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20.08.2010
 

Mission in Bellevue

Wulff beklagt jämmerliches Politiker-Image

Christian Wulff, Gattin Bettina: Häme, Spott, Misstrauen? - "Das kann so nicht bleiben"Zur Großansicht
dpa

Christian Wulff, Gattin Bettina: Häme, Spott, Misstrauen? - "Das kann so nicht bleiben"

Christian Wulff sieht sich im neuen Amt mit seinen schlimmsten Befürchtungen konfrontiert: Das Image von Politikern in Deutschland sei miserabel, klagt der Bundespräsident nun in einem Interview. "Häme, Spott und Misstrauen" würden ihnen entgegengebracht - "das kann so nicht bleiben".

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff sieht sich bei seiner Aufgabe, zwischen Bürgern und Politik zu vermitteln, vor einer größeren Herausforderung als erwartet. "Am meisten fällt mir auf, dass die Aufgabe noch viel größer ist, als ich befürchtete", sagte er im ARD-"Morgenmagazin". "Da ist wirklich viel zu tun, um die Gräben zu schließen, die es da gibt."

Veränderungen sieht er vor allem in der Außenansicht des Berufs Politiker. Früher sei man dafür gelobt worden, dass man sich engagiere und für ein politisches Amt kandidiere. "Heute begleitet auch die Politiker viel Häme, viel Spott und viel Misstrauen - mehr als früher, und das kann so nicht bleiben", sagte Wulff. Demokratie funktioniere aber nur, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und nicht jeder Politiker als Karrierist verhöhnt werde. "Für dieses unser Land haben wir die Verantwortung; wir haben kein anderes Land, es ist unser Land, aus dem müssen wir gemeinsam etwas machen."

Noch vor wenigen Wochen hatte allerdings Wulff selbst für Irritationen gesorgt. Der Bundespräsident hatte mit seiner Familie Urlaub in der Luxusvilla des Unternehmers Carsten Maschmeyer gemacht.

Als der Urlaub Wulffs im Luxusdomizil seines Freundes Maschmeyer bekannt wurde, bemühte sich das Bundespräsidialamt, Mutmaßungen zu zerstreuen, es handele sich um einen anrüchigen Freundschaftsdienst. Wulff habe einen "angemessenen" Preis für die Anmietung des Appartements auf Mallorca gezahlt. Wulff sei zudem mit einer Chartermaschine auf die spanische Insel geflogen, obwohl ihm die Flugbereitschaft der Bundeswehr zur Verfügung gestanden hätte.

Die Gelegenheit, um mehr Verständnis zu werben, hat Wulff am Freitagabend. Dann nimmt er mit rund 1500 Bürgern aus ganz Deutschland vor dem Brandenburger Tor in Berlin an der dritten "Tafel der Demokratie" teil. Der ausrichtende Verein Werkstatt Deutschland sieht das Mahl als Zeichen für lebendige Demokratie.

Der Christdemokrat Wulff wurde am 30. Juni im dritten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt. Der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen trat die Nachfolge von Horst Köhler an, der überraschend von seinem Amt zurückgetreten war.

ffr/dpa

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29.08.2010 von DiKi: Eine Stimme ist besser als keine!

Lieber Tolotos,wenn Sie konstatieren,dass die etablierten Parteien im wesentlichen die Lobby vertreten,so empfinde ich das nicht nur negativ,denn wenn das publik wird,welche Interessen die verschiedenen Parteien [...] mehr...

29.08.2010 von Tolotos: Nachtrag:

Das sehe ich ein wenig anders! Es ist nicht so, dass die Wähler nichts mehr mit Politik am Hut haben, sondern eher, dass sie den Glauben verloren haben, durch ihr Wahlverhalten die Politik in ihrem Sinn beeinflussen zu können. [...] mehr...

28.08.2010 von Tolotos: Manche hier als Lobbyismus verharmloste Verhaltensweisen sind eher Korruption!

Manche hier als Lobbyismus verharmloste Verhaltensweisen sind eigentlich Korruption Lieber DiKi, aufregen tun "wir" uns (OK, ich mich), wenn Politiker im Amt bestimmte privatwirtschaftliche Interessen bedienen, und [...] mehr...

27.08.2010 von dasky: Sauhaufen

Ohne irgendeine besondere Affinität muss ich immer an BTM denken, wenn ich BTW lese. Aber vielleicht trifft es das ja sogar ganz gut. mehr...

23.08.2010 von Eva B: ...

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Welcher Kassenwart eines Kaninchenzüchtervereins hat denn je die Vereinskasse geplündert, um Gesetzgebungsverfahren in seinem (oder des Kaninchens) Sinne zu beeinflussen? Die [...] mehr...

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