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05.07.2010
 

Nach Volksentscheid in Bayern

Nichtraucherlobby verlangt Qualm-Verbot in ganz Deutschland

Volksentscheid: Rauchzeichen aus Bayern
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DDP

Die Bayern stimmten für das strengste Rauchverbot Deutschlands - Nichtraucherschützer verlangen jetzt bundesweit qualmbefreite Kneipen. Die Politik müsse das strikte Verbot im Arbeitsschutzgesetz einheitlich verankern, fordern sie.

Köln - In Bayern darf in Gaststätten, Kneipen und Bierzelten nicht mehr geraucht werden - ohne Ausnahmen. Nach dem Volksentscheid wollen die Initiatoren des strikten Rauchverbots bundesweit aktiv werden.

Das kündigte der Sprecher des "Aktionsbündnisses "Ja zum Nichtraucherschutz", Sebastian Frankenberger, im Deutschlandfunk an. Der Ausgang des Volksentscheids in Bayern habe gezeigt, dass die Bürger einen klaren Nichtraucherschutz wollten, sagte er zur Begründung. "In Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen - überall stecken Volksinitiativen in den Kinderschuhen." Die Politik sei gefordert und müsse ein striktes Verbot über ein Arbeitsschutzgesetz bundesweit einheitlich umsetzen, so Frankenberger.

Frankenberger, Lokalpolitiker der Ökologisch-Demokratischen Partei ÖDP, sieht auch die Basisdemokratie durch den Volksentscheid maßgeblich gestärkt. Es habe sich gezeigt, dass der Bürger wirklich mündig sei zu entscheiden und sich über Sachthemen informieren könne. Frankenberger forderte daher, auch auf Bundesebene direkte Mitbestimmung einzuführen.

Bei dem Referendum in Bayern hatten am Sonntag 61 Prozent der Wähler dafür gestimmt, das Qualmen in Gaststätten, Kneipen und Bierzelten komplett zu verbieten. "Dass wir so klar gewinnen, hat uns alle schon ein bisschen überrascht. Wir sind wahnsinnig stolz auf das bayerische Volk", sagte Frankenberger. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,7 Prozent.

Seehofer: "Wenn das Volk entscheidet, hat es recht"

Ab 1. August ist jetzt im Freistaat das Rauchen in der Gastronomie vollständig verboten. Die bisherigen Ausnahmen für abgetrennte Gasträume, kleine Kneipen und Bierzelte wurden gestrichen. Lediglich auf dem diesjährigen Oktoberfest darf noch einmal in den Bierzelten geraucht werden.

Politiker der CSU versuchen derweil den Ausgang des Volksentscheids für ihre Partei möglichst günstig auszulegen - die CSU hatte sich zu einem strikten Rauchverbot nicht festgelegt. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer gab sich entspannt: Er sehe das Ergebnis "ganz gelassen", so Seehofer in München. Es sei "keine Frage von Sieg oder Niederlage von irgendjemandem". Der "große Ertrag" der Abstimmung vom Sonntag sei, dass eine sehr emotionale Frage jetzt abschließend von der Bevölkerung entschieden worden sei. Seehofer fügte hinzu: "Wenn das Volk entscheidet, hat es recht."

Er selbst habe zwar gegen die Verschärfung des Rauchverbots gestimmt, habe aber immer gesagt, "dass wir mit beiden Ergebnissen leben können". Zum Vorwurf aus der FDP, die CSU habe sich zu wenig für das bestehende Gesetz eingesetzt, sagte Seehofer: "Ich gehe auf solche Äußerungen des Koalitionspartners nicht mehr ein." Der CSU-Chef betonte zugleich, er sei sich selbst treu geblieben und habe für die schwarz-gelbe Koalitionsvereinbarung zum Nichtraucherschutz gestimmt.

Auch Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder begrüßte den Ausgang des Referendums als "gute Entscheidung". Es handle sich nicht um eine Niederlage der CSU, sagte er am späten Sonntagabend im Bayerischen Fernsehen. Die Politik habe ohnehin keine befriedigende Entscheidung getroffen. Nun habe das Volk als Souverän abschließend entschieden. Die Staatsregierung habe sich im Vorfeld des Volksentscheids bewusst neutral verhalten.

anr/dpa/ddp/apn

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11.07.2010 von Schweigbrecher: Manipulativ...

... ich würd eher sagen: ...Etwas unterschwellig Denkanstoßendes... Natürlich bilde auch ich mir ein, hier mit meinen Beträgen in den Köpfen anderer Forumsteilnehmer etwas bewegen zu können. - Wenn es Sie betreffen sollte, [...] mehr...

11.07.2010 von *42*:

Sie haben diese Forderung oder der Entwicklung dahin anderen unterstellt (jetzt mal wirklich wortgeklaubt), soweit zum Thema Manipulation... ...warum schreiben Sie dann eigentlich sowas????? mehr...

11.07.2010 von promedico: yepp

Ich kenne niemanden, der mit so einer Regelung nicht zufrieden wäre.... mehr...

11.07.2010 von Robert Rostock:

Is mir irgendwie zu hoch... Aber ich bin ja auch kein Raucher. Äääh, nein. mehr...

11.07.2010 von hdwinkel: Zitat

Da Sie gewillt sind Wortklauberei zu betreiben zitiere ich mich mal selbst: Wo bitte fordere ich hier einen Rauchzwang? mehr...

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Rauchverbote in Deutschland

Deutschlandweit

DPA
Das seit dem 1. September 2007 geltende Gesetz zum Nichtraucherschutz schreibt ein grundsätzliches Rauchverbot in allen öffentlichen Einrichtungen des Bundes und im öffentlichen Personenverkehr vor.

Die Rauchverbote sind in den Ländern zwar unterschiedlich strikt. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2008 ist das Rauchen aber in den meisten Ländern zumindest in kleinen Einraumkneipen bis zu 75 Quadratmetern gestattet.

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Geschichte des Rauchverbots in Deutschland

Erster Versuch scheitert jäh

Im Jahr 1998 wollten mehrere Fraktionen ein Nichtraucherschutzgesetz in den Bundestag einbringen, der damalige Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) torpedierte den Plan.

Die Initiative von Lothar Binding

Die Bundesregierung begräbt den Plan

Die Landeschefs preschen vor

Der föderale Flickenteppich

Direkte Demokratie

dpa
Die Volksabstimmung ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Formen direkter Beteiligung des Volkes an politischen Entscheidungen. Man unterscheidet zwischen:

Volksbegehren

Volksbefragung

Volksentscheid





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