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04.07.2010
 

Volksentscheid

Strikte Rauchgegner siegen in Bayern

Volksentscheid in Bayern: Bald wird hier Deutschlands schärfstes Rauchverbot geltenZur Großansicht
ddp

Volksentscheid in Bayern: Bald wird hier Deutschlands schärfstes Rauchverbot gelten

In Bayern wird bald Deutschlands strengstes Rauchverbot gelten. Beim Volksentscheid stimmten fast zwei Drittel der Wähler dafür, das Rauchen in Kneipen, Gaststätten und Bierzelten zu verbieten - ohne Ausnahmen. Die Wahlbeteiligung fiel überraschend gering aus.

München - Bayern steht vor der Einführung des bundesweit strengsten Rauchverbots in der Gastronomie. Bei einem Volksentscheid siegten die strikten Rauchgegner klar. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis stimmten 61 Prozent der Wähler dafür, das Qualmen in Kneipen, Gaststätten und Bierzelten ausnahmslos zu verbieten. Das Gesetz tritt am 1. August in Kraft.

Im Freistaat waren am Sonntag knapp 9,4 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag nach dem vorläufigen Endergebnis bei 37,7 Prozent und damit deutlich niedriger als bei Landtags- oder Bundestagswahlen üblich. Es musste aber kein bestimmtes Mindest-Quorum erreicht werden.

Bei der Wahl wurde die Initiative "Ja! zum Nichtraucherschutz" von der SPD, den Grünen, regionalen Nichtraucher-Initiativen, Sport- und Ärzteverbänden sowie Umwelt- und Gesundheitsorganisationen unterstützt. Dagegen trat das Bündnis "Bayern sagt Nein!" an - getragen vom Verein zum Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur und der Tabakindustrie.

Bei einer Mehrheit der Gegner wäre es bei den geltenden Regeln geblieben. Demnach ist das Rauchen im Freistaat in Schulen, Bahnhöfen, öffentlichen Gebäuden und Speisegaststätten verboten. Ausnahmen sind aber Festzelte, Nebenräume größerer Gaststätten und Eckkneipen, wenn diese kleiner als 75 Quadratmeter sind und Jugendliche unter 18 Jahren keinen Zutritt haben. Hier kann der Wirt selbst entscheiden.

Damit ist es ab August vorbei. Künftig wird es nur ganz wenige Ausnahmen geben, zum Beispiel dürften psychisch Kranke weiter in speziellen Räumen in Kliniken rauchen.

Bayerns FDP kritisiert den Koalitionspartner CSU

Der Volksentscheid wurde auch möglich, weil sich die CSU in Bayern nicht festlegen wollte und in der Frage neutral blieb. 2008 hatte die Partei, damals noch mit absoluter Mehrheit ausgestattet, ein scharfes Gesetz zum Schutz von Nichtrauchern auf den Weg gebracht. Doch nach herben Stimmverlusten bei der Landtagswahl änderte sie ihre Position, schließlich war die Initiative in weiten Teilen der Bevölkerung unpopulär und wurde als ein Grund für die Wahlschlappe ausgemacht. Das Rauchverbot wurde wieder gelockert.

Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) hat den Ausgang des Volksentscheids als "gute Entscheidung" begrüßt. Es handle sich nicht um eine Niederlage der CSU, sagte Söder am Sonntag im Bayerischen Rundfunk. Die Politik habe ohnehin keine befriedigende Entscheidung getroffen. Nun habe das Volk als Souverän abschließend entschieden. Die Staatsregierung habe sich im Vorfeld bewusst neutral verhalten.

