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08.08.2010
 

Bayern gegen Berlin

Aigner gerät zwischen die Gentechnik-Fronten

Agrarministerin Aigner: Freilandversuche mit Gen-Kartoffel Amflora hatte sie erlaubtZur Großansicht
dpa

Agrarministerin Aigner: Freilandversuche mit Gen-Kartoffel Amflora hatte sie erlaubt

Agrarministerin Ilse Aigner steckt nach SPIEGEL-Informationen in der Klemme: Parteichef Seehofer möchte Bayern per Gesetz zur genfreien Zone erklären. Doch die Kanzlerin übt Druck von der anderen Seite aus, Merkel setzt auf grüne Gentechnik. Jetzt will Aigner das Gesetz reformieren.

Hamburg - Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) will auf Druck ihrer Partei im Herbst das Gesetz zur Gentechnik reformieren. Dazu hatten sie nach Informationen des SPIEGEL Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Umweltminister Markus Söder, beide CSU, in den vergangenen Wochen gedrängt.

Hintergrund ist eine Initiative der EU-Kommission in Brüssel, die die Befugnis über die Gentechnik wieder in die Hand der Mitgliedsländer legen möchte.

Die Novellierung des Gesetzes müsse "vor der nächsten Aussaat im Frühjahr passieren", sagte Söder dem SPIEGEL. Union und FDP hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, dass künftig statt des Bundes die Länder festlegen dürfen, wie groß der Sicherheitsabstand zwischen Feldern mit Gentech-Pflanzen und solchen mit herkömmlichen Sorten sein muss. Mit der Festlegung möglichst großer Abstände hofft die CSU, den Genpflanzen-Anbau auf Bayerns relativ kleinen Feldern unterbinden zu können.

Zugleich gerät Aigner unter Druck durch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Regierungschefin befürwortet die grüne Gentechnik und möchte, dass Brüssel weiterhin verbindlich für alle 27 EU-Mitgliedstaaten entscheidet, welche Gentech-Pflanzen angebaut werden dürfen und welche nicht. Im Herbst will die EU darüber beraten. Aigner wollte sich nicht dazu äußern.

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insgesamt 12 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
09.08.2010 von knödlfriedhof: Sie

haben den Sachverhalt kurz und knapp wunderbar erklärt. Das sollte sogar ein landwirtschaftlich-,genforschungs-, patentrechtlichfremder Politiker begreifen. Falls noch Fragen offen wären, würden bestimmt ein paar Gespräche mit [...] mehr...

09.08.2010 von karmamarga: Dieser Film nimmt Ihnen Ihre Sorgen

http://www.favoritentips.com/2009/04/15/monsanto-mit-gift-und-genen/ Aber nach so einem Film muss man auch das Grundwasser dranhängen. Und zwar mit The Progressive 10/1986, Please Don´t Drink the Water by Larry Fruhling. Der [...] mehr...

09.08.2010 von Bitbändiger: Es kotzt mich an....

... mich in welcher Sache auch immer auf Seehofers Seite schlagen zu müssen - wiewohl ich ihm sein Engagement gegen die grüne Gentechnik in Ansehung früheren Verhaltens eh nicht so recht abnehmen will. Dass allerdings die [...] mehr...

08.08.2010 von J4cky: Wenn es nur so einfach wäre ...

Naja, das sehen einschlägige Organisationen wie der VDI aber anders. Es gibt sehr wohl ein weltweites Problem mit der Anbaufläche. Biotreibstoffe und Biomasse für Bioreaktoren sind ja kein Missbrauch, sondern Teil unseres [...] mehr...

08.08.2010 von Alberon: Bayern gegen Berlin

Ein Hoch auf die Bilderberger Kanzlerin, bei deren Treffen sie oft mitmischt. Da sind narürlch auch alle Freunde von Monsanto anwesend. Alles zur Rettung der Armen dieser Welt. Dolle Demokratie....... mehr...

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Im Überblick: Die Bestimmungen des Gentechnik-Gesetzes

Anbau

DPA
Der Anbau von Gentech-Pflanzen beschränkt sich in Deutschland zur Zeit auf die Kartoffelsorte "Amflora" des Chemiekonzerns BASF. Das für die Produktion von industriell verwendeter Kartoffelstärke optimierte Nachtschattengewächs wächst in Mecklenburg-Vorpommern auf einem 15-Hektar-Feld. Daneben finden auch 2010 zahlreiche experimentelle Freisetzungen statt: Auf insgesamt 13 Hektar gedeihen gentechnisch veränderte Zuckerrüben, Mais- und Weizenpflanzen, die von Firmen und Universitäten im Freiland getestet werden, aber nicht kommerziell genutzt werden dürfen. Im Jahr 2008 wurde in Deutschland auf rund 3200 Hektar gentechnisch veränderter Mais des US-Saatgutkonzerns Monsanto angebaut (MON810) - 99 Prozent davon in Ostdeutschland. Der Gentech-Anteil an der gesamten Maisanbaufläche lag bei nur 0,15 Prozent. Seit April 2009 ist der MON810-Anbau in Deutschland verboten. Der umstrittene Gen-Mais soll besser vor dem Schädling Maiszünsler geschützt sein.

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