Von Maria Marquart, Anne Onken und Katharina Peters
Hamburg - Es wäre eine historische Niederlage für Union und FDP: Sollte Christian Wulff bei der Wahl zum Bundespräsidenten am Mittwoch unterliegen, wäre in der Geschichte der Bundesrepublik zum ersten Mal der gemeinsame Kandidat einer Koalition gescheitert, obwohl sie deutlich mehr als die notwendige absolute Mehrheit in die Bundesversammlung schickte. Bei dieser Wahl entsendet die schwarz-gelbe Koalition 644 Wahlleute.
Sein Herausforderer Joachim Gauck hofft jedenfalls auf die Sensation. Und doch ist ein solcher Ausgang eher unwahrscheinlich. Allenfalls ein Achtungserfolg wird Gauck von den meisten politischen Beobachtern zugetraut. Vielleicht muss Wulff in einen zweiten Wahlgang, selbst ein dritter Durchgang scheint möglich.
Fest steht: Wulff ist von seiner Wahl fest überzeugt. Er denkt bereits laut über seine Pläne als Staatsoberhaupt nach. Wulff will eine Denkfabrik gründen, eine Spielecke für seinen zweijährigen Sohn im Schloss Bellevue einrichten, und einer Reise zum WM-Finale in Südafrika wäre er nicht abgeneigt, falls die deutsche Mannschaft das Endspiel erreicht. Doch zuvor müsste die DFB-Elf erst einmal Argentinien schlagen - und Wulff seinen Konkurrenten Gauck.
Die Bundesbürger haben bereits einen Favoriten. Die Mehrheit wünscht sich Gauck im höchsten Staatsamt. Laut einer Umfrage halten 42 Prozent der Deutschen den parteilosen Kandidaten für den besseren Präsidenten. Wulff kommt nur auf 36 Prozent Zustimmung. Doch welchen Bundespräsidenten das Volk bekommt, entscheiden nicht die Bürger direkt, sondern die Wahlmänner und -frauen der 14. Bundesversammlung.
Wen schicken die Parteien in die Bundesversammlung? Wie läuft die Wahl genau ab? Und ist das Votum wirklich eine Schicksalsentscheidung? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Präsidentenwahl.
Auf anderen Social Networks posten:
wir wählen viel zu oft. Obwohl,dieses Mal wärs sinnvoll gewesen. H.Gauck wär,nicht nur für mich,respektabler. H.Wullf,treten Sie zurück,dann verdienen Sie noch etwas Respekt. mehr...
Sind Sie wirklich ernsthaft der Meinung, daß Heino einen geringeren IQ oder eine geringere Redebegabung als seine Vorgänger hätte? Warum also sollte er ungeeigneter sein? mehr...
oder die Kriege der Bundeswehr, über HATZ IV und/oder über Zuwanderungsgesetze, aber das wäre ja Demokratie um Gottes Willen bloß nicht. Es ist Sch...egal von wem oder ob dieser völlig überflüssige Hansel nun gewählt wird. [...] mehr...
Der Bundeskanzler kann viel mehr Schaden anrichten und wird auch nicht vom Volk gewählt. mehr...
der Bundespräsident, mir ist davon noch nie etwas aufgefallen. Weshalb es völlig gleichgültig ist ob und von wem der Mann nun gewählt oder nicht gewählt wird. Ich brauche im Übrigen Niemanden der mich vertritt, das kann ich [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Deutschland | RSS |
| alles zum Thema Bundespräsidentenwahl 2010 | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH