Köln - Die Finanzkrise verunsichert die Bundesbürger und verschärft die Imagekrise der Bundesregierung. 78 Prozent der Bundesbürger sind laut ARD-Deutschlandtrend unzufrieden mit der Arbeit der schwarz-gelben Koalition, das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Dagegen äußerten sich gerade noch 20 Prozent der Deutschen zufrieden mit der Regierung (minus sechs Punkte).
Die Mehrheit der Bundesbürger fände der Umfrage zufolge inzwischen eine Große Koalition besser als Schwarz-Gelb. 58 Prozent meinten, dass ein Bündnis aus CDU und SPD bessere Arbeit leisten würde als die derzeitige Regierungskoalition. Nur jeder Fünfte (22 Prozent) befürwortete eine Fortsetzung von Schwarz-Gelb. Auch eine Mehrheit der Unions-Anhänger ist demnach für eine Große Koalition.
Die Maßnahmen der Regierung zur Stützung des Euro lehnten die meisten Befragten ab. 64 Prozent erklärten, die Bürgschaften zur Stützung der Gemeinschaftswährung seien falsch. Nur 31 Prozent befanden sie für richtig. Knapp zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) sind demnach der Ansicht, dass die fehlenden zehn bis 15 Milliarden Euro im Bundeshaushalt im kommenden Jahr nur durch Steuererhöhungen ausgeglichen werden könnten.
SPD holt weiter auf
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bekommt den Unmut der Wähler zu spüren. Sie verliert gegenüber dem Vormonat zehn Punkte und erreicht nur noch eine Zustimmung von 48 Prozent. Dies ist der schlechteste Wert für Merkel seit November 2006. In der Rangliste der beliebtesten Parteipolitiker belegt sie damit nur noch Platz drei - für einen Regierungschef ein schlechter Wert.
An der Spitze der Beliebtheitsliste behauptet sich weiterhin Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vor Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) landet mit einer Zustimmung von 47 Prozent knapp hinter der Kanzlerin auf dem vierten Platz. Schlusslicht bei den abgefragten Parteipolitikern ist weiterhin FDP-Chef und Außenminister Guido Westerwelle mit einer Zustimmung von 24 Prozent.
In der Sonntagsfrage verliert die Union gegenüber dem Vormonat zwei Punkte und kommt nur noch auf 33 Prozent. Die SPD kann dagegen einen Punkt hinzugewinnen und erreicht 27 Prozent. Die FDP verliert einen Punkt und kommt auf sieben Prozent. Die Grünen liegen unverändert bei 16 Prozent. Die Linke legt um einen Punkt zu und erreicht elf Prozent.
Sorgenvoller Blick in die Zukunft
Die Zukunftsaussichten beurteilen die Deutschen der Umfrage zufolge eher pessimistisch: Drei von vier Befragten waren der Ansicht, der schlimmste Teil der Finanzkrise komme erst noch. Insgesamt 54 Prozent der Bundesbürger gehen demnach davon aus, dass sie infolge der Wirtschaftskrise Einbußen beim Lebensstandard werden hinnehmen müssen. 36 Prozent erwarten, dass ihr Lebensstandard in etwa gleich bleiben wird. Nur neun Prozent erwarten eine Verbesserung.
Bei vergleichbaren Fragestellungen zu diesem Thema sei dies das erste Mal, dass eine Mehrheit der Deutschen die eigene wirtschaftliche Zukunft pessimistisch sieht, betonten die Meinungsforscher. Zwei Drittel der Bundesbürger (67 Prozent) sagen: "Ich mache mir Sorgen um meine Ersparnisse." Dies sind 17 Punkte mehr im Vergleich zum Juni vergangenen Jahres.
hen/apn/Reuters
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Ja, wirtschaftlicher Erfolg hat in der Tat mit Geld zu tun. Genauer mit Geld, durch das Arbeitsplätze eingerichtet werden können. Wenn eine Regierung allerdings ausgerechnet solches Geld hoch besteuert, das als Risikokapital [...] mehr...
Wer genau verschiebt denn was? Abgesehen davon, dass "virituelle "Finanzprodukte"" auch nur "virituelle "Gewinne"" produzieren. mehr...
Nun, ohne Kredit kommt man nur aus, wenn man nicht mehr ausgibt, als man einnimmt. Hiergegen versündigen sich die meisten Regierungen. Und die meisten Privatleute. Und wer genau gibt einen Kredit ohne Zinsen (ausser [...] mehr...
Nein, jede Art von Sozialstaat kann sich die Gesellschaft nicht leisten. Und Rendite *erwartungen* sind eben genau das: Erwartungen Ob diese erfüllt werden, ist unsicher. mehr...
...mein lieber, das könnte sogar funktionieren, wenn wir nicht immer mehr Kapital in eine virituelle "Finanzindustrie" für virituelle "Finanzprodukte" verschieben würden. mehr...
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