Ulm - Im März fiel das Urteil gegen die vier Mitglieder der Sauerland-Gruppe. Nun soll einer der Männer seine deutsche Staatsangehörigkeit wieder verlieren und nach seiner Haft in die Türkei abgeschoben werden. Die Ausländerbehörde der Stadt Ulm entzog Atilla Selek die Staatsbürgerschaft bereits, wie sein Anwalt Axel Nagler am Dienstag einen Bericht des Südwestrundfunks bestätigte.
Der 25-Jährige habe aber Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt, sagte der Anwalt. Der Abteilungsleiter der Ausländerbehörde, Roland Oed, erklärte, diese habe die Einbürgerung wegen "arglistiger Täuschung" widerrufen. Selek habe die deutsche Staatsangehörigkeit 2005 erhalten, obwohl gegen ihn ein Ermittlungsverfahren lief.
Wegen Seleks Widerspruch sei die Verfügung aber noch nicht rechtskräftig. Der Anwalt des 25-Jährigen sagte, die Behörde habe von Seleks Strafverfahren gewusst. Die Argumente für den Entzug der Staatsbürgerschaft seien deshalb "an den Haaren herbeigezogen".
Dem SWR zufolge machte die Stuttgarter Landesregierung beim Entzug der Staatsbürgerschaft Druck. Ihrer Auffassung nach hätte Selek die deutsche Staatsangehörigkeit nie erhalten dürfen, berichtete der Sender.
Es habe aber eine Informationspanne gegeben: Die Stadt Ulm habe nach Prüfung von Seleks Einbürgerungsantrag keine Einwände erhoben. Parallel habe es aber bei Landeskriminalamt und Verfassungsschutz Hinweise auf die Nähe Seleks zur Ulmer Islamistenszene sowie ein Ermittlungsverfahren der bayerischen Polizei gegen ihn gegeben.
Diese Erkenntnisse seien aber offenbar nicht an das zuständige Ausländeramt weitergegeben oder dort bei der Einbürgerung nicht berücksichtigt worden, berichtete der SWR. Nun wirft die Stadtverwaltung Selek vor, er habe die Behörde bei seinem Antrag arglistig getäuscht, in dem er das Ermittlungsverfahren verschwiegen habe.
Selek würde bis vor das Verwaltungsgericht ziehen
Sollte der Widerspruch scheitern, will Selek nach Angaben seines Anwalts vor dem Verwaltungsgericht klagen. Nagler erklärte, er habe sein Mandat nach der Einlegung des Widerspruchs an eine andere Juristin abgegeben.
Selek wurde 1985 als Sohn türkischer Einwanderer in Ulm geboren und erhielt 2005 die deutsche Staatsbürgerschaft. Als Helfer der Sauerland-Gruppe wurde der Deutsch-Türke zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Er sitzt derzeit in der Justizvollzugsanstalt in Freiburg ein.
Die Mitglieder der Sauerland-Gruppe hatten zugegeben, im Auftrag der Islamischen Dschihad Union (IJU) in Deutschland Autobomben-Anschläge auf US-Soldaten in Discos, Kasernen und Flughäfen geplant zu haben.
mmq/apn/AFP
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Das ist gewaltiger Schwachsinn den Sie da schreiben ! Gewisse Begriffe werden einfach instrumentalisiert und es wird Angst geschürt.Aber das sehen Sie anscheinend nicht. Ich will den Islam in keinster Weise verteidigen,im [...] mehr...
In der Tat interpretieren ungebildete Menschen alles wie es in ihr durchgeknalltes Weltbild passt,das ist genau die Gefahr. Leider reicht die Lektüre eines Gottesbuches alleine nicht aus,zusätzlich sind geschichtliche Kenntnisse [...] mehr...
Ist es nicht seltsam, dass es immer wieder Leute gibt, die auf das Gewäsch der Ideologen hereinfallen? Die ewigen, gebetsmühlenhaft, wiederholten Beteuerungen, "Dschihad" bedeute "Anstrengung" und eigentlich [...] mehr...
Ich wundere mich eher darüber, mit welchen Argumenten das passieren soll bzw. warum es passieren soll. Jemand, der in ein anderes Land einwandert oder durch Sonderregelung als dort Geborener zwei Staatsbürgerschaften hat sollte [...] mehr...
Der Begriff Dschihad wird im Koran genauso dargestellt, wie er von den meisten auch richtig verstanden wird. Er kommt dort häufiger vor und die meisten Stellen beschreiben mit diesem Begriff den bewaffneten Kampf gegen die [...] mehr...
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