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09.06.2010
 

Spardebatte

FDP-Politiker Kubicki schlägt Steuererhöhung vor

FDP-Politiker Kubicki: "Zumutbar und sehr vernünftig"Zur Großansicht
DDP

FDP-Politiker Kubicki: "Zumutbar und sehr vernünftig"

Mit dem Versprechen von Steuersenkungen bestritt die FDP ihren Bundestagswahlkampf, nun bringt der erste Liberale eine Erhöhung der Abgaben ins Gespräch. Schleswig-Holsteins Fraktionschef Kubicki schlägt eine Anhebung des Spitzensatzes vor.

Berlin - Zwischenruf aus Schleswig-Holstein: Der Kieler FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki würde eine Erhöhung des Spitzensatzes bei der Einkommensteuer unterstützen. In der "Leipziger Volkszeitung" bezeichnete Kubicki eine Anhebung des Satzes für besonders hohe Einkommen von derzeit 45 auf 47,5 Prozent als "zumutbar und sehr vernünftig". Er fügte hinzu: "Daraus sollten wir kein Tabu machen." Die Erhöhung sieht er aber unter dem Vorbehalt, dass "das so gewonnene Geld zur Entlastung der unteren und mittleren Einkommensbezieher" im System bleibe.

Der Steuersatz von 45 Prozent gilt für Jahreseinkommen von 250.000 Euro aufwärts. Der reguläre Spitzensteuersatz liegt bei 42 Prozent. Die Anhebung um drei Prozent hatte die Große Koalition auf Betreiben der SPD beschlossen.

Korrekturen an der Einkommensteuer waren im Vorfeld der Kabinettsklausur der Bundesregierung zum Sparprogramm nicht zuletzt am Widerstand aus der FDP gescheitert. Die Liberalen hatten im Bundestagswahlkampf mit Steuersenkungen geworben.

Kubicki zeigte sich dem Bericht zufolge "erschüttert" über die Ergebnisse einer Umfrage, der zufolge die Liberalen derzeit nur noch bei rund fünf Prozent liegen. Für dieses Zwischenzeugnis sollten auch diejenigen "eine Art Sparbeitrag erbringen", die die notwendige Leistung "nicht erbracht" hätten, forderte der FDP-Landespolitiker mit Blick auf die Bundespartei. Zum Beispiel könne die Spitze der FDP-Bundestagsfraktion unter Führung von Birgit Homburger "freiwillig auf die Hälfte der jüngsten Anhebung ihrer Führungsbezüge verzichten", sagte Kubicki der Zeitung.

Kubicki ist der erste FDP-Politiker, der Steuererhöhungen vorschlägt. Er gilt in der Bundespartei allerdings eher als Außenseiter.

ffr/AFP/dpa

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