Die Befürworter des strikten Rauchverbots jubilierten. "Liebe Staatsregierung, lieber Herr Seehofer, vielleicht sollten Sie öfter das Volk entscheiden lassen", rief der Sprecher des Aktionsbündnisses "Ja zum Nichtraucherschutz", Sebastian Frankenberger (ÖDP). Grünen-Landeschefin Theresa Schopper sprach von einem "schönen Tag für den Gesundheitsschutz in Bayern". Und SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen sagte: "Der Verlierer des Tages ist die CSU." Die Bürgerinnen und Bürger hätten deutlich gemacht, dass sie des jahrelangen Hin und Hers der CSU überdrüssig seien.

Der Sprecher des Raucher-Aktionsbündnisses "Bayern sagt Nein", Franz Bergmüller, machte für die Niederlage vor allem die geringe Wahlbeteiligung verantwortlich. Wenige Prozent der Bevölkerung hätten einen großen Teil der Menschen "majorisiert". "Das wird nicht zur Befriedung der Gesellschaft beitragen, sondern zu einer weiteren Spaltung und zum Denunziantentum", sagte Bergmüller.

Die FDP kritisierte den Koalitionspartner CSU. Vize-Ministerpräsident Martin Zeil warf die Frage auf, warum die CSU sich nicht in gleicher Weise wie die FDP für das gemeinsame Gesetz eingesetzt habe. FDP-Landtagsfraktionschef Thomas Hacker sagte: "Die CSU hat den Kopf eingezogen." Der niederbayerische CSU-Bezirkschef Manfred Weber mahnte seine Partei in der Montagsausgabe des "Münchner Merkur": "Ein Hin und Her zahlt sich nicht aus."

Auf dem Oktoberfest, das 2010 seinen 200. Jahrestag feiert, darf allerdings noch einmal geraucht werden. Erst 2011 muss eine neue Regelung dort umgesetzt werden.

ler/otr/Reuters/dpa

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11.07.2010 von Schweigbrecher: Manipulativ...

... ich würd eher sagen: ...Etwas unterschwellig Denkanstoßendes... Natürlich bilde auch ich mir ein, hier mit meinen Beträgen in den Köpfen anderer Forumsteilnehmer etwas bewegen zu können. - Wenn es Sie betreffen sollte, [...] mehr...

11.07.2010 von *42*:

Sie haben diese Forderung oder der Entwicklung dahin anderen unterstellt (jetzt mal wirklich wortgeklaubt), soweit zum Thema Manipulation... ...warum schreiben Sie dann eigentlich sowas????? mehr...

11.07.2010 von promedico: yepp

Ich kenne niemanden, der mit so einer Regelung nicht zufrieden wäre.... mehr...

11.07.2010 von Robert Rostock:

Is mir irgendwie zu hoch... Aber ich bin ja auch kein Raucher. Äääh, nein. mehr...

11.07.2010 von hdwinkel: Zitat

Da Sie gewillt sind Wortklauberei zu betreiben zitiere ich mich mal selbst: Wo bitte fordere ich hier einen Rauchzwang? mehr...

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Geschichte des Rauchverbots in Deutschland

Erster Versuch scheitert jäh

Im Jahr 1998 wollten mehrere Fraktionen ein Nichtraucherschutzgesetz in den Bundestag einbringen, der damalige Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) torpedierte den Plan.

Die Initiative von Lothar Binding

Die Bundesregierung begräbt den Plan

Die Landeschefs preschen vor

Der föderale Flickenteppich


Rauchverbote in Deutschland

Deutschlandweit

DPA
Das seit dem 1. September 2007 geltende Gesetz zum Nichtraucherschutz schreibt ein grundsätzliches Rauchverbot in allen öffentlichen Einrichtungen des Bundes und im öffentlichen Personenverkehr vor.

Die Rauchverbote sind in den Ländern zwar unterschiedlich strikt. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2008 ist das Rauchen aber in den meisten Ländern zumindest in kleinen Einraumkneipen bis zu 75 Quadratmetern gestattet.

Baden-Württemberg

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Die Volksabstimmung ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Formen direkter Beteiligung des Volkes an politischen Entscheidungen. Man unterscheidet zwischen:

Volksbegehren

Volksbefragung

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