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11.08.2010
 

Street-View-Pläne

Datenschützer verlangt von Google Info-Offensive

Der geplante Start von Googles Street-View-Projekt provoziert immer mehr Kritik. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Schaar fordert von dem Konzern genauere Informationen darüber, wie Bürger der Veröffentlichung von Bildern widersprechen können. Die Opposition wirft der Regierung Versagen vor.

Berlin - Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar macht Druck auf den Internetriesen Google. Er verlangt von dem Konzern genaue Informationen zum Start des umstrittenen Straßenpanorama-Dienstes Street View. Das Unternehmen müsse exakt darlegen, nach welchen Kriterien Widersprüche gegen die Veröffentlichung von Bildern bearbeitet werden, forderte Schaar in den "Ruhr Nachrichten".

"Wir warten auf eine detaillierte Verfahrensbeschreibung für die Widersprüche. Diese liegt uns bis heute nicht vor", kritisierte er. "Aus meiner Sicht müssen Widersprüche auch noch nach der Freischaltung von Street View möglich sein, nicht nur in den nächsten vier Wochen."

Google müsse aktiv auf Widerspruchsmöglichkeiten aufmerksam machen und Eingaben nicht nur per Internet zulassen. Neben der Möglichkeit eines schriftlichen Widerrufs via E-Mail müsse der Konzern auch eine Telefon-Hotline einrichten, sagte Schaar der "Saarbrücker Zeitung". Das Verfahren müsse so gestaltet sein, dass "auch Betroffene, die das Internet nicht nutzen, ihr Widerspruchsrecht ausüben können".

Bis zur Inbetriebnahme des Fotodienstes müsse Google gewährleisten, "dass sämtliche bis dahin eingelegten Widersprüche abgearbeitet werden", forderte der Datenschützer. Die Daten der Menschen, die die Abbildung ihrer Häuser im Internet verweigern, dürften nicht auf Dauer zentral gespeichert oder zu anderen Zwecken verwendet werden.

Schaar warnte davor, dass Fotos aus Google Street View mit Adressverzeichnissen oder Telefonbuchdaten verknüpft werden könnten. Daraus könne dann ein ziemlich brisanter Daten-Mix entstehen, der etwa Aufschluss geben könne über Zahlungsfähigkeit und Kreditwürdigkeit von Privatleuten.

Grüne werfen Regierung Versäumnisse vor

Auch Innenminister Thomas de Maizière warnte vor negativen Folgen der Veröffentlichung der Street-View-Bilder. "Wir müssen sehr sorgfältig darauf achten, wann Quantität in Qualität umschlägt und aus etwas Normalem, der Blick auf eine Häuserfassade mit Klingelschildern und Briefkästen, ein weltweit möglicher Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen werden kann", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der WAZ-Gruppe. Darum begrüße er das Widerspruchsrecht, das Google einräumt.

Die Opposition warf der Bundesregierung Nachlässigkeiten im Umgang mit dem Straßenpanorama-Dienst vor. "Sie hat es versäumt, einen verlässlichen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, an den sich Google halten muss", sagte der Internet-Experte der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, der "Berliner Zeitung".

Die Städte, in denen Google Straßenzüge fotografiere, sollten eine Lizenzgebühr von dem Unternehmen verlangen, meinte Notz. Einer der größten Konzerne der Welt privatisiere schließlich Daten aus dem öffentlichen Raum und erhoffe sich davon sehr hohe Gewinne.

Google hatte die Regierung mit dem baldigen Start von Street View überrumpelt. Bis Ende des Jahres soll der Dienst für die 20 größten Städte Deutschlands in Betrieb gehen. Dafür ließ der Konzern überall in Deutschland Straßen und Häuser fotografieren. Diese Bilder sollen als Komplettansichten der Straßen online gehen.

Eigentümerverband rät zu Widerspruch gegen Internet-Bilder

Gesichter und Nummernschilder auf den Bildern würden wie in anderen Ländern unkenntlich gemacht, versprach der Konzern. Außerdem können Mieter und Eigentümer ab kommender Woche bei Google online vier Wochen lang beantragen, dass ihr Haus ausgeblendet wird.

Zu diesem Schritt forderte der Präsident des Eigentümerverbands "Haus & Grund Deutschland" Immobilienbesitzer auf. "Haus- und Wohnungseigentümer haben ein Recht darauf, dass Bilder ihrer Häuser geschwärzt werden, so dass diese nicht bei Google Street View erscheinen", sagte Rolf Kornemann der "Mitteldeutsche Zeitung".

Die Google-Kameras hätten Bilder in einer Höhe geschossen, die deutlich über der Augenhöhe eines Normalbürgers liege, kritisierte er. Hecken und Zäune, die als Sichtschutz gedacht seien, würden so umgangen. Betroffene Eigentümer, die Bilder ihrer Immobilien nicht im Internet haben wollten, sollten unbedingt Widerspruch einlegen.


mmq/apn/dpa/ddp

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31.03.2011 von cor: Dieser Thread...

...hat mittlerweile über 2000 Kommentare. Eine Diskussion zum eigentlichen Thema ist nicht mehr möglich, da die Übersicht völlig verloren gegangen ist. @SPON Wie wär's wenn Ihr mal nen neuen Thread aufmacht? Die Frage "Wie [...] mehr...

28.03.2011 von publicminx: Reisserische Vorstellungen

Google ist keine 'Weltmacht'. Schon solcher Aufriss suggeriert leicht manipulierbaren Aengste, die dann sogleich naiv von einer Erde halluzinieren, in der Google herrscht - was vermutlich alles verbessern wuerde btw. [...] mehr...

28.03.2011 von riga_ernest: Das ist so eine Story...

... Das ist so eine Story, zu der ich gerne mal einen Link hätte. :) mehr...

28.03.2011 von dr.épernay-boiler: US-amerikanische Datenkraken

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26.03.2011 von myoto: Google ist toll

Nicht so gefährlich wie die 99% der Nutzer die Google als Startseite und/oder Standardsuchmaschine nutzen, aber dennoch meckern. Am besten noch bei Twitter, Facebook und den VZs über Google beschweren, vielleicht hilfts. ;) mehr...

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Googles Geschichte

1995 - When Larry met Sergey

Angeblich konnten Larry Page und Sergey Brin einander erst einmal nicht besonders gut leiden, als sie sich im Jahr 1995 zum ersten Mal trafen. Der 24-jährige Brin war übers Wochenende in Stanford zu Besuch, der 23-jährige Page gehörte angeblich zu einer Gruppe von Studenten, die Besucher herumführen mussten. Der Legende nach stritten Brin und Page ununterbrochen miteinander.

1996 - Es begann mit einer Rückenmassage

1998 - Finanzierung

1999 - Mehr Geld und ein neues Heim

2000 - AdWords

2001 - Profit und ein neuer Eric Schmidt

2002 - Corporate Search, Google News, Froogle

2003 - AdSense und Blogger

2004 - Picasa, Googlemail, Bücher und ein Börsengang

2005 - Google Maps und Google Earth

2006 - Google Video, Web-Applikationen , YouTube - und Kritik

2007 - Googlemail für alle, DoubleClick, Streetview und Android

2008 - Knol, Chrome und kein Ende





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