Von Klaus Wiegrefe
Hamburg - Während des Eichmann-Prozesses in Israel haben ein Vertrauter des damaligen Kanzlers Konrad Adenauer und ein Reporter der "Bild"-Zeitung aus dem Hotelzimmer eines DDR-Anwalts in Jerusalem Dokumente gestohlen, um sie dem Bundesnachrichtendienst (BND) zu übergeben. Pikantes Detail: Der Journalist war ein Schwager Axel Springers. Das geht aus Recherchen des SPIEGEL im Archiv des Auswärtigen Amtes hervor. Danach handelte sich bei den entwendeten Papieren um "Aufzeichnungen, Vollmachten und alle möglichen Unterlagen, in denen eine ganze Reihe von Namen westdeutscher Persönlichkeiten enthalten sind".
Grund für den Diebstahl im Jahr 1961 im King David Hotel in Jerusalem: Adenauer fürchtete, während des Verfahrens gegen Adolf Eichmann könnten westdeutsche Politiker oder Beamte aufgrund ihrer Vergangenheit im "Dritten Reich" belastet werden und dass auf diese Weise das Ansehen der jungen Bundesrepublik leide. Der bestohlene DDR-Anwalt Friedrich Karl Kaul beobachtete nämlich im Auftrag Ost-Berlins das Verfahren und beschuldigte immer wieder öffentlich die Bundesregierung, Alt-Nazis zu decken.
Eichmann zählte zu den wichtigsten Organisatoren des Holocaust und war 1960 aus Argentinien nach Israel entführt worden, wo er vor Gericht gestellt wurde. Das Verfahren sorgte weltweit für großes Aufsehen, und Adenauer schickte daher eine offizielle Beobachterdelegation nach Jerusalem.
Zu ihr zählte einer der beiden Diebe, nämlich Rolf Vogel, Reserveoffizier der Bundeswehr und dort in psychologischer Kriegführung geschult. Der PR-Fachmann galt in Bonn als Mann des BND und zählte zu den Vertrauten des Kanzlers.
Für das Eichmann-Verfahren ließ er sich von seinem aktuellen Posten im Verbindungsbüro der Europäischen Gemeinschaften (EG) in Bonn entbinden. In Jerusalem firmierte er offiziell als Journalist und schrieb für die "Deutsche Zeitung". Insgeheim hatte er jedoch den Auftrag, "das Bundeskanzleramt ständig auf dem Laufenden" zu halten", wie es in den Akten vermerkt wurde. Dafür wurde er auch bezahlt. Mehrfach berichtete Vogel direkt an Adenauer.
Vogel sollte vor allem verhindern, dass die DDR den Eichmann-Prozess für Propagandazwecke instrumentalisierte. Wahrscheinlich kam es deshalb auch zu dem Diebstahl. Immer wieder lancierte die SED Namenslisten von Belasteten in Bonner Diensten, vorneweg Hans Globke, Kanzleramtschef Adenauers. Globke hatte 1936 den offiziellen Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen mitverfasst.
Der Diebstahl erfolgte am Abend des 29. Juni 1961 in Kauls Zimmer im King David Hotel in Jerusalem. Vogels Begleiter war Frank Lynder, Reporter bei der "Bild"-Zeitung und nach Angaben des Auswärtigen Amtes während des Zweiten Weltkrieges Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes.
Ob die beiden Männer bei Kaul einbrachen oder den Advokaten trickreich bei einem Besuch ablenkten und dann die Papiere entwendeten, geht aus den Akten nicht eindeutig hervor. Gegenüber Gerhard von Preuschen, dem Leiter der Beobachterdelegation in Jerusalem, erklärten sie, sie hätten das "Aktenstück aus dem Hotelzimmer Kaul im Hotel King David unbemerkt entnommen".
Unmittelbar danach eilten sie sofort zu Preuschen, dem Vogel erklärte, er wolle am folgenden Tage nach München fliegen und die Papiere dort "beim BND abgeben". Er verlangte dafür einen Kurierausweis und dass Preuschen ihm die gestohlenen Dokumente "als versiegeltes Kuriergepäck" mitgebe. Denn versiegeltes Kuriergepäck wurde weder bei der Ausreise aus Israel noch bei der Einreise in die Bundesrepublik geöffnet.
Ob der BND Freude an dem Material hatte, ist unbekannt. Preuschen zumindest war von den Papieren wenig beeindruckt, wie er nach Bonn berichtete: "Der Wert der Unterlagen scheint mir nicht allzu groß zu sein..."
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Ich darf Sie belehren: Auch die Frankfurter Rundschau ist nicht befugt über etwaige Brüche des Völkerrechts zu befinden. ---Zitat--- Und man muss weder im Linke-ortsverein, noch ehemaliger DDR-Bürger sein um diesen krieg [...] mehr...
Eichmann hat, wie ca. 3000 z. T. hohe SS- und Gestapo-Leute, nach dem Krieg zunächst ein paar Jahre unbehelligt in Deutschland gelebt und wurde dann über die "Rattenlinie" nach Südamerika geschleust. Die [...] mehr...
Sämtliche Ministerien, Behörden und andere Administrationen waren durchsetzt von Altnazis und deren Fussvolk, und das eben bis zur natürlichen Auslese , wohl den 70er Jahren. So hatten ehem. Kriegsgerichtsverurteilte, [...] mehr...
Nein aber sie ist sehr staatsdienerfreundlich. Die westdeutsche Justiz hat sich seit 90 abgesehen von ein paar höheren Sündenböcken nur an kleinen unwichtigen Fischen vergriffen. Die wahren Täter wurden muss Kusshand in andere [...] mehr...
??? Das sind in erster Linie einzelne Tatsachen, noch dazu betreffen die kaum die Führungsebene des Landes. Das sah leider in der Bundesrepublik ein wenig anders aus. Sowohl im Staat (*alle Bereiche* - Legislative, Judikative [...] mehr...
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