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25.08.2010
 

Neues Abstimmungsmodell

Gabriel plant Vorwahl über SPD-Kanzlerkandidaten

SPD-Chef Gabriel: "Nicht gleich aufgeben, wenn man mal scheitert"Zur Großansicht
AP

SPD-Chef Gabriel: "Nicht gleich aufgeben, wenn man mal scheitert"

Diese Idee dürfte die SPD aufmischen: Parteichef Sigmar Gabriel will den nächsten Kanzlerkandidaten in einer Vorwahl bestimmen lassen. Nach dem Vorbild der französischen Sozialisten wären nicht nur Parteimitglieder wahlberechtigt.

Berlin - Noch sind es drei Jahre bis zur nächsten Bundestagswahl, doch SPD-Chef Sigmar Gabriel beschäftigt sich schon jetzt mit der Kür des nächsten Herausforderers von Kanzlerin Merkel (CDU). Der 50-Jährigen hat sich dafür ausgesprochen, über den nächsten Kanzlerkandidaten seiner Partei in einer Art Vorwahl entscheiden zu lassen.

"Ich finde die Idee der französischen Sozialisten spannend: Bei der Aufstellung ihres Präsidentschaftskandidaten sollen nicht nur die Parteimitglieder abstimmen können, sondern auch Sympathisanten, Wähler und Wahlhelfer", sagte Gabriel dem "Stern". "Ich kann mir das auch in Deutschland vorstellen, wenn es mehrere Bewerber gibt."

Ihm sei aber klar, dass diese Idee in der SPD umstritten sei, sagte der Parteivorsitzende. "Natürlich wird es um solche Öffnungen auch Diskussionen geben."

Hart ging Gabriel mit seinem eigenen Berufsstand ins Gericht. Die Politik sei oft zu kleinmütig, sie traue sich zu wenig. "Wir sind doch - egal welcher Partei wir angehören - Politiker geworden, weil wir die Welt verändern wollten. Aber häufig enden wir als Technokraten." Man dürfe als Politiker "nicht gleich aufgeben, wenn man mal scheitert", sagte Gabriel - eine Spitze in Richtung Union.

Der SPD-Chef kritisierte CDU-Politiker für deren Rücktritte. Insbesondere das Verhalten der Regierungschefs Roland Koch (Hessen) und Ole von Beust (Hamburg) bemängelte Gabriel. Er habe "wenig Verständnis dafür, dass ein Ministerpräsident in schwieriger Zeit sein Amt verlässt, nur weil er gerade etwas Besseres vorhat".

hut/dpa/apn

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insgesamt 27 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
26.08.2010 von tylerdurdenvolland: ...

"Gabriel plant Vorwahl über SPD-Kanzlerkandidaten" Mein Gott, das kann man doch nachvollziehen... der Mann muss auch an seine Zukunft denekn. Wievie Vorstands Posten gibt es denn in den Energie Konzernen schon.... mehr...

25.08.2010 von Anna-Maria-49: ---

"Hart ging Gabriel mit seinem eigenen Berufsstand ins Gericht. Die Politik sei oft zu kleinmütig, sie traue sich zu wenig. "Wir sind doch - egal welcher Partei wir angehören - Politiker geworden, weil wir die Welt [...] mehr...

25.08.2010 von matula: dem Bürger Sand ins Auge streuen.

Das Volk soll einfach noch konsequenter abgelenkt werden: Herr Gabriel sollte sich einfach mal mit den Organen der Bundesregierung befassen....denn: Es gibt in Deutschland einfach keine Wahl des/der Kanzlers/in, insofern [...] mehr...

25.08.2010 von semper fi: -

Zum letzten Punkt melde ich einen starken Dissens an. mehr...

25.08.2010 von semper fi: -

Vorsicht. Das sind alles Böcke, die zum Gärtner gemacht werden wollten. mehr...

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Parteivorsitzender: Sigmar Gabriel

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Mit 51 Jahren ist Gabriel jüngster Parteichef seit Willy Brandt. In der Großen Koalition war er bis Herbst 2009 Umweltminister und profilierte sich im Wahlkampf mit Attacken gegen die Atomkraft. Nach dem Wahldesaster der Sozialdemokraten griff er entschlossen nach dem Parteivorsitz. Gabriel gilt als politisches Naturtalent, geschickter Verkäufer und Selbstvermarkter.

Der gelernte Lehrer aus Goslar ist seit 1977 SPD-Mitglied. Mit 40 Jahren war er jüngster deutscher Ministerpräsident in seinem Heimatland Niedersachsen (1999-2003). Nach der Abwahl wechselte Gabriel nach Berlin und gab ein Intermezzo als "Pop-Beauftragter" der Sozialdemokraten, was ihm eher Spott als Anerkennung einbrachte ("Siggi Pop"). Gabriel ist liiert mit einer Zahnärztin.

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