Berlin - Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Linken-Chef Klaus Ernst. Der Bundestagsabgeordnete werde der Untreue und des Betrugs verdächtigt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.
Geprüft wird, ob Ernst Flüge zu Gewerkschaftstreffen und Aufsichtsratssitzungen von Unternehmen unrechtmäßig über den Bundestag abgerechnet hat. Laut Abgeordnetengesetz werden durch den Steuerzahler nur diejenigen Flugtickets erstattet, die in Zusammenhang mit der Tätigkeit als Abgeordneter stehen.
Ein Bericht des SPIEGEL hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Interne Unterlagen und Aussagen von Insidern hatten nahegelegt, dass Ernst in zahlreichen Fällen seine Flüge als Gewerkschaftsmann oder Aufsichtsrat dem Steuerzahler in Rechnung gestellt haben könnte.
Der SPIEGEL hatte folgende Fälle genannt:
Die Staatsanwaltschaft in Berlin hat sich dieser drei Vorwürfe nun angenommen, bestätigte Steltner SPIEGEL ONLINE. Sie seien auf strafrechtliche Relevanz geprüft worden, die Ermittler hätten dann einen "Anfangsverdacht für ein strafbares Verhalten erkannt", sagte Steltner. Daraufhin sei Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) am 7. Juli schriftlich unterrichtet und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Daneben habe eine Privatperson Strafanzeige erstattet. Ob weitere Reisen Gegenstand der Ermittlungen werden könnten, sei derzeit nicht absehbar. Auch der Immunitätsausschuss des Bundestages weiß von den Ermittlungen.
Ernst selbst sieht dem Verfahren "mit größter Gelassenheit" entgegen, sagte er SPIEGEL ONLINE. "Ich gehe davon aus, dass ich mich korrekt verhalten habe. Und ich bin froh, wenn der Vorgang auch entsprechend beschieden wird."
Der Politiker übte neben seiner Funktion als bayerischer Abgeordneter seit 2005 bis Ende Juni dieses Jahres das Amt des Ersten Bevollmächtigten der IG Metall in Schweinfurt aus. In dieser Funktion saß er in den Aufsichtsräten der Autozulieferer SKF GmbH und ZF Sachs AG.
ffr/ddp
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Da haben wir sicher keinen Dissens. Als Arbeitsrichter habe ich auf beiden Seiten kritikwürdiges Verhalten erlebt. Natürlich führen solche Fälle, wie "Schlecker" zu einer selektiven Wahrnehmung. Solche Praktiken [...] mehr...
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