Von Florian Gathmann und Veit Medick
Berlin/Düsseldorf - Dieser Mittwoch hat in Nordrhein-Westfalen Erstaunliches hervorgebracht. Das größte Bundesland wird künftig von einer rot-grünen Regierung geführt, die keine Mehrheit hat. Die beiden Partner werden das Experiment als kleine Renaissance jenes Bündnisses verkaufen, das auf Bundesebene mal ein teilweise erfolgreiches Großprojekt war.
Und dann ist da noch etwas - es sind zwei Frauen, die an Rhein und Ruhr künftig das Sagen haben. Hannelore Kraft als SPD-Ministerpräsidentin und die Grüne Sylvia Löhrmann als ihre Stellvertreterin.
Ausgerechnet von NRW soll ein Zeichen weiblicher Stärke ausgehen. Nordrhein-Westfalen - das war lange Zeit Kohle und Stahl, Malocher und Moloch. Ein Land, in dem sich eher Machtmänner tummelten, vom Schlage eines Wolfgang Clement, Peer Steinbrück oder Jürgen Rüttgers.
Das soll anders werden. Wenn möglich dauerhaft. "Zukunft geht nur mit Frauen und Mädchen", heißt es im rot-grünen Koalitionsvertrag. Das Teilressort "Frauen" wird künftig "Emanzipation" heißen. "Wir sind davon überzeugt, dass Geschlechtergerechtigkeit Chancen in allen gesellschaftlichen Bereichen schafft", ist im Vertrag zu lesen.
Frauen an der Macht. Was für NRW neu klingen mag, ist in anderen Teilen der Republik längst Normalität. Wie sehr sich die Geschlechterverhältnisse in der Politik verschoben haben, dafür sind Kraft und Löhrmann nur das aktuellste Beispiel.
Kraft und Löhrmann in Merkels Fußstapfen
Angela Merkel ist seit inzwischen fünf Jahren Kanzlerin, ihrer Arbeitsministerin Ursula von der Leyen wird so gut wie jedes Amt zugetraut. Die Grünen und die Linkspartei werden von zwei Frauen mitgeführt - Claudia Roth und Gesine Lötzsch -, die SPD hat mit Andrea Nahles erstmals eine Generalsekretärin, die FDP mit Birgit Homburger eine Bundestags-Fraktionschefin. "Frauen sind in allen politischen Bereichen und Themen zu einer Selbstverständlichkeit geworden", sagt die ehemalige Familienministerin Renate Schmidt (SPD).
Sicher, eine Frauen-Republik ist das Land noch nicht. Nach wie vor sind Spitzenpolitikerinnen unterrepräsentiert, scheitern Frauen wie die Hessin Andrea Ypsilanti an sich selbst, haben viele mit Vorurteilen zu kämpfen. Machen sie Dampf, gelten Politikerinnen nicht selten als hysterisch, handeln sie besonnen, wird ihre Durchsetzungsfähigkeit bezweifelt - in der Psychologie nennt man das einen "double bind". Im Boulevard wird dem Äußeren von Politikerinnen mitunter mehr Beachtung geschenkt als ihrem Abstimmungsverhalten, in Talkshows kann von Parität keine Rede sein: Eingeladen wird, wer lauter brüllt. Das sind meist die Männer.
Trotz diverser Frauenquoten sind die Schaltstellen der Macht für viele Frauen noch immer weit weg. Hannelore Kraft wäre neben der Thüringerin Christine Lieberknecht (CDU) die einzige Ministerpräsidentin der Republik. Vor ihnen schaffte nur Schleswig-Holsteins Heide Simonis (SPD) den Sprung in die Staatskanzlei. "Politikerinnen werden immer dann gerufen, wenn etwas schiefgegangen ist", sagt Simonis heute. Die Frau als Rettungsanker. Bei Angela Merkel war das so, als die CDU im Spendensumpf steckte. Und auch Kraft kam erst ans Ruder, als die NRW-Genossen 2005 nach 39 Jahren die Macht abgeben mussten.
Dennoch: Es ist ein Trend erkennbar. Ein deutlich positiver. Dass CSU-Mann Michael Glos heute wie 1984 einer Bundestagskollegin zuruft "Sie sehen besser aus, als sie reden", ist jedenfalls schwer vorstellbar.
Politikerinnen drängen in Ämter und Würden - auf Landes- wie auf Bundesebene. Was können Frauen in der Politik besonders gut? SPIEGEL ONLINE versucht sich an einer Erklärung für ihren wachsenden Erfolg.
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Richtig! Frauen kümmern mit Vorliebe ausdauernd um Kleinigkeiten die frei von praktischem Nutzen sind. *Deshalb reden und schreiben sie auch gern gegendert!* (http://www.youtube.com/watch?v=kMpNa92uqi0) mehr...
weil das nicht das Thema dieses Diskussionsstranges ist. Hier geht es um die (allenfalls höhere) Eignung von Frauen (nicht MännerInnen) in der Politik, möglichst jenseits von Claudia Roth und Angela Merkel. Auch frühere [...] mehr...
Meine Ergänzung zu Ihrem Beitrag #950 stand schon vorher in meinem Beitrag #922. ;-) mehr...
ich wollte zum Theam zurückführen, nicht Suchmaschine-Ausbildung betreiben. Herr Berg ist schon ok.. Offenbar diskutieren viele Leute seit 2006 gerne mit ihm. Und wenn er altes Wissen hat muss das nicht veraltet, im Sinne von [...] mehr...
Gäääähn. Siehe meinen Beitrag #960. Andere Foristen empfahlen mir oberschlau, ein Wörterbuch zu benutzen! Da greift man zu dem, was im Schrank steht. Hätten Sie lieber etwas zur Genderproblematik verfasst. - Habt Ihr [...] mehr...
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