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21.05.2010
 

Wiedervereinigung

Moskau bot Verhandlungen über Ostpreußen an

Neugestaltetes Stadtzentrum von Kaliningrad: Fernschreiben aus Moskau im Juli 1990Zur Großansicht
DPA

Neugestaltetes Stadtzentrum von Kaliningrad: Fernschreiben aus Moskau im Juli 1990

Brisantes Dokument zur Zeitgeschichte: Moskau brachte nach SPIEGEL-Informationen während der Verhandlungen zur deutschen Einheit Gespräche über den sowjetischen Teil Ostpreußens ins Spiel. Doch die deutsche Seite wehrte ab.

Hamburg - Für die Sowjetunion stand bei der Frage der deutschen Wiedervereinigung nach SPIEGEL-Informationen auch die frühere preußische Provinz Ostpreußen zur Debatte. Der sowjetische Generalmajor Geli Batenin signalisierte im Sommer 1990 gegenüber einem Bonner Diplomaten Interesse an Verhandlungen über den sowjetischen Teil Ostpreußens. Das geht aus einem geheimen Fernschreiben der Botschaft in Moskau vom 2. Juli 1990 hervor.

Zu diesem Zeitpunkt liefen die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der DDR und den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs über die deutsche Einheit auf Hochtouren.

Batenin traf sich mit Joachim von Arnim, dem Leiter des politischen Referats der Botschaft. Dem Fernschreiben zufolge erklärte Batenin, es gebe eine "Frage des nördlichen Ostpreußens" und fügte hinzu: "Dieses Problem werde sich für die Sowjetunion und Deutschland über kurz oder lang stellen."

Batenin zählte damals zum Reformflügel unter den sowjetischen Militärs; Arnim hielt ihn für einen Geheimdienstler. Der deutsche Diplomat gab sich gegenüber den Avancen aus Moskau verschlossen. Arnim antwortete mit dem Hinweis, die Bonner Haltung sei bekannt: "Bei der Vereinigung gehe es um die Bundesrepublik Deutschland, die DDR und das ganze Berlin." Wenn die Sowjetunion "Probleme mit der Entwicklung des nördlichen Ostpreußens habe, so sei das ihre Sache".

Ostpreußen mit der Hauptstadt Königsberg war eine preußische Provinz und zwischen 1920 und 1945 durch den Polnischen Korridor vom damaligen Deutschen Reich geografisch abgetrennt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ostpreußen nach dem Potsdamer Abkommen zwischen Polen und der Sowjetunion aufgeteilt. Allerdings vorbehaltlich einer endgültigen Friedensregelung. Diese folgte 1990 mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag. Dieser legte dann die Oder-Neiße-Linie als Grenze zwischen Deutschland und Polen fest.

mmq

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insgesamt 512 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
25.05.2010 von GeorgeF: Heimat

Ähemm - ich bin dort in Gumbinnen geboren und habe samt Flucht noch deutliche Erinnerungen daran - und fühle mich noch sehr lebendig! Und nein, das nördliche Ostpreussen - Rayon Kaliningrad - ist nicht mehr Teil Deutschlands. [...] mehr...

24.05.2010 von Montanaman:

1. Der Überleitungsvertrag wurde 1954 beschlossen: http://de.wikipedia.org/wiki/Überleitungsvertrag der "2 plus vier Vertrag" 1990: http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-plus-Vier-Vertrag Demnach (oder haben Sie daran [...] mehr...

24.05.2010 von warleslso: Ungläubiger

@Montanaman Ich weiß, wir nerven, aber wir lassen es Ihnen nicht mehr durchgehen Ich zitiere mal kurz aus dem Überleitungsvertrag: Erster Teil Artikel 1 Satz 3 Vertrag zur Regelung aus Krieg und Besatzung entstandener [...] mehr...

24.05.2010 von Montanaman: Bitte verstehen

1. Sie stehen mit Ihren Theorien zum angeblich noch irgendwo schlummernden Deutschen Reich völlig alleine da. Kein Staat auf dieser Welt, keine Organisation, kein Gericht, kein Völkerrechtler zweifelt daran, dass die [...] mehr...

24.05.2010 von Montanaman: Verdunkelung

Sie stellen hier unrichtige Behauptungen auf: 1. Der 2plus4 Vertrag trifft "abschließende Regelungen in Bezug auf Deutschland" und ersetzt so einen Friedensvertrag - erklärbar ist diese Vorgehensweise durch die [...] mehr...

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