Wenn man sich durch dieses Buch hindurchgequält hat, dann hat man eine Fülle von Statistiken, Zitaten und Alltagsbeobachtungen gelesen.
So behauptet der intellektuelle Scharfrichter Thilo Sarrazin unter Berufung auf Darwin und Mendel, dass 50 bis 80 Prozent der Intelligenz vererbt werde. Wir erfahren manches über Fertilität und dass Deutschland immer kleiner und dümmer wird. Er gibt drastische Beschreibungen einer "Unterschicht" zum besten, die ungebildet, mit motorischen Mängeln, hemmungslosem Konsum von Trash-TV und miserabler Zahnpflege zur intellektuellen Ausdünnung des Landes beiträgt.
Da werden Überfremdungsängste wortgewaltig überpointiert und das Motiv zur Einwanderung im Wesentlichen auf die Attraktivität staatlicher Transferleistungen reduziert. Wenn schon Zuwanderung, dann lieber von gebildeten DDR-Vietnamesen als von Türken und Arabern. Zuzug bitte nur noch für Hochqualifizierte - und keinerlei Transferleistungen für Einwanderer mehr.
Wir finden eine wirre Mischung aus Ökonomismus, Eugenik und kokettem Borderline-Rassismus, wie es der Journalist Jörg Lau einmal ausgedrückt hat.
Sarrazins Buch fällt weit hinter den Stand der Integrationspolitik und -forschung zurück. Seine Behauptung, dass gebärfreudige Migrantinnen aus islamischen Ländern eine Bedrohung für das zivilisatorische Gleichgewicht seien, führt ihn zu Rezepten vom Arbeitszwang bis zur rigorosen Bestrafung von - beispielsweise - Unpünktlichkeit.
Immerhin: Einen Gebärstopp à la China fordert der rhetorische Kraftmeier noch nicht.
Arme Migranten? Selbst schuld, sagt Sarrazin
Es geht ihm um Verwertbarkeit menschlicher Eigenschaften der Migranten, die mehr Kosten verursachten als sie Nutzen bringen. Arme sind an ihrer Armut weitgehend selber schuld. Die geistige und moralische Armut ist das eigentliche Problem, so Sarrazin. Aus der Sicht von wirklich Armen seien die deutschen Armen viel näher an der illusionären Millionärswelt als den Slums von Mumbai oder Jakarta. Eine weitere Belastung der Besserverdienenden erhöhe die Gefahr, dass diese sich unserer Gesellschaft weiter entfremdeten. Dauerarbeitslose seien eine Negativauslese.
Sarrazin schlägt vor, die soziale Grundsicherung deutlich abzusenken und nennt das konsequent radikal und von sympathischer Frische. Schließlich wünscht er sich eine Bevölkerungspolitik, die dazu führe, dass mehr Kinder von den Klugen geboren werden, bevor es zu spät sei.
Da ist sein Vorschlag einer Prämie für Akademikergeburten nur konsequent.
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...mehr, dank gnädig-später Geburt mehr willig ist überziehen zu lassen, haben sie denn nicht etwas anderes, Geistreicheres? Du morden, dann ich morden, dann du wieder morden - wie dröge! mehr...
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, die deutschen Regierungen wissen / wußten was die in den letzten 40 Jahren gefahrene Politik für Folgen haben wird. Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass die Folgen gewollt sind. Wenn [...] mehr...
...solange sie die Grundordnungen eines humanismus verkörpern: Toleranz, Gewaltlosigkeit, auch in der Ehe, gleiche Rechte und Pflichten für alle Bürger, auch die Weiblichen. Nur: Ist der Muselmann dann noch ein Moslem? mehr...
...auch ändern kann, wie Sie eigentlich wissen sollten, so Sie in Staatsbürgerkunde mit Glück und ohne die allgefällige entsprechende Note hinübergerutscht sind... Übrigens: ein wenig arg kurz gedacht und gesprungen - Platsch, [...] mehr...
Gut formuliert! Stimme dem vollinhaltlich zu! @Alle: Nur Intelligente können Respekt erweisen. mehr...
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