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23.06.2010
 

"Wilhelminische Großspurigkeit"

Altkanzler Schmidt schmäht Merkel

Altkanzler Schmidt: "Das kann nicht funktionieren"Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE

Altkanzler Schmidt: "Das kann nicht funktionieren"

Es ist ein verbaler Rundumschlag vom Altkanzler. Helmut Schmidt rechnet in einem Interview mit der Regierung ab. Er attestiert ihr "törichtes" Verhalten im Umgang mit Frankreich, Merkels Finanzmarktpolitik nennt er "zum Schieflachen". Auch der EU-Kommission gab der Politik-Veteran noch einen mit.

Berlin - Die Eminenz teilt aus. In einem Interview des Magazins "Cicero" hat Altkanzler Helmut Schmidt(SPD) sich entsetzt über den Umgang der deutschen Regierung mit Frankreich gezeigt und darüber hinaus Kritik an Angela Merkel geübt. Seine Entrüstung verpackte der SPD-Politiker in scharfe Worte und griff dabei zu einem historischen Vergleich. Die Bundesregierung habe einen "Hang zur wilhelminischen Großspurigkeit". Die Art und Weise, wie sie in den vergangenen Monaten mit den Franzosen umgegangen sei, bezeichnete Schmidt als "töricht".

Das Verhältnis zwischen Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war wochenlang zerrüttet - jüngst lud die Kanzlerin Sarkozy kurzfristig wieder aus, ein Treffen in Berlin wurde verschoben. In wesentlichen wirtschafts- und währungspolitischen Fragen vertraten Berlin und Paris unterschiedliche Auffassungen.

Den Versuch von Bundeskanzlerin Merkel, mit dem Verbot von sogenannten Leerverkäufen auf dem Finanzmarkt das globale Spekulationsgeschäft einzudämmen, hält Schmidt für eine Politik "zum Schieflachen", da die Geschäfte dann außerhalb Deutschlands getätigt würden. "Ich hoffe, dass sie weiß, dass es Unfug und wirkungslos ist", sagte Schmidt.

Scharfe Kritik übte Schmidt auch an der Erweiterung der Europäischen Union auf 27 Mitgliedstaaten. "Es ist so klar wie dicke Tinte, dass dies nicht funktionieren kann." Die Kommission in Brüssel sei mit 27 Kommissaren "ein Aberwitz". Jeder Kommissar habe noch tausend Leute unter sich. Das sei "absoluter Unfug" sagte der Altkanzler.

anr/ddp

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insgesamt 185 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
26.06.2010 von Willie: -

Tatsache ist: Er ist nicht Bundeskanzler, braucht nicht zu entscheiden und zu fuehren, braucht nur zu behaupten es besser zu wissen. Merkel dagegen ist und muss. Ein fundamentaler Unterschied. Damals als Schmidt Bundeskanzler [...] mehr...

25.06.2010 von onzapintada: Bundesbank: pro Monetarismus contra gute Löhne

D'accord. Doch. Wenn die Notenbank die volkswirtschaftlich, d.h. fuer Wachstum und Beschaeftigung, optimalen Zielinflationsraten unterläuft. Und in den Jahren vor der Krise lief es woanders besser. Allein in Deutschland [...] mehr...

25.06.2010 von c++: .

Man kann das Wirtschaftswunder nicht von der erfolgreichen Arbeit der Bundesbank trennen. Andere Länder haben trotz guter Voraussetzungen einen solchen Wirtschaftsaufschwung nicht erreicht. Das hat natürlich schon mit [...] mehr...

25.06.2010 von onzapintada: Erfolgsgeschichte der Bundesbank - bis 1973

Die Geschichte der Bundesbank war ein Erfolg, zur Zeit des Wirtschaftswunders, das auch immer ein Lohnsteigerungswunder war. Ab 1973 hat die Bundesbank dann mit ihrer Hinwendung zum Monetarismus das Stabilitaetsgesetz von [...] mehr...

25.06.2010 von teopred2: Mumpitz ist das.

Gestern hab ich mich ja beherrscht, aber nun das volle Programm gegen den Unfug. Die Banken können von den Managern und Politikern rekapitalisiert werden, haben doch die das Geld rausgeschleppt und ausser in die eigenen Taschen [...] mehr...

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