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05.08.2010
 

Umfrage

ARD sieht erstmals seit 2002 wieder rot-grüne Mehrheit

SPD-Chef Gabriel (l.), Fraktionschef Steinmeier, Grünen-Vorsitzende Künast: UmfragehochZur Großansicht
DDP

SPD-Chef Gabriel (l.), Fraktionschef Steinmeier, Grünen-Vorsitzende Künast: Umfragehoch

Die politische Stimmung in Deutschland kippt: In der Sonntagsfrage erreichen SPD und Grüne erstmals seit acht Jahren die Mehrheit im ARD-Deutschlandtrend. Die SPD zieht mit der CDU gleich, 83 Prozent der Befragten sind unzufrieden mit der schwarz-gelben Regierung.

Köln - Höhenflug für Rot-Grün: Erstmals seit Oktober 2002 kommen SPD und Grüne im ARD-Deutschlandtrend zusammen auf 48 Prozent und erreichen damit mehr als die anderen im Bundestag vertretenen Parteien zusammen. Für die Sonntagsfrage im Auftrag der "Tagesthemen" hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch 1500 Wahlberechtigte telefonisch befragt.

In der Sonntagsfrage verliert die Union gegenüber dem Vormonat zwei Punkte und kommt auf 31 Prozent. Die SPD kann einen Punkt hinzugewinnen und erreicht ebenfalls 31 Prozent. Dies ist der beste Wert für die SPD seit Juni 2007. Zuletzt lagen die beiden großen Parteien im November 2006 gleichauf. Die FDP kommt unverändert auf fünf Prozent. Die Grünen liegen wie zuvor bei 17 Prozent. Die Linke bleibt bei zehn Prozent. Union und FDP sind mit zusammen 36 Prozent so schwach wie nie zuvor im ARD-Deutschlandtrend.

Auf die Frage, ob Deutschland in der gegenwärtigen Situation von einer Unions-geführten Bundesregierung regiert werden sollte, antworten nur 32 Prozent mit Ja. 42 Prozent sprachen sich für eine SPD-geführte Bundesregierung aus. Zugleich zeigten sich 83 Prozent unzufrieden mit der Arbeit der schwarz-gelben Koalition, das ist ein Zuwachs um vier Punkte gegenüber dem Vormonat.

Guttenberg am beliebtesten, Rösler ist Schlusslicht

In der Zufriedenheitsskala der einzelnen Regierungsmitglieder erfährt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die größte Zustimmung (71 Prozent). Dies ist der beste Wert, der je im ARD-Deutschlandtrend für ihn gemessen wurde. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) liegt im Mittelfeld (41 Prozent). Vor ihr rangieren Sozialministerin Ursula von der Leyen (56 Prozent), Finanzminister Wolfgang Schäuble (53 Prozent), Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (49 Prozent), Innenminister Thomas de Maizière (44 Prozent) sowie Umweltminister Norbert Röttgen (42 Prozent).

Unter den letzten fünf Ministern auf der Beliebtheitsskala befinden sich Außenminister und Vizekanzler Guido Westerwelle (22 Prozent), fast gleichauf mit anderen FDP-Ministern. Mit der Arbeit von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle sind 23 Prozent der Deutschen zufrieden, 21 Prozent sind es bei Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel. Schlusslicht ist Gesundheitsminister Philipp Rösler, dessen Arbeit nur 18 Prozent der Deutschen als gut bewerten.

Optimismus bei der Wirtschaftslage

Die wirtschaftliche Lage beurteilen die Deutschen so optimistisch wie lange nicht mehr. Eine Mehrheit von 58 Prozent sagt: "Man merkt, dass es mit der Wirtschaft wieder bergauf geht."

Exakt die Hälfte der Befragten (50 Prozent) rechnet damit, dass die wirtschaftliche Lage in einem Jahr besser sein wird als heute. Das sind auf der Prozentskala sechs Punkte mehr im Vergleich zu einer vorausgegangenen Umfrage vom November vergangenen Jahres. Etwa ein Drittel (31 Prozent) geht davon aus, dass die wirtschaftliche Lage in einem Jahr etwa gleich sein wird. Nur knapp jeder Fünfte (18 Prozent) rechnet mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.

Der optimistische Blick auf die Wirtschaftsentwicklung weckt bei vielen Hoffnung auf mehr Geld in der Lohntüte. Mehr als drei Viertel der Deutschen (77 Prozent) sind der Meinung: "Den Unternehmen geht es zwar besser, aber die Beschäftigten merken nichts davon". So finden denn auch 71 Prozent die Forderungen der Gewerkschaften nach Lohnerhöhungen in der nächsten Tarifrunde von mindestens drei Prozent für angemessen.

luk/ddp/dpa

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