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23.08.2010
 

SPD-Spitze

Steinmeier nimmt Auszeit - Frau schwer erkrankt

Foto: DPA

Dramatische Nachricht aus der Familie Steinmeier: Die Frau des SPD-Fraktionschefs ist schwer erkrankt, ihr Mann will ihr nun eine Niere spenden - und zieht sich dafür bis zum Oktober aus der Politik zurück.

Berlin- Frank-Walter Steinmeier ist am Morgen überraschend an die Öffentlichkeit getreten. Kurzfristig lud er zu einer Pressekonferenz in Berlin. Seine Ankündigung: Er ziehe sich für einige Wochen aus der Politik zurück. Der SPD-Fraktionschef will seiner Ehefrau Elke Büdenbender eine Niere spenden. Die 48-Jährige leidet seit Jahren an Nierenschwäche. Anfang 2010 verschlechterte sich ihre gesundheitliche Verfassung dramatisch. Sie brauche nun eine Organtransplantation, sagte Steinmeier. Wegen der langen Wartezeiten für Spendernieren habe sich die Familie zu einer Lebendspende entschieden. Er werde der Spender sein. Nach Angaben seiner Ärzte müsse er wegen des Eingriffs nicht mit gesundheitlichen Einschränkungen rechnen.

Noch im Tagesverlauf will er sich dafür in ärztliche Obhut begeben. Die Operation für die Verpflanzung der Niere solle im Laufe dieser Woche stattfinden. Er gehe davon aus, dass er im Verlauf des Oktobers wieder seine Arbeit aufnehmen werde, sagte Steinmeier und betonte ausdrücklich, dass er sich nicht aus der Politik zurückziehen werde. "Sie werden mich hier in alter Frische wiedersehen", betonte der Sozialdemokrat.

Steinmeier fügte hinzu, die Führung von Fraktion und Partei sei informiert. Er habe Fraktionsvize Joachim Poß gebeten, während seiner Abwesenheit die Amtsgeschäfte zu übernehmen.


Steinmeier und die Verwaltungsrichterin Büdenbender sind seit 1995 verheiratet. Sie haben eine gemeinsame Tochter.

Der Fraktionsvorsitzende verband seine Ankündigung mit der Bitte an die Medien, angesichts der Erkrankung seiner Frau seine Privatsphäre zu respektieren und von Nachforschungen im privaten Bereich abzusehen. Er werde die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit informieren.

Wie Steinmeier haben früher schon andere hochrangige Politiker ihr Amt für ihre Familie zeitweise ruhen lassen. So verließ der damalige Arbeitsminister Franz Müntefering 2007 seinen Posten, um seine an Krebs erkrankte Frau zu pflegen. Wenige Wochen nach dem Tod der 62-Jährigen kehrte er Ende Juli 2008 in die Spitzenpolitik zurück.

ler/dpa/AFP

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