Istanbul/Berlin - Der türkische Außenminister Ahmed Davutoglu hat Deutschland zu energischerem Vorgehen gegen Unterstützer des Terrorismus aufgefordert. "Wir erwarten aktivere Zusammenarbeit in der Bekämpfung des Terrorismus", sagte Davutoglu am Mittwoch in Istanbul nach einer Begegnung mit Bundesaußenminister Guido Westerwelle.
Die Türkei bemängelt, dass Deutschland kurdische Terrorunterstützer weniger intensiv bekämpft als etwa Organisationen, die der Hamas nahestehen. Davutoglu kündigte an, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière im Oktober die Türkei besuchen werde, um die Zusammenarbeit zu intensivieren. Das gelte auch für die Bekämpfung der internationalen Rauschgiftkriminalität.
Westerwelle verwies bei seinem Besuch auf die rechtsstaatlichen Strukturen der Bundesrepublik, an die es sich strengstens zu halten gelte, sagte aber: "Wir werden keinerlei Organisation akzeptieren, die terroristische Anschläge unterstützt oder Geld zur Unterstützung einwirbt." Der Minister bekräftigte, dass die Bundesregierung zu den Verträgen und Vereinbarungen stehe, die ergebnisoffene Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Türkei vorsehen.
Auf Türkisch sagte er: "Die Richtung der Türkei ist Europa." Die Verhandlungen müssten "fair, zuverlässig, sachlich und ohne Hintergedanken" weitergeführt werden. Einem zeitnahen Beitritt hatte Westerwelle allerdings bereits vor seinem Besuch am Bosporus erneut eine Absage erteilt.
Die beiden Außenminister setzten am Mittwoch überdies den Schlusspunkt unter die Verhandlungen über eine deutsch-türkische Universität in Istanbul. Bundespräsident Christian Wulff soll im Oktober bei einem Türkei-Besuch den Grundstein zu dieser Institution legen.
can/apn
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