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11.07.2010
 

Antisemitismus

Verfassungsschutz sieht ideologische Allianz zwischen Neonazis und Islamisten

Bundesamt für Verfassungsschutz: Ideologische Allianzen gefährlicher GruppierungenZur Großansicht
dpa

Bundesamt für Verfassungsschutz: Ideologische Allianzen gefährlicher Gruppierungen

Der Verfassungsschutz beobachtet Gemeinsamkeiten zwischen Neonazis und Islamisten. Was die Extremisten eint, erklärt Verfassungsschutzchef Heinz Fromm im SPIEGEL, ist ihr antisemitischer Hass auf Israel und alles Jüdische.

Hamburg - Der Zwischenfall machte auch international Schlagzeilen: Am dritten Juniwochenende sollte bei einem multikulturellen Fest im Norden von Hannover eine achtköpfige Tanzgruppe der Liberalen Jüdischen Gemeinde auftreten. Doch das im Zeichen der kulturellen Verständigung stehende Fest endete abrupt. Kinder und Jugendliche mit arabischem Migrationshintergrund attackierten die Gruppe mit Steinwürfen, eine Tänzerin wurde leicht verletzt.

Der Fall wurde schnell als deutlicher Ausdruck antisemitisch motivierter Feindseligkeit verstanden und sorgte auch in der muslimischen Gemeinde für Empörung. Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE stellte Aiman Mazyek, der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland klar, dass er kein Ausdruck eines prinzipiellen, von allen Muslimen geteilten Judenhasses sei: "Die Mehrheit der Muslime weiß, dass Antisemitismus keinen Platz im Islam hat."

Experten sehen das etwas anders: Nach dem Vorfall von Hannover weist der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, im SPIEGEL sogar auf ideologische Überschneidungen zwischen der Neonazi-Szene und islamistisch geprägten Migrantenmilieus in Deutschland hin. Rechtsextremisten und Islamisten, so Fromm im Gespräch mit dem SPIEGEL, verbinde "ein gemeinsames Feindbild: Israel und die Juden insgesamt".

Während die Rechtsextremisten einen "mehr oder weniger deutlich zu Tage tretenden rassistischen Antisemitismus" kultivierten, seien die Islamisten "auf den israelisch-palästinensischen Konflikt orientiert" und verträten "antizionistische ideologische Positionen, die auch antijüdisch und antisemitisch ausgeprägt sein können". In beiden extremistischen Bewegungen, so Fromm, werde Israel und den Juden "eine außerordentliche politische Macht unterstellt, die es zu bekämpfen gilt". Es sei anzunehmen, dass die von Islamisten verbreitete Propaganda sich auf entsprechende soziale Milieus auswirke.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat sich die Zahl der Verdächtigen, die während eines Stadtteilfestes am 19. Juni in Hannover-Sahlkamp die jüdische Tanzgruppe angegriffen haben sollen, inzwischen auf zwölf erhöht. Die mutmaßlichen Täter seien zwischen 9 und 19 Jahren alt, 11 von ihnen hätten einen "arabischen Migrationshintergrund".

Internationaler Trend

Schlagzeilen machte Ende Juni auch der offenbar spontane, sich aus einem Gespräch ergebende Angriff eines Palästinensers auf zwei junge israelische Touristen in einer Berliner Discothek. Im April dokumentierte die Universität Tel Aviv einen wachsenden Trend hin zu antisemitischen Übergriffen. So soll sich die Zahl gewalttätiger Übergriffe 2009 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt haben auf das höchste in den letzten 20 Jahren registrierte Niveau. Besonders stark sei dieser Trend in einigen europäischen Ländern zu sehen, vor allem in Großbritannien und Frankreich. Erstmals lösten muslimische Täter dabei Neonazis als Haupttätergruppe ab.

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 werden dabei international immer wieder Überschneidungen und Allianzen zwischen Neonazi-Gruppierungen und Islamisten beobachtet. Gastauftritte prominenter Neonazis auf islamistischen Veranstaltungen wurden in den USA, Kanada, aber auch in Deutschland beobachtet.

Auch in den Niederlanden ist der Trend spürbar. In Amsterdam wird derzeit erwogen, gewaltbereite Antisemiten durch den Einsatz von sogenannten "Lockjuden" in traditioneller Tracht zu identifizieren. Der bizarr anmutende Vorschlag wurde von einem muslimischen Politiker in die Diskussion gebracht, nachdem muslimische Jugendliche Mitte Juni von einem TV-Team dabei gefilmt worden waren, wie sie einen Rabbi auf offener Straße anpöbelten und bedrohten.

Bereits im Februar hatte Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, vor der Gefahr des wachsenden Antisemitismus unter muslimischen Migranten gewarnt. Vor allem unter arabischstämmigen Jugendlichen sei die Judenfeindlichkeit "erschreckend hoch", sagte Graumann in einem Gespräch mit dem "Focus". Im April regte der Zentralrat an, das Amt eines Bundesbeauftragten für den Kampf gegen Extremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu schaffen.

pat

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insgesamt 101 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
15.07.2010 von Cerberos: .

Tut mir leid aber ich habe da etwas verwechselt, ich meinte den Foristen semir. :) mehr...

15.07.2010 von Cerberos: 10% oder 20% sind genug?

Wenn Juden schon Schulen mit hohen Migrationshintergrund nicht mehr besuchen können, dann ist es kaum vorstellbar das die Eltern der muslimischen Schüler (Schüler mit Migrationshintergrund, wie es verschleiernd heisst.) nichts [...] mehr...

15.07.2010 von semir: nicht richtig gelesen

Spiegel & Co. haben die Studie kommentiert,aber offensichtlich nicht richtig gelesen. mehr...

15.07.2010 von MonaM: Bitte vorher lesen

Das habe ich auch nicht bestritten. ---Zitat--- Sie dürfen 2 Fehler nicht machen. 1: Israel-Kritik mit Antisemtismus gleichzusetzen 2: Israel-Hass mit Juden-Hass gleichzusetzen. ---Zitatende--- In meinen Beiträgen zu [...] mehr...

14.07.2010 von .100: falsch

Ach, so ein Blödsinn!! Es gibt genug Muslime, auch unter den jüngeren, die nichts gegen Juden haben oder diesen gegenüber feindlich eingestellt sind. Sie dürfen 2 Fehler nicht machen. 1: Israel-Kritik mit Antisemtismus [...] mehr...

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