburg - Vor dem Rathaus gab es einst einen Zebrastreifen aus Carrara-Marmor: Sindelfingen galt in den achtziger Jahren als reichste Stadt Deutschlands. Doch dann verlagerte der Autobauer Daimler die Produktion der C-Klasse in die USA, und seitdem muss auch die Kommune südwestlich von Stuttgart eisern sparen. Der Bau einer Eissporthalle wurde gestoppt, im Badezentrum wird nun doch kein Schwimmkanal gebaut und ein Becken stillgelegt. Gegen die geplante Schließung einer Hauptschule wegen rückläufiger Schülerzahlen wird es einen Bürgerentscheid geben.

Eines von vielen Beispielen, wie Städte und Gemeinden in Deutschland unter ihren Schulden ächzen. Kürzlich hatte Städtetagspräsidentin Petra Roth gewarnt, Städten und Gemeinden drohe die größte Haushaltskrise seit Bestehen der Bundesrepublik. Sie erwarte ein Defizit von 15 Milliarden Euro - damit würden die Kommunen ihren Negativrekord aus dem Krisenjahr 2003 fast verdoppeln. Roth begründete die Prognosekorrektur mit der ungünstigen Steuerschätzung.

Ähnlich deutlich äußerte sich Hessens Ministerpräsident Roland Koch den Bürgern in einem SPIEGEL-Gespräch: "Die Finanzlage von Bund, Ländern und Kommunen hat sich dramatisch zugespitzt", gab er den Bürgern mit auf den Weg. "Wir leben in dramatischer Weise über unsere Verhältnisse. Die Zeit der Behutsamkeit ist vorbei." In einem anderen Interview hatte der CDU-Politiker angeregt, bei der Bildung und beim Krippenausbau zu sparen und damit für Aufregung auch in seiner Partei gesorgt.

Fest steht: Deutschland droht eine jahrelange Steuerflaute: Bund, Länder und Kommunen müssen sich bis Ende 2013 auf knapp 39 Milliarden Euro weniger Erlöse einstellen.

Vielerorts zittern Kulturschaffende schon vor den Auswirkungen: "Die Lage ist ernst, viele Theater sind in ihrer Existenz bedroht", warnt etwa Alexander von Maravic, kommissarischer Intendant der Oper in Leipzig.

Sterbende Theater, geschlossene Schwimmbäder oder zugesperrte Büchereien - sparen die Kommunen in der Bundesrepublik an der richtigen Stelle? Oder wird der Rotstift auch falsch angesetzt?

SPIEGEL ONLINE will wissen, wie ist die Situation in den Gemeinden und Kommunen? Welche Erfahrungen machen Sie? Schicken Sie uns ihre Berichte per E-Mail ab sofort an: Sparen@spiegel.de, Stichwort: Rotstift.

Mit der Einsendung bestätigen Sie, dass Sie einer honorarfreien Veröffentlichung zustimmen.

als/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 911 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
30.05.2010 von sysop:

Liebe Forums-Teilnehmer, bitte diskutieren Sie mögliche Sparpotenziale in unserem neuen Heft-Forum 'Wie kann die Politik sparen, ohne die Konjunktur abzuwürgen?' unter der URL http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=16336 [...] mehr...

30.05.2010 von Berg:

Danke für Ihre Ausführlichkeit zum Sonntag Mittag. Erster Absatz: dass Sie Informationen suche über die zukünftige Entwicklungen in D als "Glückssuche" abqualifizieren und sich noch aufs GG berufen, führt eben [...] mehr...

30.05.2010 von Heinz-Dietrich A. Saupe:

Ich werfe Ihnen nicht Ihre Meinung vor. Sie fordern in der Diskussion bei der Berufswahl bzw. Studienwahl eine Glücksspieler-Mentalität mit wahrsagerischen Fähigkeiten. Diese Haltung kann ich durchaus kritisieren. Sie [...] mehr...

30.05.2010 von Diskutant_EF:

Natürlich ist sie das. Sie ist genau wie die ehemalige Eigenheimzulage eine staatliche Förderung des Wohnens auf dem Lande. Würde man tatsächlich Erwerbsaufwendungen rückerstatten, müsste man auch allen Bewohnern von [...] mehr...

29.05.2010 von lemmy01:

Nochmals: Die Pendlerpauschale ist keine Subvention. Bei der Besteuerung gilt das Nettoprinzip. Von den Erwerbseinkünften sind die Erwerbsaufwendungen, also Werbungskosten, abzuziehen. Sie sollten dazu vielleicht auch einmal das [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland
alles zum Thema Merkels schwarz-gelbe Regierung

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Mehr dazu im SPIEGEL

Illustration Klaus Voormann für den SPIEGEL; Foto Umklapper: DDP

Heft 21/2010:
Die Beatles
Ringo Starr & Paul McCartney über eine unsterbliche Band

Inhaltsverzeichnis

Titelthema - diskutieren Sie mit

Hier geht es zum E-Paper

Hier kaufen Sie das Heft

Hier finden Sie Ihre Abo-Angebote und Prämien


Abgeordnetenwatch

Wie denkt mein Abgeordneter über das Thema? Auf abgeordnetenwatch. spiegel.de können Sie öffentlich mit Parlamentariern in Kontakt treten, Fragen stellen und Antworten bekommen. Geben Sie einfach Ihre Postleitzahl ein:






TOP



TOP