Berlin - SPD-Chef Sigmar Gabriel hat der schwarz-gelben Koalition angesichts der Krise Zusammenarbeit bei den nötigen Sparmaßnahmen angeboten. Seine Partei wolle im Bundesrat keine generelle Blockadepolitik betreiben. "Wir wollen in keinem Fall eine große Koalition, aber natürlich kennen wir den Ernst der Lage", sagte Gabriel dem "Handelsblatt". "Auch ohne große Koalition könnte man in den zentralen Fragen unseres Landes einen Pakt der Vernunft schließen."
"Es ist vollkommen klar, dass wir sparen und konsolidieren müssen", betonte der SPD-Vorsitzende. Die SPD setze zuallererst auf Subventionsabbau, sagte Gabriel. "Da können wir problemlos rund zehn Milliarden Euro pro Jahr einsparen." Die Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers müsse zurückgenommen werden. Auch die Absetzbarkeit von Spritkosten bei Dienstwagen sei "das Gegenteil von ökologisch, weil es zum Kauf von Spritschluckern animiert". Um trotz des Sparens Investitionen stärken zu können, wolle die SPD den "Spitzensteuersatz um mindestens zwei bis drei Prozentpunkte anheben."
Um die Akzeptanz höherer Steuern zu verbessern, denke seine Partei zudem darüber nach, "wie wir transparenter machen können, wo wir die Steuermittel einsetzen", sagte der SPD-Politiker. So wären viele Menschen bereit, etwa für Mehrausgaben im Bildungsbereich höhere Steuern zu akzeptieren. Jedoch würden sie Politikern nicht glauben, dass das Geld auch an der richtigen Stelle eingesetzt werde.
Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth warnte die Opposition derweil vor dem Ruf nach Neuwahl. "Ich finde die Neuwahl-Debatte zwei Wochen vor der Bundespräsidentenwahl falsch; das widerspricht dem Respekt gegenüber dem Amt des Präsidenten", sagte Roth dem Münchner Merkur.
Stattdessen sollte die Opposition die Abstimmung im Bundestag über das Sparpaket "zur Vertrauensfrage für die Regierung zu machen", sagte Roth. "Ich glaube, dass im Bundestag einige Koalitionsabgeordnete dieses Sparpaket nicht unterstützen werden."
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hatten in den vergangenen Tagen Neuwahlen gefordert.
anr/dpa/apn
Auf anderen Social Networks posten:
Aber die Bürger haben das Grokodil nicht meht gewollt, und so geschah es wundersamerweise, dass viele der Wahl fernblieben oder sogar aus reiner Verzweiflung bei der FDP ihr Kreuzchen machten, worauf diese weder programmtisch [...] mehr...
Ist für mich nicht maßgebend. Auch da hat die Mehrheit entschieden, eine Minderheit muss sich fügen. Zurechtkommen müssen alle. mehr...
Falls unser erstklassiger Kindergarten das WM-Finale erreicht oder gar noch mysteriöserweise Weltmeister wird, langt es noch für dieses Jahr. Einiges in Deutschland, wahrscheinlich nur das wenigste, ist vielleicht gar nicht so [...] mehr...
jetzt kann auch Bundesgesundheitsminister nur eine Beitragserhöhung präsentieren ! Und er wollte doch eine grundlegende Reform durchsetzen ! Geschafft hat er noch nicht einmal ein Reförmchen. Aus der Union selbst [...] mehr...
In unserer Regierung bräuchten wir wieder eine Große Koalition, also aus CDU und SPD. Während dieser Zeit ging es bergauf. Steinmeier und Merkel konnten gut zusammenarbeiten und Steinmeier war als Außenminister besser geeignet als [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Deutschland | RSS |
| alles zum Thema Merkels schwarz-gelbe Regierung | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH