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01.06.2010
 

Bundesversammlung

Merkel sucht den Konsenskandidaten

Kanzlerin Merkel: Auf der Suche nach dem nächsten BundespräsidentenZur Großansicht
AFP

Kanzlerin Merkel: Auf der Suche nach dem nächsten Bundespräsidenten

Der Termin steht, der Kandidat noch nicht: Bundestagspräsident Lammert hat für den 30. Juni die Bundesversammlung einberufen, um Horst Köhlers Nachfolger zu wählen. Merkel und Co. wollen bei der Kandidatensuche nichts überstürzen - und die SPD einbinden.

Berlin - Der neue Bundespräsident soll am 30. Juni gewählt werden. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) berief für diesen Tag - einen Mittwoch - die Bundesversammlung ein, um den Nachfolger des zurückgetretenen Staatsoberhaupts Horst Köhler zu wählen.

Am Montag war Köhler überraschend mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Sein Nachfolger muss laut Grundgesetz spätestens 30 Tage nach dem Rücktritt gewählt werden. Mit dem 30. Juni hat Lammert die Frist voll ausgeschöpft.

Die Feststellung der auf die einzelnen Länder entfallenden Wahlfrauen und -männer werde vielleicht schon an diesem Mittwoch im Bundeskabinett, spätestens aber am kommenden Montag erfolgen, sagte Lammert. Er will die Präsidenten der Landtage bitten, möglichst schnell ihre Mitglieder für die Bundesversammlung zu benennen. Der Parlamentschef äußerte sich zuversichtlich, dass ein von allen getragener Kandidat als Köhler-Nachfolger gefunden wird.

Merkel und Co. wollen in dieser Sache jetzt Ruhe bewahren. In einem Gespräch der Parteivorsitzenden am Dienstag im Kanzleramt ging es vor allem um das geplante Sparpaket der Regierung, hieß es aus Regierungskreisen gegenüber SPIEGEL ONLINE. Deshalb sei auch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) später zu der Runde hinzugestoßen.

Nachfolge "am Rande" erörtert

Es sei kein Gespräch zu der Präsidenten-Personalie gewesen. Die Beratungen über das Sparpaket seien dazu zu zeitaufwendig und intensiv. Das Thema Köhler-Nachfolge werde allenfalls "am Rande" erörtert. Es werde deshalb auch am Dienstag keine Entscheidung in der Bundespräsidenten-Frage fallen, hieß es weiter. "Es wird definitiv kein weißer Rauch aufsteigen", heißt es im Umfeld der Kanzlerin. Die Entscheidung brauche Zeit. Dafür sagte Merkel auch kurzfristig ihre Teilnahme am Ostseerat der elf Ostseeanrainerstaaten in der litauischen Hauptstadt Vilnius ab. Kanzlerin Merkel werde das Gespräch mit vielen Akteuren suchen, auch eine Unterredung mit SPD-Chef Sigmar Gabriel sei angedacht. Es sei auch noch nicht klar, ob diese Woche bereits entschieden werden könne. Das sei nicht zwingend zu erwarten.

Über einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin Köhlers wird derweil heftig spekuliert. Auch der Name von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist gefallen - die aber will sich nicht an den Spekulationen beteiligen. "Ich finde es ganz wichtig, dass der nächste Bundespräsident oder die nächste Bundespräsidentin hohes Vertrauen in unserem Land genießt", sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin.

Auch wenn jetzt der "Zeitpunkt der Spekulanten" sei, müsse unter großem Zeitdruck eine gute Lösung für die Nachfolge von Horst Köhler gefunden werden.

In der CDU gibt es nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" starke Kräfte in der Parteiführung, die für eine Kandidatur der Arbeitsministerin für das Amt des Bundespräsidenten werben. Sie gilt als eine mit der Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden Angela Merkel ausgesprochen vertraute Politikerin. Die siebenfache Mutter aus Hannover, Tochter des früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, war dem Bericht zufolge bereits 2004 in Merkels engster Auswahl für die Position des Staatsoberhaupts.

ron/anr/Reuters/dpa/apn

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17.06.2010 von Tarja13:

Gut angefangen und dann stark nachgelassen. In den Monaten seit seiner Wiederwahl kaum noch präsent. Wäre er nicht ab und zu ins Ausland gereist, hätte man vermutlich gar nichts mehr von ihm gehört. Was von Anfang an auffiel: [...] mehr...

17.06.2010 von sitiwati: m<n sollte

den Ehrensold mit den anstehenden Kosten der BP Wahl gegenrechnen ! mehr...

17.06.2010 von Typeo:

Was ich gerne hätte? Politiker die sich wie Erwachsene verhalten und sich "Probleme" stellen anstatt da vor weg zurennen. (Nüchtern betrachtet hat Herr Köhler nichts anderes gemacht. Er rennt vor [...] mehr...

17.06.2010 von wolschy: Freigegegeben! Dacapo!

Ist das jetzt Satire? Na ich habe mir den "Großen Zapfenstreich" auch angesehen, das war ja nicht zu toppen, Realkabarett der Spitzenklassen! Hallo Volker Pispers, Hagen Rether, Georg Schramm, Urban Priol und wie Ihr [...] mehr...

17.06.2010 von wolschy: Des Heinrichs neue Kleider

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Procedere nach Köhlers Rücktritt

Kurze Frist

dpa
Der Nachfolger von Bundespräsident Horst Köhler wird am 30. Juni gewählt. In Artikel 54 Absatz 4 des Grundgesetzes ist festgehalten, dass die Bundesversammlung bei vorzeitiger Beendigung einer Amtszeit des Bundespräsidenten spätestens 30 Tage nach diesem Zeitpunkt zur Wahl zusammentritt.

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Der deutsche Bundespräsident

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Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Das Grundgesetz weist dem obersten Repräsentanten zwar viele Aufgaben zu, aber deutlich weniger politische Befugnisse als etwa in Präsidialdemokratien wie Frankreich oder den USA. Er soll sein Amt unparteiisch führen, ist jedoch nicht auf repräsentative Aufgaben beschränkt.

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