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28.08.2010
 

Einwanderungsdebatte

Sarrazin legt gegen Muslime nach

Sozialdemokrat Sarrazin: Islam ist schuld an der schlechten Integration von Muslimen Zur Großansicht
DDP

Sozialdemokrat Sarrazin: Islam ist schuld an der schlechten Integration von Muslimen

Thilo Sarrazin denkt gar nicht daran, die SPD zu verlassen - und von seinen Thesen Abstand zu nehmen erst recht nicht: Freiwillig werde er nicht gehen, sagt der Bundesbanker. Stattdessen legt der Muslim-Kritiker mit kruden Äußerungen nach.

Hamburg/Berlin - Die Kritik wird lauter, immer mehr Sozialdemokraten wünschen sich eine SPD ohne Thilo Sarrazin. Der Bundesbanker und ehemaliger Berliner Finanzsenator aber denkt gar nicht daran, seine Partei freiwillig zu verlassen. "Bei der Armutsbekämpfung entwerfe ich doch genau ein Szenario, das den Arbeitslosen den Einstieg in die Arbeitswelt und sozialen Aufstieg ermöglichen soll. Das ist sehr sozialdemokratisch", sagte er der "Welt am Sonntag". In seinem umstrittenen Buch finde man auch nirgendwo die Forderung, "irgendjemanden, der schon hier ist, abzuschieben, wie das andere Parteien gelegentlich tun". Im Gegenteil: Er wolle alle fördern.

Der Berliner SPD-Landesvorsitzende Michael Müller hat Sarrazin inzwischen in einem Brief aufgefordert, die Partei zu verlassen. Auch der Chef von Sarrazins Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf, Christian Gaebler, sagte: "Das Maß ist voll. Für den Fall, dass Herr Sarrazin nicht freiwillig aus der SPD austritt, bereiten wir ein Parteiausschlussverfahren vor." Darüber werde die Parteispitze am 6. September beraten. Ein erstes Verfahren wegen früherer Äußerungen Sarrazins war im Frühjahr gescheitert. Auch Parteichef Sigmar Gabriel und andere führende Sozialdemokraten haben Sarrazin mehr oder weniger direkt zum Verlassen der SPD aufgefordert.

Doch der legt jetzt sogar nach - ungeachtet der heftigen Kritik an seinen vielfach als ausländerfeindlich empfundenen Äußerungen. In dem Interview mit der "Welt am Sonntag" vertritt das Bundesbank-Vorstandsmitglied die Ansicht, die Ursachen für die schlechte Integration von Muslimen seien nicht ethnisch, sondern lägen offenbar in der Kultur des Islams. In seinem neuen Buch rede er bewusst nicht von Türken oder Arabern, sondern von muslimischen Migranten.

Muslimische Migranten integrierten sich überall in Europa schlechter als andere Einwanderergruppen, sagt Sarrazin in dem Interview. Die kulturelle Eigenart der Völker sei "keine Legende, sondern bestimmt die Wirklichkeit Europas", wird Sarrazin zitiert. Und: "Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden."

Türkische Gemeinde appelliert an Kanzlerin Merkel

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel in der "Frankfurter Rundschau" auf, ein Verfahren zur Absetzung Sarrazins als Bundesbank-Vorstand einzuleiten. Die türkischstämmige niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) warf ihm in der "Bild am Sonntag" vor, Migranten zu verletzen und pauschal zu diskreditieren.

Hessens scheidender Ministerpräsident Roland Koch nannte Sarrazins Thesen "eine sehr rückwärtsgewandte, pessimistische Beschreibung der Zustände, ohne sich eigentlich ernsthaft mit den Optionen und Chancen zur Lösung zu beschäftigen". Im Hessischen Rundfunk sagte der CDU-Politiker: "Wer glaubt, dass die Biologie und die Erbanlagen nahezu alles sind, und dass sich Migranten oder sozial im Augenblick schwache Menschen sozusagen immer in diesen Gruppen bewegen werden, der gibt sie auf." Allerdings dürfe man das von dem Bundesbank-Vorstandsmitglied angesprochene Thema auch nicht tabuisieren.

Für Montag ist eine Protestaktion vor dem Haus der Bundespressekonferenz in Berlin geplant, wo Sarrazin sein umstrittenes Buch vorstellen will. Dazu haben ein Bündnis "Rechtspopulismus stoppen!" sowie Politiker von SPD und Grünen aufgerufen.

flo/dpa/ddp/apn

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01.09.2010 von rafkuß: Mein Gott, die Nazikeule...gähn! - die sich heute keiner

...mehr, dank gnädig-später Geburt mehr willig ist überziehen zu lassen, haben sie denn nicht etwas anderes, Geistreicheres? Du morden, dann ich morden, dann du wieder morden - wie dröge! mehr...

01.09.2010 von kanne007: Fragen über Fragen

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, die deutschen Regierungen wissen / wußten was die in den letzten 40 Jahren gefahrene Politik für Folgen haben wird. Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass die Folgen gewollt sind. Wenn [...] mehr...

01.09.2010 von rafkuß: Ich habe absolut nichts gegen Muselmanen...

...solange sie die Grundordnungen eines humanismus verkörpern: Toleranz, Gewaltlosigkeit, auch in der Ehe, gleiche Rechte und Pflichten für alle Bürger, auch die Weiblichen. Nur: Ist der Muselmann dann noch ein Moslem? mehr...

01.09.2010 von rafkuß: Das man sehr wohl, mit einer entsprechenden Mehrheit

...auch ändern kann, wie Sie eigentlich wissen sollten, so Sie in Staatsbürgerkunde mit Glück und ohne die allgefällige entsprechende Note hinübergerutscht sind... Übrigens: ein wenig arg kurz gedacht und gesprungen - Platsch, [...] mehr...

01.09.2010 von ungeknickterKerl: Kern getroffen!

Gut formuliert! Stimme dem vollinhaltlich zu! @Alle: Nur Intelligente können Respekt erweisen. mehr...

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Bundesbanker Thilo Sarrazin

Wie kam Sarrazin zur Bundesbank?

Alle Vorstandsmitglieder der Bundesbank ernennt der Bundespräsident. Die Kandidaten für das Amt des Präsidenten, des Vizepräsidenten und eines weiteren Vorstands schlägt die Bundesregierung vor. Die Vorschläge für die übrigen Mitglieder des Bundesbank-Vorstands kommen vom Bundesrat im Einvernehmen mit der Regierung. Im Falle Sarrazins hatten turnusgemäß die Länder Berlin und Brandenburg das Vorschlagsrecht im Bundesrat. 2009 trat er sein Amt an.

Könnte Sarrazin entlassen werden?

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