Berlin - Eine öffentlich gewordene SMS von Bundeskanzlerin Angela Merkel an den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel sorgt nach SPIEGEL-Informationen für nachhaltige Verstimmung im Kanzleramt. Bis auf weiteres hat Merkel den Kontakt zu Gabriel eingestellt. Ob und wie er wiederaufgenommen wird, will sie später entscheiden. Die Veröffentlichung sei "ein einmaliger Vorgang, schlichtweg ungeheuerlich und durch nichts zu erklären oder zu entschuldigen", heißt es in Regierungskreisen gut drei Wochen nach dem Vorfall.
Gabriel hatte Merkel in einer SMS Joachim Gauck als überparteilichen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen, Merkel hatte darauf geantwortet: "Danke für die info und herzliche grüße am". Anfrage und Antwort erschienen im SPIEGEL. Die Verstimmung bei der Kanzlerin ist so groß, dass sie einen Entschuldigungsversuch des SPD-Chefs, den dieser via SMS unternahm, unbeantwortet ließ.
Im Kanzleramt wird nun argumentiert, dass es bisher gängige Praxis im politischen Umgang von Opposition und Regierung gewesen sei, dass der Kanzler und der Oppositionsführer sich darauf verlassen könnten, dass Vier-Augen-Gespräche oder Telefonate diskret behandelt würden. Das hätten beispielsweise Bundeskanzler Gerhard Schröder und Oppositionschefin Merkel immer so gehalten. Auch zu den Parteichefs Matthias Platzeck, Kurt Beck und Franz Müntefering habe die Kanzlerin in Ausnahmesituationen stets vertraulichen Kontakt gepflegt, nie habe es da Probleme gegeben. Gabriels Vertrauensbruch hat nun jenseits der Funkstille operative Folgen.
Hoher Abstimmungsbedarf
In der Regierung wird damit gerechnet, dass in den kommenden Wochen durch die neuen Machtverhältnisse im Bundesrat der Abstimmungsbedarf mit der SPD-Spitze größer werden wird. Wenn SPD und Grüne Mitte Juli eine Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen bilden, fehlt der Berliner Regierungskoalition in der Länderkammer die absolute Mehrheit. Für viele ihrer Vorhaben muss Merkel daher um Zustimmung werben.
Auch die weitere Handhabung der Euro-Krise könnte einen Kontakt nötig machen. Ein Ausweichen auf den Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, den Merkel als seriösen Gegenpart schätzt, kommt aus protokollarischen Gründen nicht in Frage. Im Kanzleramt wird nun überlegt, in welcher Form künftig in solchen Fällen mit Gabriel kommuniziert werden könnte. Selbst ein Telefonat scheide nach dieser Erfahrung aus, heißt es.
mik
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Die Merkel ist doch nur stinkig, weil ihre Lüge aufgedeckt wurde. Interessanterweise ist in den Medien aber viel mehr über den "Vertrauensbruch" als über Merkels Lüge zu lesen. Ein bisschen funktionieren die [...] mehr...
Auch ich bemyhe mich um Gemytlichkeit in der Wahrnehmung der politischen Byhne. Da sind wir zusammen. Ich halte Herrn Gabriel allerdings fyr zu verwoben in dieses Backstage-Szenario, als dass die Indeskretion von ihm selbst [...] mehr...
Da haben Sie sich wohl im Threat geirrt. Bei "Gesellschaftsspalter ohne Rückrat und Anstand" fallen mir sofort ganz andere Politclowns ein, wie etwa der Möwenpick-Guido: anderen spätrömische Dekadenz vorwerfen aber [...] mehr...
An dieser Stelle gibt es nichts zu verstehen, sondern eine Vielzahl zulässiger Meinungen. Ein Austausch darüber muss nicht zwangsläufig zu neuen Erkenntnissen führen. Wozu diente eigentlich der nachträgliche Versuch von Herrn [...] mehr...
Der Gabriel nd die merkel hatten/haben ein ,,vertrauliches Verältniss,, schau schau, wer hätte das gedacht ... Sehr unappetitliche Vorstellung wie ich finde. In jeder Hinsicht. mehr...
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