Hamburg/Berlin - Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus lässt sich von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nicht zurechtweisen. Der FDP-Politiker blieb in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa bei seiner deutlichen Kritik an der Ausrüstung der Bundeswehr in Afghanistan, obwohl CSU-Mann Guttenberg die Vorwürfe als maßlos kritisiert hatte. "Ich habe nicht die Absicht einzuknicken", sagte Königshaus.
Auch ein Minister müsse in der Lage sein, Kritik auszuhalten. "Ich habe mich nirgendwo maßlos geäußert, zu keinem Zeitpunkt", sagte Königshaus. Auch die Verwendung des Begriffs "Drama" für einige Versorgungs- und Ausstattungsbereiche verteidigte er.
"Es ist eben auch ein Drama, dass wir hier nach acht Jahren immer noch in einer solchen Situation sind."Königshaus bekräftigte, dass es zu wenig Übungsmunition gebe. Das führe dazu, dass sich die Soldaten nicht ausreichend auf Gefechte vorbereiten könnten. Auch von seiner Kritik an der Sicherung der Sanitätsfahrzeuge nahm Königshaus nichts zurück. Es würden weiterhin Fahrzeuge vom Typ "Yak" eingesetzt, die "für diejenigen, die damit fahren, ein Risiko" darstellten. Die weitaus besser geschützten "Dingo II" könnten wegen unangemessener Zulassungsnormen dagegen nicht eingesetzt werden.
Guttenberg hatte zuvor in der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, er sei für jeden Hinweis dankbar, "wenn man dabei gleichzeitig das Maß behält". Der Wehrbeauftragte habe mit seiner Kritik nicht zum ersten Mal "falsch gelegen".
Guttenberg: Es gibt ausreichend Munition
Der CSU-Politiker widersprach Königshaus in wesentlichen Punkten. Von Munitionsmangel könne keine Rede sein, sagte er. "Die Truppe hat derzeit noch Munition für ein knappes Jahr, und die Bestände werden verstärkt aufgefüllt." Gespart werde nur beim Übungsschießen. Der Vorwurf, die Bundeswehr könne keine Sanitätsfahrzeuge vom Typ "Dingo II" einsetzen, weil die Stehhöhe in dem Fahrzeug nicht den Normen entspreche, geht nach Auffassung Guttenbergs ebenfalls am Thema vorbei. "Der Dingo II ist nicht zwingend die bessere Lösung für Afghanistan", sagte er. Stattdessen werde der "Fuchs" eingesetzt, der sich vom Schutzgrad her bewährt habe.
Guttenberg warf Königshaus zudem vor, Verbesserungen bei der Ausrüstung außer Acht zu lassen. "Wir verwenden im Einsatz deutlich mehr geschützte Fahrzeuge - auch im Bereich des Sanitätsdienstes", sagte er. Und beim "Fuchs"-Panzer seien sogenannte Krähennester nachgerüstet worden, um Maschinengewehrschützen auf dem Dach vor Splittern und Kugeln zu schützen.
Allerdings dürften die Vorwürfe des Wehrbeauftragten wenig überraschend für Guttenberg kommen. Denn auch Reinhold Robbe, der Vorgänger von Königshaus, hatte immer wieder erhebliche Mängel an der Bundeswehr-Ausrüstung in Afghanistan festgestellt - wie in seinem letzten Bericht als Beauftragter im März. Auch aus der Bundeswehr selbst gibt es vermehrt entsprechende Beschwerden.
flo/dpa
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Die Wehrpflicht ist nun mal ein zweischneidiges Schwert. Zum einen sind da die Arbeitsplätze die direkt von der Rüstungsindustrie leben und dann noch Politiker die die damit Reputation, Einfluss, viel Geld und Macht erstreben. [...] mehr...
Sehr gut und treffend dargestellt. Wenn nun in Deutschland auch noch die Wehrpflicht als korrigierendes Moment dieser üblen und menschenverachtenden Politik entfällt, dann können wir uns von der Demokratie in weiten Teilen [...] mehr...
Völlig logische und richtige Schlüsse. Warum wir auch zur Vermeidung und Beendigung von Kriegen die Wehrpflicht brauchen wird hier z.B. klar : http://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetisch-Afghanischer_Krieg "Der afghanische [...] mehr...
So ein Schwachsinn. Das Weltsystem befindet sich im wohl grössten Umbruch und in der grössten Instabilität seit dem 2. Weltkrieg, und rundherum wollen alle ihre Streitkräfte verkleinern. Lustig dass Russland China und [...] mehr...
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