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02.06.2010
 

Sondierungsgespräche in NRW

SPD hält sich Koalitionsoptionen offen

SPD-Politikerin Kraft, Ministerpräsident Rüttgers: Kein Entgegenkommen bei PersonalfragenZur Großansicht
dpa

SPD-Politikerin Kraft, Ministerpräsident Rüttgers: Kein Entgegenkommen bei Personalfragen

Der Poker um die Macht in Nordrhein-Westfalen ist weiter offen: CDU und SPD konnten sich auch bei ihrer dritten Sondierungsrunde nicht dazu entscheiden, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen. Sozialdemokratin Kraft will nun mit Grünen und FDP die Möglichkeit einer Ampelkoalition ausloten.

Düsseldorf - Eine große Koalition in Nordrhein-Westfalen erscheint nur noch wenig wahrscheinlich. CDU und SPD beendeten ihre Sondierungsgespräche am Mittwoch ohne konkretes Ergebnis. SPD-Landeschefin Hannelore Kraft äußerte sich nach dem dritten Treffen mit der Union enttäuscht. Die CDU habe "in wesentlichen Bereichen Klarstellungen vermissen lassen", sagte sie. "Das bedauern wir außerordentlich." Sie kritisierte das Festhalten der CDU an Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Die SPD will jetzt schnell mit Grünen und FDP über eine Ampelkoalition reden.

Rüttgers sieht dagegen "alle Voraussetzungen" erfüllt, um Koalitionsverhandlungen erfolgreich abzuschließen. Es gebe "nicht nur ein Minimum an Gemeinsamkeiten". CDU und SPD sähen vieles gemeinsam, sagte der CDU-Landesvorsitzende. "Bei wenigem gibt es erhebliche Schwierigkeiten." Mit gutem Willen sei es möglich, gemeinsam ein attraktives Zukunftsprogramm für NRW zu entwickeln. Die Menschen wollten die große Koalition. Die CDU stehe deshalb für weitere Gespräche zur Verfügung.

Kraft kritisierte vor allem die Haltung der CDU in der Schulpolitik. "Ein längeres gemeinsames Lernen aller Kinder ist nach diesen Gesprächen nicht möglich", sagte sie. Die CDU habe auch in der Personalfrage kein Entgegenkommen gezeigt. "Ein politischer Neuanfang für Nordrhein-Westfalen muss auch einen personellen Neuanfang beinhalten", sagte sie. In den Sondierungsgesprächen habe sich die CDU aber um ein gutes Klima bemüht. Auch der Versuch, zu einem neuen Miteinander zu kommen, sei erkennbar gewesen.

SPD will Grünen und FDP Sondierungsgespräche vorschlagen

Rüttgers betonte, als stärkste Partei habe die CDU den Anspruch, den Regierungschef zu stellen. Außerdem mache jede Partei ihre Personalvorschläge selbst. CDU und SPD haben im Landtag jeweils 67 Mandate, die CDU ist mit einem Vorsprung von knapp 6000 Stimmen stärkste Partei. In der Schulpolitik sieht Rüttgers Ansatzpunkte für Koalitionsverhandlungen. Es habe bereits "eine ganze Reihe von Bewegungen und Anknüpfungspunkten gegeben". Beim Schulsystem gebe es allerdings keine Übereinstimmung. Die SPD will eine Gemeinschaftsschule einführen, die CDU am gegliederten Schulsystem festhalten.

Die SPD will Grünen und FDP vorschlagen, bereits an diesem Freitag oder am kommenden Dienstag Sondierungsgespräche über eine Ampelkoalition aufzunehmen. Danach will die SPD ihre Parteibasis informieren und anschließend entscheiden, mit wem sie Koalitionsverhandlungen aufnimmt.

Unmut an der FDP-Basis

Die Liberalen hatten erst am Montag ihr Nein zu Gesprächen mit SPD und Grünen zurückgezogen. Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann beurteilt die Chancen für eine Regierung von SPD, Grünen und FDP allerdings skeptisch. "Ich habe noch überhaupt kein inhaltliches Signal von der FDP gehört, was sie denn anders machen will", sagte sie im WDR-Hörfunk.

An der FDP-Basis regt sich unterdessen Unmut über den Kurswechsel der Parteiführung. Der Kreisvorstand Mönchengladbach missbilligte in einem Beschluss die Entscheidung des Landesvorstands, doch für Gespräche über eine Koalition mit SPD und Grünen zur Verfügung zu stehen. Vor der Landtagswahl hatten die Liberalen eine Ampel- Koalition abgelehnt, weil SPD und Grüne ein Bündnis mit der Linkspartei nicht ausgeschlossen hatten.

luk/dpa/apn

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insgesamt 4553 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
09.06.2010 von galaxyaner: Neuwahlen!

Neuwahlen wären das Beste für NRW. ABER, es gibt ja die Umfallerpartei FDP und da diese höllische Angst davor hat bei Neuwahlen unter die 5% zu fallen, werden diese jetzt jeden Hebel in Bewegung setzen und doch mit der SPD und [...] mehr...

09.06.2010 von Bruno67:

Gehts noch ein bischen platter, liebe Klapperschl.. - huch, Kurt, das kam ja von Ihnen ! - Solche niveauvollen Beiträge kommen doch sonst nur aus Neu-Isenburg ;-) mehr...

09.06.2010 von Emil Peisker:

Danke für den Zuspruch.:-)) mehr...

09.06.2010 von sichersurfen:

Sie haben es beschrieben. Es ist relativ einfach den Landtag aufzulösen. Auch die neuen Abgeordneten von SPD, Grüne, Die Linke müssen sich wohl keine Sorgen machen. Von diesen Parteien kommen nach einer Neuwahl mehr Abgeordnete [...] mehr...

09.06.2010 von docmatthew: Neuwahlen

Hallo Savage, natürlich wären Neuwahlen irgendwie die "sauberste" Lösung. Aber so einfach ist das nicht. Und es geht auch nicht per ordre di mufti. Um Neuwahlen ansetzen zu können, müsste sich der Landtag [...] mehr...

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