München - Die Dickköpfigkeit oberbayerischer Landwirte im Streit um Flächen für die Olympischen Winterspiele 2018 in Garmisch-Partenkirchen hat deutschlandweit Schlagzeilen gemacht. Nun wird sich auch die US-Regierung mit den trotzigen Bauern befassen. Denn der bayerische Staatskanzleichef Siegfried Schneider will bei einer Reise nach Washington mit den dortigen Verantwortlichen über die Verwendung eines bisher von den US-Streitkräften genutzten Golfplatzes verhandeln. "Ich werde in Washington mit den für Liegenschaften Zuständigen reden", kündigte Schneider vor seinem Abflug gegenüber der Online-Ausgabe des "Münchner Merkurs" an. Der Platz unterliegt noch immer dem Nato-Truppenstatut, daher müssen die Amerikaner der jeweiligen Nutzung zustimmen. Auf dem Gelände soll das olympische Dorf "Snow Village" entstehen.
Für den CSU-Politiker und seine Delegation dürften es heikle Gespräche werden. Nicht nur, dass die Regierung im Ausland offen eingestehen muss, dass sie die Landwirte in Garmisch-Partenkirchen nicht erweichen konnte. Den Verantwortlichen für die Olympia-Bewerbung läuft die Zeit davon. Denn vor allem für die Alpin-Rennen gibt es deutschlandweit keine Alternative zu Garmisch. Am Ende könnte die Bewerbung also an fehlenden Flächen scheitern.
Fieberhaft sucht die bayerische Regierung Alternativen zu den umstrittenen Flächen im Austragungsort Garmisch-Partenkirchen. Die störrischen Grundstückseigentümer selbst haben den von den US-Streitkräften genutzten Golfplatz als Alternativstandort ins Spiel gebracht.
Entscheidung binnen 14 Tagen erwartet
Die Nutzung des Golfplatzes galt bisher als Ausweichmöglichkeit, falls die Bauern bei ihrem Widerstand bleiben. Am 1. September will Schneider mit Vertretern des US-Verteidigungsministeriums sprechen. Er erwarte dann binnen 14 Tagen eine Entscheidung aus Washington, sagte er dem Online-Portal. Vor seiner Reise in die USA hatte Schneider noch mit Vertretern des Land- und Golfclubs Gespräche in Garmisch-Partenkirchen geführt. Die etwa 27 Hektar große Anlage ist die Alternative für den Fall, dass das kleine olympische Dorf "Snow Village" am Eissportzentrum in Garmisch am Veto der Grundstückseigentümer scheitern sollte.
Selbst für den Fall, dass die USA die Abgabe des Grundstückes ablehnen, gebe es noch einen Plan C, erklärte Schneider. Auch dieser solle ohne zusätzliche Flächen von Privatleuten auskommen. Er sehe vor, das olympische Dorf dann in verkleinerter Form auf den Flächen der Gemeinde zu bauen, sagte Schneider. Dort sollte eigentlich das Medien-Dorf entstehen, welches dann wiederum aus Garmisch heraus verlagert werden müsste. Ein geplantes Feriendorf sowie ein neues Hotel würden dann gestrichen.
Trotz der Alternativmodelle sind die Planer alles andere als gelassen. Zusätzliche Flächen bräuchten sie nämlich noch "im Umfeld der Sportstätten", etwa am Fuße der Kandahar-Abfahrt und am Hausberg, räumte der Minister ein. Hier kündigte er weitere Gespräche mit Grundeigentümern an.
Ministerpräsident Horst Seehofer hatte sich persönlich in den Olympia-Konflikt eingeschaltet. Doch auch das konnte die Grundstücksbesitzer nicht erweichen. Der Großteil der insgesamt 78 Landwirte weigert sich standhaft, seine Liegenschaften für das Sportereignis herzugeben. Die Staatsregierung sicherte den Landwirten sogar eine gesetzlich verankerte Garantie zu. Das Versprechen: alle temporär genutzten Grundstücke sollen wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht werden. Dennoch blieben die Eigentümer hart.
Der Widerstand gegen die Olympia-Bewerbung hatte sich schon im Winter formiert. Er macht sich auch an der Finanzierung des Großereignisses fest. Geschäftsführer Willy Bogner hatte bereits mit Rücktritt gedroht, wenn die Spiele nicht besser mit Geld ausgestattet würden. Zudem hat sich nach Protesten vor Ort bereits Oberammergau als ein Olympia-Standort verabschiedet.
Entscheidung über Austragungsort fällt im Juli 2011
Vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hat München ebenso wie das französische Annecy und das südkoreanische Pyeongchang den offiziellen Bewerberstatus für die Winterspiele erhalten. Die bayerische Landeshauptstadt war bereits 1972 Gastgeber der olympischen Sommerspiele. München wäre die erste Stadt, die auch Winterspiele austrägt. Der Streit in Garmisch-Partenkirchen gefährdet aber die Bewerbung. Am 6. Juli 2011 will das IOC über den Olympia-Ort 2018 entscheiden.
Schneider will bei seiner Reise in die USA nicht nur das Olympia-Problem ansprechen. Er möchte bei den Verteidigungs- und Sicherheitsexperten auch dafür werben, dass im Rahmen der geplanten Neustrukturierung der US-Truppen in Europa Bayern als wichtiger Standort erhalten und unter Umständen sogar weiter gestärkt wird.
mmq/sid/AFP/dpa
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Es muß ja nicht bei den klassischen, fade gewordenen Disziplinen bleiben. Wir brauchen endlich Wettbewerbe im Isareisrutschtanz (http://www.kramliczek.de/wp-content/uploads/2009/01/510.jpg), im Schuttbergschlittern [...] mehr...
Naja, aber die Olympiade ist mittlerweile aber auch wirklich eine rein kommerzielle Veranstaltung. Wenn der Zirkus kommen will, kann ja auch nicht einfach irgendwas requiriert werden. Ehrlich gesagt, versteh ich auch nicht, [...] mehr...
Es gäbe in Sachen Umweltzerstörung in Deutschland wohl nichts verheerenderes, als die Nutzung dieses - auf Garmischs schönsten - und auch allerletztem freiem Terrain - als Olympisches Dorf. Egal, welche Vergleiche man [...] mehr...
Diesen nationalistischen Schwachsinn braucht niemand. Die letzten olympischen Spiele waren schon blutig genug. Fragt sich bloß, wann die Herren in der Reichs-, äh, Staatskanzlei das endlich einsehen. mehr...
Und selbst wenn es so sein sollte, wäre das natürlich extrem verwerflich. Für eine Veranstaltung wie die olympischen Spiele, wo es allen und vor allem dem IOC immer nur um die Sache, den olympischen Gedanken, den Sport und das [...] mehr...
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