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28.07.2010
 

Westerwelle-Besuch

Türkei mahnt stärkere Bekämpfung von Terrorhelfern an

Außenminister Davutoglu und Westerwelle: Aktivere Zusammenarbeit gefordertZur Großansicht
AFP

Außenminister Davutoglu und Westerwelle: Aktivere Zusammenarbeit gefordert

Die Türkei erwartet von Deutschland mehr Hilfe beim Kampf gegen Terrorismus. Bei Guido Westerwelles Staatsbesuch forderte sein türkischer Amtskollege, Außenminister Davutoglu, kurdische Extremisten strenger zu verfolgen - statt sich zu sehr auf die Hamas zu konzentrieren.

Istanbul/Berlin - Der türkische Außenminister Ahmed Davutoglu hat Deutschland zu energischerem Vorgehen gegen Unterstützer des Terrorismus aufgefordert. "Wir erwarten aktivere Zusammenarbeit in der Bekämpfung des Terrorismus", sagte Davutoglu am Mittwoch in Istanbul nach einer Begegnung mit Bundesaußenminister Guido Westerwelle.

Die Türkei bemängelt, dass Deutschland kurdische Terrorunterstützer weniger intensiv bekämpft als etwa Organisationen, die der Hamas nahestehen. Davutoglu kündigte an, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière im Oktober die Türkei besuchen werde, um die Zusammenarbeit zu intensivieren. Das gelte auch für die Bekämpfung der internationalen Rauschgiftkriminalität.

Westerwelle verwies bei seinem Besuch auf die rechtsstaatlichen Strukturen der Bundesrepublik, an die es sich strengstens zu halten gelte, sagte aber: "Wir werden keinerlei Organisation akzeptieren, die terroristische Anschläge unterstützt oder Geld zur Unterstützung einwirbt." Der Minister bekräftigte, dass die Bundesregierung zu den Verträgen und Vereinbarungen stehe, die ergebnisoffene Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Türkei vorsehen.

Auf Türkisch sagte er: "Die Richtung der Türkei ist Europa." Die Verhandlungen müssten "fair, zuverlässig, sachlich und ohne Hintergedanken" weitergeführt werden. Einem zeitnahen Beitritt hatte Westerwelle allerdings bereits vor seinem Besuch am Bosporus erneut eine Absage erteilt.

Die beiden Außenminister setzten am Mittwoch überdies den Schlusspunkt unter die Verhandlungen über eine deutsch-türkische Universität in Istanbul. Bundespräsident Christian Wulff soll im Oktober bei einem Türkei-Besuch den Grundstein zu dieser Institution legen.

can/apn

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Wichtigste Eckdaten

Eigenname: Republik Türkei

Offizieller Eigenname: Türkiye Cumhuriyeti

Staatsoberhaupt: Abdullah Gül
(seit August 2007)

Regierungschef: Recep Tayyip Erdogan
(seit März 2003)

Außenminister: Ahmet Davutoglu
(seit Mai 2009)

Staatsform: Republik

Mitgliedschaften: Nato, OECD, OSZE, Uno

Hauptstadt: Ankara

Landessprache: Türkisch

Fläche: 784.000 km²

Bevölkerung: 75,705 Mio. Einwohner

Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner/km²

Bevölkerungswachstum: 1,2%

Fruchtbarkeitsrate: 2,2 Geburten/Frau

Nationalfeiertag: 29. Oktober

Zeitzone: MEZ +1 Stunde

Kfz-Kennzeichen: TR

Telefonvorwahl: +90

Internet-TLD: .tr

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